Chesco in Cottbus: Was die Zusammenarbeit mit der Universität in Sheffield bringt

Die BTU Forschungsfabrik Chesco arbeitet derzeit noch im Stadtteil Dissenchen. In Zukunft soll Chesco aber die Keimzelle bilden für den neuen Lausitz Science Park (LSP) im Norden der Stadt. Chesco steht für „Center for hybrid electric systems Cottbus“
Michael HelbigDas Cottbuser Großforschungsprojekt Chesco und das Forschungszentrum für fortschrittliche Fertigung (Advanced Manufacturing Research Centre, AMRC) der britischen University of Sheffield wollen künftig zusammenarbeiten. Am Rande einer Delegationsreise ins Vereinigte Königreich unterzeichneten Vertreter beider Institutionen eine entsprechende Absichtserklärung. Damit vertiefen zwei ehemalige Kohleregionen, die heute als Innovationsstandorte gelten, ihre Beziehungen.
Die Kooperation sei für beide Seiten ein Gewinn, heißt es aus der Brandenburg-Delegation, die von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) angeführt wird. Sheffield war Vorbild für das Cottbuser Chesco-Forschungszentrum, das derzeit im Rahmen des Lausitz Science Park entsteht.
Ziel von Chesco ist es, Wissen, Forschung und Industrie noch enger zu verzahnen. Der besondere Fokus lieg dabei auf klimafreundlicher Mobilität, digitaler Fertigung und nachhaltiger Produktion. „Die Lausitz und Sheffield haben viel Erfahrung im Strukturwandel. Gemeinsam können wir mehr erreichen – für unsere Regionen und für Europa“, sagt Dietmar Woidke.
Chesco Cottbus und AMRC Sheffield bündeln Kompetenzen
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht der Aufbau gemeinsamer Forschungsprojekte. Cottbus und Sheffield wollen ihre Kompetenzen bündeln, um neue Fertigungs- und Digitalisierungstechnologien zu entwickeln. Besonders die Luftfahrtbranche, aber auch die Medizin- und Fertigungsindustrie sollen von dem Austausch profitieren. Unternehmen wie Rolls-Royce und Boeing haben bereits ihr Interesse an gemeinsamen Innovationsprogrammen signalisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt bei der Zusammenarbeit ist die Förderung von Talenten. Geplant sind Austauschprogramme für Studierende, Forschende und Fachkräfte beider Länder. Gemeinsame Trainings, Praktika und Forschungsaufenthalte sollen junge Menschen für die Herausforderungen und Chancen der modernen Industrie ausbilden.
Auch beim Ausbau digitaler Testinfrastrukturen und Pilotprojekte wollen Chesco und die englischen Partner aus Sheffield zusammenarbeiten. Ziel ist es, die Entwicklung neuer Produkte – von leichten Werkstoffen bis hin zu klimaneutralen Antrieben – zu beschleunigen und praxisnah zu erproben.
Nicht zuletzt soll die Partnerschaft auch die regionale Wirtschaft beflügeln. Durch gezielten Wissenstransfer und neue Netzwerke wird insbesondere mittelständischen Unternehmen in der Lausitz und in South Yorkshire der Zugang zu Spitzentechnologien erleichtert.
Chesco in Cottbus - das steckt dahinter
- An der BTU Cottbus-Senftenberg entsteht ein einzigartiges Zentrum zur Erforschung hybrid-elektrischer und elektrischer Systeme für den Mobilitätssektor.
- Das Center for Hybrid Electric Systems Cottbus forscht an alternativen Antrieben für eine branchenübergreifende Anwendung.
- Das Team startet im Bereich der Luftfahrt und will die Anwendungsfelder zukünftig auf die Bereiche Automobil, Bahn und Schifffahrt erweitern.

