Professorin Gesine Grande ist am Donnerstag vom Senat der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) zur Präsidentin der Lausitzer Uni gewählt worden. Damit hat sich die Psychologin Grande im akademischen Senat gegen die seit Ende 2018 amtierende Präsidentin, Professorin Christiane Hipp, durchgesetzt.
Gesine Grande muss die Wahl nun noch annehmen und vom zuständigen Wissenschaftsministerium ernannt werden. Dazu gibt es zwischen ihr und der Landesregierung in den kommenden Wochen noch Gespräche.
„Wir hoffen, dass sich die designierte Präsidentin und das Wissenschaftsministerium baldmöglichst einig werden“, sagte Prof. Ingolf Petrick, der Vorsitzende des BTU-Senats am Donnerstag.

Einladung von Wirtschaftsminister Steinbach

Prof. Jörg Steinbach (SPD) ist Gesine Grandes Vorgänger an der BTU und seit September 2018 Brandenburgs Wirtschaftsminister. Steinbach beglückwünschte die Gewählte am Donnerstag zu ihrer Wahl und wünschte ihr euch das nötige Glück für ihre nicht leichte Aufgabe. „Gleichzeitig möchte ich Frau Grande gleich ins Wirtschaftsministerium einladen. Denn die Rolle der BTU auch beim Strukturwandel in der Lausitz ist eine absolut tragende“, sagte Steinbach der Rundschau.
Jörg Steinbach bedankte sich ausdrücklich bei Prof. Christiane Hipp, die die Universität in den zurückliegenden beinahe zwei Jahren sehr erfolgreich amtierend geführt habe. „Das ist für eine Hochschule eine lange Zeit“, sagte Steinbach. Was Christiane Hipp geleistet habe, sollten die BTU-Gremien jetzt nicht vergessen.

Cottbuser Oberbürgermeister gratuliert

Auch der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) gratulierte Prof. Gesine Grande zu ihrer Wahl zur Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg. „Mit der Wahl von Frau Prof. Grande verbinden sich viele Hoffnungen und hohe Erwartungen in der gesamten Lausitz. Die neue Präsidentin kann auf Stadt Cottbus zählen.“
An einer Universität mit vielen Herausforderungen, zu wenig Finanzen sowie Fusionsschmerzen, die überwunden werden müssten, seien viele Impulse notwendig. Gleichzeitig dankte Holger Kelch Prof. Christiane Hipp für „ihre bisherige Tätigkeit, vor allem als amtierende BTU-Präsidentin in einer schwierigen Zeit.“

Lausitzer Wirtschaft hegt große Erwartungen

„Wir sind froh uns, dass nun Klarheit über die künftige Leitung der BTU Cottbus-Senftenberg herrscht“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus Maik Bethke. Damit seien jetzt die Weichen gestellt für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Forschungsstandorts Lausitz.
Als regionaler Innovationsmotor komme der Universität eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung des Strukturwandels zu. Neben dem regionalen Technologietransfer mit und für die Unternehmen geht es aus Sicht Bethkes darum, Cottbus zu einem international anerkannter Forschungsstandort zu entwickeln und auch ausreichend regionale Fachkräfte auszubilden. Bethke appellierte an die neue designierte Präsidentin, die geplante Abwicklung des Lehrstuhls Eisenbahnwesen noch einmal zu überdenken.

Gesine Grande: erfahrene Hochschulmanagerin

Die 1964 in Leipzig geborene Gesine Grande, die bis 2019 das Amt als Rektorin der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig innehatte, hatte sich Anfang Juli in einem hochschulöffentlichen Anhörungsverfahren den Hochschulangehörigen der BTU vorgestellt.
„Ich danke allen Senatsmitgliedern, die mir heute mit ihrer Wahlentscheidung das Vertrauen ausgesprochen haben. Jetzt gilt es, gemeinsam mit allen Mitgliedern der BTU, mit unseren Partnern und Unterstützern, mit der Politik, der Region und der Wirtschaft die Universität ein großes Stück voranzubringen“, sagte Gesine Grande nach ihrer Wahl.
Mit der Wahl am Donnerstag endet ein Schwebezustand für die Universität, die vor einer tief greifenden strukturellen Neuaufstellung steht. Die Hochschule gilt als entscheidendes Scharnier zu mehreren hochkarätigen Instituten, die im Zuge des Strukturwandels in der Lausitz angesiedelt werden sollen.

Senftenberg, Cottbus

In den kommenden Monaten muss Gesine Grande mit ihrem Führungsteam an der Lausitzer Universität einen Hochschulentwicklungsplan bis zum Jahr 2026 vorlegen. Dabei geht es darum, die Bedeutung von Cottbus als Wissenschaftsstandort spürbar zu erhöhen und durch die Verzahnung mit der Wirtschaft den Strukturwandel im Kohlerevier voranzubringen.