Branitzer Park in Cottbus: Baum-Uni sucht Mitstreiter für Abenteuer an der Spree

Dicht und üppig bewachsen wie auf den Fotos von der Michelberger Farm im Spreewald stellt sich Christian Böhm den künftigen Waldgarten vor, der am Rande der Branitzer Baumuniversität hinter ihm entstehen soll. Mitstreiter werden gesucht.
Antje Posern- In Cottbus plant die Branitzer Baum-Uni einen Waldgarten als nachhaltiges Agroforstsystem.
- Ziel: Pflanzen für zukünftige Klimabedingungen testen und gemeinschaftliches Gärtnern fördern.
- Etwa 1 Hektar Fläche nahe der Liebermannstraße – Start der Pflanzung ab Frühjahr 2026.
- Interessierte sind am 22. Juli 2025 zu einem Planungstreffen im Besucherzentrum eingeladen.
- Kontakt: Christian Böhm, Tel. 0355 7515141, Mail christian.boehm@pueckler-museum.de.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei am Rande der Branitzer Siedlung wächst die Branitzer Baumuniversität der Pückler-Stiftung. Die stattlichen Bäume im berühmten Refugium des grünen Fürsten leiden unter Trockenheit und Hitze. Die neue Uni auf dem Außengelände des Branitzer Parks will herausfinden, welche Sorten den heutigen klimatischen Bedingungen standhalten, und den Baumbestand der Zukunft aufziehen. Auch die Cottbuser können bei einem Projekt mitwirken.
Das insgesamt zwölf Hektar große Areal bietet neben Forschung und Baumschule noch viel Platz. So ist auf etwa fünf Hektar eine Agroforstbewirtschaftung durch die Agrargenossenschaft Kahren/Branitz geplant. Eine Streuobstwiese wird angelegt. Außerdem entsteht ein Waldgarten – ein Agroforstsystem im Kleinen.
Christian Böhm ist Mitarbeiter der Branitzer Baumuniversität und hat sich dort unter anderem dem Waldgarten verschrieben. Vorbilder für grüne Oasen dieser Art mitten in der Stadt gebe es bereits in Berlin oder auch in Kassel, erzählt er. In Potsdam entsteht ein Waldgarten in Zusammenarbeit von Uni und Kleingärtnerverband. In der Cottbuser Region betritt die Stiftung damit Neuland.
Blick nach Naundorf: Vielfalt für den Waldgarten der Baum-Uni erhofft
Wie eine solche Fläche, die auch als Nahrungswald bezeichnet wird, aussehen kann, hat sich Böhm erst vor Kurzem im Spreewald angesehen. Im Vetschauer Ortsteil Naundorf steht die Michelberger Farm. Das Hotelrestaurant greift auf frische Produkte aus dem eigenen Waldgarten zurück. Christian Böhm kommt ins Schwärmen, wenn er von den Kräutern, essbaren Blüten und Gemüse berichtet. Eine ähnliche Vielfalt erhofft er sich auch vom künftigen Waldgarten der Branitzer Baumuniversität.

Ein Blick in den Waldgarten an der Michelberger Farm im Vetschauer Ortsteil Naundorf.
Christian BöhmDabei sollen maximale Erträge gar nicht im Vordergrund stehen, sagt der 48-Jährige. Wachsen dürfe ein „Urwald“, von dem die Natur und damit auch der Mensch profitiert. Waldgärten bestünden aus drei Etagen, erklärt der gelernte Förster weiter. Unter Bäumen wachsen Sträucher, darunter die Krautschicht. Bekannte Obst- und Beerensorten, ausgefalleneres wie Maulbeere oder Sanddorn, aber auch Kürbisse, Rhabarber, Kräuter – die Auswahl für einen Waldgarten sei groß.
Viele Pflanzen, die man kennt, seien essbar. Als Beispiele nennt Böhm die Ölweide, deren Früchte lecker schmecken, und die Linde, deren junge Blätter zum Beispiel im Salat Verwendung finden können.
Warum der Branitzer Waldgarten in Cottbus Zukunft hat
Doch nicht nur mit der Ernte kann ein Waldgarten punkten. Er biete mit seinen verschiedenen Schichten auf kleinem Raum viele Vorteile, wie Jennifer Schulz von der Universität Potsdam erklärt. Sie wird das Projekt der Branitzer Stiftung mit betreuen. Zum einen sei der Unterhalt im Laufe der Jahre nicht so aufwendig im Vergleich zum konventionellen Anbau. Aber auch eine große biologische Vielfalt, Bodenschutz, Wasserrückhalt, eine gute Widerstandsfähigkeit in Trockenphasen zählt sie auf.
Ein weiteres Plus: Er lädt zum gemeinschaftlichen Gärtnern ein. Dieses Experiment will die Branitzer Baumuniversität gern mit Cottbusern und anderen Interessierten starten. Sie sind eingeladen, sich aktiv an Planung, Aufbau, Pflege und natürlich an der späteren Ernte zu beteiligen. Kosten entstünden dabei nicht, versichert Christian Böhm. Gebraucht würden Zeit, Engagement und Lust, „gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und unseren Waldgarten wachsen zu lassen“.
Gärtnern im Waldgarten Cottbus: So geht die Teilnahme
Der Branitzer Waldgarten soll künftig eine Größe von etwa einem Hektar erreichen. Geplant ist er direkt an der Liebermannstraße auf dem Gelände der Baumuni. Etwa zehn Mitstreiter haben bereits Interesse bekundet, unter anderem aus der Branitzer Siedlung. Weitere Interessierte sind für Dienstag, 22. Juli 2025, um 18 Uhr, zu einem ersten Treffen ins Besucherzentrum der Pückler-Stiftung im Robinienweg eingeladen.

Baumschulgärtner Holger Terno bewässert die jungen Bäume, die in der Branitzer Baumuniversität ordentloch aufgereiht stehen. Im Waldgarten darf es etwas wilder zugehen. Die Planzen sind dennoch mit Bedacht ausgewählt.
Michael HelbigNeben dem gegenseitigen Kennenlernen soll es dort schon konkret werden. „Wir wollen uns die Fläche anschauen, erste Planungen machen und einen Zeitplan erstellen“, sagt Böhm. Die ersten Pflanzen sollen im Frühjahr 2026 in die Erde kommen.
Interesse am Mitgärtnern im Waldgarten?
- Interessierte wenden sich an Christian Böhm, Stiftung Fürst-Pückler-Museum: Tel. 0355 7515141, Mail an christian.boehm@pueckler-museum.de
- Am 22. Juli 2025, 18 Uhr, findet im Besucherzentrum der Pückler-Stiftung ein Kennenlerntreffen statt. Jedermann ist willkommen.

