Bombe in Cottbus: Weltkriegsmunition bei Bahnwerk entdeckt – wann entschärft wird

Bei Bauarbeiten zum neuen Bahnwerk in Cottbus ist eine Weltkriegsbombe entdeckt worden. Die Polizei ist vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
Christoph Lohse / Blaulichtreport LausitzIn Cottbus ist am Freitagnachmittag, 12. Juli, bei Sondierungen auf dem Baufeld des neuen Bahnwerks eine Weltkriegsbombe gefunden worden. Es handelt sich nach Angaben der Stadt Cottbus um einen 250 Kilogramm schweren Sprengkörper deutscher Bauart mit russischem Zünder. Er befindet sich in einem vier Meter tiefen Loch.
Die Entschärfung soll am Sonntag, 14. Juli, erfolgen. Größere Evakuierungen und Einschränkungen sind derzeit nicht vorgesehen. Nur einzelne Anwohner müssten womöglich ihre Häuser und Wohnungen verlassen, sagte ein Sprecher der Stadt Cottbus. Mit den Betroffenen werde direkt Kontakt aufgenommen.
Der Hauptbahnhof in Cottbus werde von einer Evakuierung vor der geplanten Entschärfung der Weltkriegsbombe nicht betroffen sein. Dort sorgt eine Signalstörung seit Montag bereits für stark eingeschränkten Bahnverkehr. Ein Kabelschaden hat für den Ausfall von Signalen und Weichen gesorgt. Nach den derzeitigen Planungen der Bahn soll die Reparatur der Kabel voraussichtlich am Sonntagnachmittag abgeschlossen sein.
Letzte Entschärfung in Cottbus fand im Oktober 2023 statt
In Cottbus sind in der Vergangenheit immer wieder Weltkriegsbomben in Bahnhofsnähe gefunden worden. Die Stadt hat im Februar 1945 einen Bombenangriff erlebt. Im Oktober 2023 fand die letzte Entschärfung statt. Damals handelte es sich um einen 70 Kilogramm schweren Sprengsatz. Rund 1500 Menschen mussten während der Entschärfung ihre Wohnungen verlassen.
Brandenburg ist das Bundesland mit dem höchsten Anteil an Kampfmittel-Verdachtflächen. Fast 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind immer noch 585.000 Hektar Landesfläche betroffen.
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