Bombe in Cottbus
: Evakuierung von Hauptbahnhof, Radisson-Hotel und Stadtteilen

UPDATE 7.7.2026, 16 Uhr: Auf der Baustelle des neuen ICE-Bahnwerks in Cottbus ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die geplante Entschärfung hat  weitreichende Folgen.
Von
Dirk Schaal,
Lisa Hör
Cottbus
27.000 Menschen werden am Sonntag wegen eines Bombenfundes in Pforzheim evakuiert. Im 1,5-Kilometer-Radius der Evakuierung liegen nicht zuletzt Gebäude der Polizei. Die Beamten müssen ebenfalls andernorts unterkommen.

In Cottbus wurde auf der Baustelle des neuen Bahnwerks eine Weltkriegsbombe gefunden. (Symbolfoto)

Swen Pförtner/dpa
  • In Cottbus wurde auf der Baustelle des neuen Bahnwerks eine Fliegerbombe entdeckt.
  • Die Stadt bestätigte den Fund – es sollen im Laufe des Tages weitere Infos folgen.
  • Nach vorliegenden Angaben handelt es sich um eine US-Bombe mit etwa 250 Kilogramm.
  • Gefunden wurde sie bei einer planmäßigen Absuche des Baugeländes.
  • Nähe zum Hauptbahnhof: Es sind Einschränkungen im Bahnverkehr zu erwarten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auf der Baustelle des neuen Bahnwerks in Cottbus ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Das bestätigte die Pressestelle der Stadt und der Sprengmeister Enrico Schnick.

Nach vorliegenden Informationen handelt es sich um eine amerikanische Bombe mit einem Gewicht von 250 Kilogramm. Gefunden wurde sie bei einer planmäßigen Absuche des Baugeländes. „Eine Kampfmittelräumfirma sucht im Auftrag der Deutschen Bahn die ganze Zeit die Baustelle ab, damit diese gesichert ist“, sagt Enrico Schnick. Am Montagnachmittag, 6. Juli 2026, sei der Sprengmeister alarmiert worden, um die Bombe zu identifizieren, teilt er mit.

An diesem Montagnachmittag war Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident des Landes Brandenburg, zusammen mit anderen politischen Vertretern am Bahnwerk zu Besuch. Anlass war ein Termin der „Task Force Bahnstandort Cottbus“ mit der Deutschen Bahn, bei dem unter anderem die Fortschritte der Baustelle besprochen wurden.

Blindgänger wird bis zur Entschärfung durchgehend bewacht

Der Blindgänger wurde laut der Deutschen Bahn auf der Baustelle östlich der Halle 1 in einer Tiefe von etwa drei Metern gefunden, während der Sondierungsarbeiten für eine spätere Rigole.

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In Cottbus wurde auf der Baustelle des neuen Bahnwerks eine Weltkriegsbombe gefunden.

Es handelt sich um eine amerikanische Bombe mit einem Gewicht von 250 Kilogramm.

Enrico Schnick, KMBD

„Bereits am Nachmittag erfolgte gemeinsam mit allen beteiligten Behörden und Fachstellen die Gefährdungsbeurteilung sowie die Festlegung des erforderlichen Sperrkreises“, heißt es aus der DB weiter. Die Bombe sei nicht transportfähig und werde bis zur Entschärfung durchgehend von einem Sicherheitsdienst bewacht.

Aus Sicherheitsgründen sind sämtliche Arbeiten eingestellt worden, die Erschütterungen verursachen könnten. Insbesondere darf die eingeplante Gleis-Stopfmaschine bis zur Entschärfung nicht eingesetzt werden.

Wann wird die Bombe in Cottbus entschärft?

Enrico Schnick vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) Brandenburg teilt mit, dass die Bombenentschärfung am Donnerstag, dem 9. Juli 2026, gegen Mittag vor Ort stattfinden soll.

An diesem Tag war der Einsatz eines Hubschraubers über dem Bahnhof Cottbus geplant, um Oberleitungsmasten zu installieren. Aufgrund des Bombenfunds muss die Aufstellung der Masten allerdings auf den 10. Juli verschoben werden, so ein Bahnsprecher.

Wegen der Nähe zum Cottbuser Hauptbahnhof sind laut Mitteilung der Deutschen Bahn zudem Einschränkungen im Bahnverkehr für Donnerstag von 13 Uhr bis voraussichtlich 18 Uhr vorgesehen. Betroffen sind die Linien RE2, RE13, RE18, RB43, RB49 und RB93 heißt es auf der Webseite der DB.

Die Stadt Cottbus teilt jedoch mit, dass der Bahnverkehr bereits ab 12 Uhr am Donnerstag komplett gesperrt wird.

Sperrkreis von 500 Metern rund um das Bahnwerk Cottbus

Während der Entschärfung ist, wie die Stadt Cottbus mitteilt, auch eine Evakuierung im Umfeld des Hauptbahnhofs erforderlich. Es wird ein Sperrkreis von 500 Metern eingerichtet. Alle Anwohner und Gewerbetreibenden innerhalb des betroffenen Bereichs müssen am 9. Juli bis spätestens 11 Uhr ihre Wohnungen und Geschäftsräume sowie den gesamten Sperrbereich verlassen haben.

Die Stadt Cottbus hat eine Karte veröffentlicht, anhand derer die Bürger prüfen können, ob ihre Wohnung oder ihr Geschäft innerhalb des Evakuierungsbereichs liegt.

Der Sperrkreis umfasst den Bereich zwischen Teilen der Karl-Liebknecht-Straße und der südlichen Wernerstraße, den Hauptbahnhof samt Parkplatz am Wasserturm sowie den Bus-/Straßenbahnhof, die Fürst-Pückler-Passage, die Vetschauer Straße, Calauer Straße sowie Finsterwalder Straße und westlich bis Sachsendorfer Straße sowie weite Teile des Bahngeländes.

Das Radisson Blu Hotel liegt im Sperrkreis. Das MUL-CT-Krankenhaus ist jedoch von der Evakuierung nicht betroffen. Als Ersatzunterkunft steht die Turnhalle der Paul-Werner-Oberschule in der Bahnhofstraße 11 zur Verfügung.

Personen, die aufgrund einer Behinderung oder Bettlägerigkeit Unterstützung bei der Evakuierung benötigen, können sich beim Sicherheitszentrum der Stadt melden. Sie werden gebeten, dies frühzeitig zu tun, entweder per Telefon (bis 19 Uhr unter 0355 6123456) oder per E-Mail (sicherheitszentrum@cottbus.de).

Fliegerbombe mit zwei Zündern entdeckt

Nach Informationen der Stadt ist die Fliegerbombe aus amerikanischer Herstellung mit zwei Zündern ausgestattet. Das könnte die Entschärfung komplexer machen.

Schon im Juni 2025 wurde eine amerikanische Bombe mit ähnlichen Merkmalen auf dem Baufeld des neuen Bahnwerks gefunden. Sie wog ebenfalls 250 Kilogramm und war mit zwei Zündern ausgestattet.

Einer davon war stark beschädigt. Der Sprengmeister musste ein Wasserstrahl-Schneidgerät verwenden. Der Einsatz dauerte daher eine Stunde länger als üblich.