In Cottbus sind am 4. Januar 26 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Das klingt nach einer Erholung im Vergleich zu den Vortagen. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter auf den Wert von 349 gesunken. Noch vor einer Woche lag er weit über 400.
Also wirkt der Lockdown? Das kann Ordnungsdezernent Thomas Bergner (CDU) nicht bestätigten. Im Gegenteil: „Ein tatsächlich durchgreifend positiver Effekt zeichnet sich bislang nicht ab.“ Für eine Beurteilung des Lockdowns sei deshalb noch zu früh.

Unklares Infektionsbild für Cottbus durch die Feiertage

Die aktuellen Zahlen spiegeln demnach kein vollständiges statistisches Bild wider. Das liege vor allem an Weihnachten und dem Jahreswechsel. Während der Feiertage falle das Testaufkommen erfahrungsgemäß geringer aus, genauso wie die Arbeitsintensität in den Laboren. „Erst die nächsten Tage werden wieder ein stabileres Bild geben“, prophezeit Dezernent Bergner und rechnet wieder mit steigenden Zahlen.
Derzeit sei noch abzusehen, wie sich die Silvesterfeiern auf die Infektionszahlen auswirken werden. „Dazu liegt Silvester noch nicht lange genug zurück“, erklärt Thomas Bergner. „Man geht allgemein von zehn bis 14 Tagen aus, bis sich ein mögliches Infektionsgeschehen zeigt. Insofern kann heute noch nicht einmal gesagt werden, ob und wie sich die Weihnachtsfeiertage auswirken werden.“

Infektionsherde sind in Cottbus weit verbreitet

Die Infektionsherde in Cottbus sind der Stadtverwaltung zufolge weit gestreut. Der Dezernent zählt auf: „In Pflegeeinrichtungen, den Kliniken sowie in Familien, die sich wegen positiver Tests bereits in Quarantäne befinden.“ Das erschwert die Kontaktnachverfolgung erheblich. „Sie ist zumindest nicht mehr in dem Umfang und mit der Akribie wie am Anfang der Pandemie und auch noch im Spätsommer möglich.“
Was bedeutet das für Cottbus? Darauf hat der Dezernent eine klare Antwort: „Dass alle Regeln und Einschränkungen strikt eingehalten werden müssen, da das Virus nach wie vor unberechenbar, hoch ansteckend und gefährlich ist.“
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Großräschen

Die angekündigten Impfungen seien eine erste Hoffnung. „Neben einer möglichen Eindämmung der Verbreitung des Virus muss weiterhin alles getan werden, um das Gesundheitssystem, hier speziell die Kliniken, sowie das Personal in medizinischer Betreuung und der Pflege nicht noch stärker als bisher zu belasten.“

20 Corona-Patienten auf der Intensivstation im CTK

Derzeit befinden sich 65 Personen wegen einer Corona-Infektion im Carl-Thiem-Klinikum in Behandlung. 20 von ihnen sind auf eine Betreuung auf der Intensivstation angewiesen. Derzeit sind laut Stadt 1250 Menschen in Cottbus mit dem Covid 19-Virus infiziert, 2741 befinden sich in häuslicher Quarantäne.