„Boll & Klatt“ in Cottbus
: Talk über DDR-Kultstätten - was Verlust mit uns macht

Sternchen, Stadtpromenade, Forum K - alles Orte in Cottbus, die mit Erinnerungen verbunden sind. Beim Talk von „Boll & Klatt“ geht's diesmal um die Frage: Was ist DDR-Kulturgut und was kann weg?
Von
Angela Boll
Cottbus
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Boll & Klatt

Wieviel DDR braucht Cottbus? Um diese Frage geht es in der nächsten Talkrunde von „Boll & Klatt“ am 17. November in der Theaterscheune. Zu Gast sind Bürgermeisterin Doren Mohaupt (oben links) und Martin Maleschka (unten links).

Michael Helbig, Janet Neiser, Montage: Katrin Janetzko
  • Talkabend „Boll & Klatt“: Am Dienstag, 17. November, in der Cottbuser Theaterscheune.
  • Thema ist DDR-Kulturgut in Cottbus – was bleibt und was weichen sollte.
  • Gäste sind Bürgermeisterin Doreen Mohaupt und der Architekt Martin Maleschka.
  • Publikum bringt Erinnerungen mit und diskutiert mit, ein Freigetränk ist inklusive.
  • Tickets kosten 8 Euro, erhältlich über das Staatstheater Cottbus, auch online im Webshop.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Sternchen in Cottbus hängen Erinnerungen: der erste Kuss, der Geschmack der Eissorten, der Geruch, der Sound. Die Mokka-Milch-Bar an der Stadtpromenade war zu DDR-Zeiten der gesellschaftliche Mittelpunkt der Stadt. Heute liegt das Gelände brach, das Sternchen wurde abgerissen, geblieben sind Lost Places: die ehemalige Disco und das Bowling-Center, Institutionen, die im Keller unter der Brache verfallen. Es scheint, als sollten die Bauzäune mit Sichtschutz die Erinnerungen verdrängen. Vergessen sind sie nicht.

Im Gegenteil. Viele Cottbuser trauern den alten Zeiten nach, vermissen den zentralen Anlaufpunkt in der Stadt, den Platz, an dem das Leben unbeschwert sein durfte. Wie fühlt es sich an, wenn Heimat verschwindet? Wie viele Brüche erträgt die Stadt noch? Oder ist es notwendig, mit Altem abzuschließen, damit sich Cottbus für die Zukunft aufstellen kann?

Gäste bei Talk in Cottbus: Doreen Mohaupt und Martin Maleschka

Um diese Fragen dreht es sich beim Talkabend „Boll & Klatt“ am Dienstag, 17. November, in der Theaterscheune. Die Journalisten Angela Boll und Thomas Klatt greifen in dem Format der „Lausitzer Rundschau“ in Kooperation mit dem Staatstheater Themen aus der Lausitz auf, holen Gäste auf die Bühne und zählen auf die Meinung des Publikums.

Wer könnte besser über Veränderungen der Stadt und die damit einhergehenden Emotionen sprechen als Bürgermeisterin Doreen Mohaupt. Die 50-Jährige ist in Sandow geboren und aufgewachsen. Sie erlebte die Wende, sah, wie sich die Stadt veränderte, kennt den Verlust von Erinnerungen aus der Kindheit. Zugleich ist Doreen Mohaupt Stadtentwicklungsdezernentin und Expertin auf ihrem Gebiet. Sie kennt die Stadt, das Potenzial, und sie möchte Cottbus voranbringen. Aber wie kann das funktionieren, ohne den Charme des Vergangenen einzubüßen?

Cottbus

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Historische Ansichten
Stadtpromenade Cottbus 
 Fußgängerbrücke, Mokka-Milch-Eisbar "Sternchen", Pavillons,  
 Aufnahme von November 1988

Historische Ansichte der Stadtpromenade Cottbus: Die Mokka-Milch-Eisbar Sternchen (hier im November 1988) ist längst aus dem Stadtbild verschwunden. Welche Erinnerungen braucht Cottbus und wie entwickelt sich die Stadt weiter? Darum gehts im nächsten Talk von „Boll & Klatt“.

Michael Helbig

Einer, der jede Ecke der Stadtpromenade kennt, obwohl er die lebhafteste Zeit dort nie miterlebt hat, ist Martin Maleschka. Der zweite Talkgast des Abends ist Architekt und wurde 1982 in Eisenhüttenstadt geboren. Seine Leidenschaft widmet er dem baulichen Erbe der DDR. Als Fotograf hält er Schätze der Vergangenheit fest, sucht die Geschichten hinter der Fassade. Maleschka selbst versteht sich als Botschafter für den kulturellen Wert der DDR, engagiert sich beispielsweise für die Rettung von Fliesen-Wandbildern. Wie blickt er auf die städtebauliche Entwicklung von Cottbus? Wie viel DDR braucht unsere Stadt, damit ihr Charme nicht verloren geht?

Erinnerungen mitbringen und Geschichten von Cottbus erzählen

Und was denken Sie? Die Menschen, die in Cottbus leben. Solche, die zugezogen sind, die Rückkehrer, die Hiergebliebenen. Nutzen Sie die Talkrunde und erzählen Sie Ihre Geschichte. Haben Sie Fotos oder Gegenstände aus alten Zeiten? Bringen Sie Ihre Erinnerungen einfach mit in die Theaterscheune.

Schon während der Talkrunde mit Doreen Mohaupt und Martin Maleschka ist das Publikum gefragt. Spätestens nach dem Bühnentalk geht der Austausch an den Tischen in der Theaterscheune weiter. Wie immer gibt es ein Freigetränk und Zeit, um den Abend in geselliger Runde ausklingen zu lassen. Geschenke werden übrigens diesmal auch verteilt. Jeder bekommt eine kleine Überraschung, weil die „Lausitzer Rundschau“ gerade ihren 80. Geburtstag gefeiert hat.

Das Talkformat „Boll & Klatt“

Die Talkshow „Boll & Klatt“ ist eine Veranstaltung von „Lausitzer Rundschau“ und dem Staatstheater Cottbus. Es moderieren Angela Boll und Thomas Klatt. Sie leitet bei der Lausitzer Rundschau die Regionalredaktion Cottbus und Spree-Neiße. Er war lange LR‑Redakteur und widmet sich mittlerweile als freier Journalist überwiegend Kulturthemen.

Die nächsten geplanten Termine für „Boll & Klatt“: 12. Januar, 2. März, 27. April und 11. Mai. Die kommenden Themen und Talk-Gäste werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

Karten kosten 8 Euro, ein Freigetränk ist inklusive.

Tickets gibt's über das Staatstheater. Der Besucher-Service ist unter 0355/7824 242 erreichbar. Online sind Ticketreservierungen über den Webshop www.staatstheater-cottbus.de möglich. (bo)