Im September beginnt in Brandenburg und Sachsen offiziell das neue Ausbildungsjahr. Damit für Schulabgänger der Start ins Berufsleben reibungslos klappt, müssen sie aber jetzt aktiv werden. Wer in diesen Tagen in der Lausitz auf die Suche nach einer freien Lehrstelle geht, die gut zu ihm oder ihr passt, der hat beste Chancen.

Wo die meisten Arbeitskräfte fehlen

Gesucht werden Azubis in allen Bereichen. Allerdings gibt es einige Branchen und Berufe, in denen Auszubildende besonders dringend gesucht werden. So werden – nicht nur wegen der Corona-Pandemie – zum Beispiel viele Azubis für eine Pflegeausbildung gebraucht. Aber auch in vielen anderen Branchen sind Unternehmen noch heftig auf der Suche nach Azubis. Vor allem in der Gastronomie, im Handwerk sowie im Einzelhandel ist die Auswahl immens.
Durch Corona hat sich der Bewerbungsprozess bei vielen Unternehmen inzwischen digitalisiert. Viele Firmen bieten nämlich mittlerweile auch Telefon- oder Videointerviews an. Manchmal sind sogar Videobewerbungen möglich.

So findet man eine Lehrstelle im Lausitzer Handwerk

Die Handwerkskammern (HWK) in Brandenburg und Sachsen haben in ihren Online-Lehrstellenbörsen aktuell noch hunderte freie Ausbildungsplätze mit Lehrbeginn in diesem Sommer.
Im Kammerbezirk der Handwerkskammer Cottbus zwischen Spremberg und Königs Wusterhausen haben nach Angaben von HWK-Hauptgeschäftsführer Knut Deutscher inzwischen 100 künftige Schulabgänger einen Lehrvertrag in einem Handwerksbetrieb unterschrieben. „Noch aber sind bei uns aktuell 470 Ausbildungsplätze für das kommende Jahr unbesetzt“, sagt Deutscher. Das seien zehn Prozent mehr freie Stellen als im vergangenen Jahr um diese Zeit.
Im vorigen Jahr hatten die Handwerksbetriebe in Südbrandenburg insgesamt 670 Lehrverträge unterschrieben.
Die Karriere-Chancen im Lausitzer Handwerk bezeichnet Knut Deutscher als riesig. „Ich denke mal, dass in unserem Kammerbezirk jedes Jahr um die 1000 Handwerker – Meister und Gesellen – in Rente gehen. Für sie alle brauchen wir Nachwuchs“, sagt er.
Ähnlich ist die Situation im ostsächsischen Handwerk, wo die Betriebe der Handwerkskammer Dresden im Raum Görlitz und Bautzen noch hunderte freie Ausbildungsplätze anbieten.

Ausbildungsmesse im Internet

Die Kammern in Brandenburg gehen deshalb gerade in diesen Tagen mit einer virtuellen Ausbildungsmesse in die Offensive. Noch bis zum Sonnabend, 24. April, können dabei künftige Schulabgänger und ihre Eltern direkt mit den Handwerksbetrieben in Kontakt kommen und sich über aktuelle Angebote informieren. Bei der virtuellen Messe dabei sind diesmal mehr als 60 Ausbildungsbetriebe aus ganz Brandenburg.
Beraten wird dort übrigens auch, wer noch ein Jahr Schule vorsich hat, sich aber langfristig für ein Praktikum im Handwerk interessiert

Energieunternehmen bilden in der Lausitz gemeinsam aus

Derweil schmieden drei große Energieunternehmen eine neue Ausbildungsallianz ganz spezielle für die Lausitz.
Leag, e.dis und enviaM haben gerade eine Zusammenarbeit bei der industriellen Aus- und Weiterbildung in Südbrandenburg und Ostsachsen vereinbart. Ihr Hauptziel ist es, gemeinsam den Bedarf an Fachkräften zu sichern. Die drei Partner wollen nach eigenen Angaben damit ihren Beitrag leisten, um den Industrie- und Energiestandort Lausitz nicht nur zu erhalten, sondern für die Zukunft zu stärken. So wollen sie helfen, die Weichen zu stellen für eine zukunftsfähige Wirtschaftsstruktur in der Lausitz.

Cottbus/Grünheide

Erste gemeinsame Ausbildungsklasse ab September 2021

Bei der beruflichen Erstausbildung junger Menschen soll die vorhandene Infrastruktur künftig gemeinsam genutzt werden. e.dis verfügt in Brandenburg an der Havel; enviaM in Falkenberg/Elster und Leag in Jänschwalde und Schwarze Pumpe über eigene Ausbildungsstätten in Brandenburg, die für die anderen Unternehmen geöffnet werden.
Im ersten Schritt ist im Ausbildungsjahr 2021/2022 eine gemeinsame Ausbildungsklasse für angehende Mechatroniker am Ausbildungsstandort Jänschwalde der Leag vorgesehen.

Gemeinsame Personalplanung bei Lausitzer Energieunternehmen

Die Zusammenarbeit der Unternehmen soll in Zukunft noch weitreichender sein. Künftig wollen sie nämlich nicht nur auch Weiterbildung, Umschulung und Qualifizierung gemeinsam organisieren, sondern auch ihre Personalplanung miteinander abstimmen.
Dabei will das Dreier-Bündnis offen sein für weitere Partner. Firmen, die sich dem Aus- und Weiterbildungspakt für die Lausitz anschließen möchten, wurden bei der Vorstellung der Kooperation ausdrücklich eingeladen mitzumachen.
Viele weitere Informationen rund um die Themen Berufsausbildung und Studium in Brandenburg und Sachsen gibt es bei planbar-magazin.de

Ausbildung bei den Energie-Unternehmen

Leag, E.dis und enviaM beschäftigen aktuell zusammen etwa 13.000 Mitarbeiter und knapp 1.100 Auszubildende.

E.dis bietet drei Ausbildungsberufe und fünf duale Studiengänge. Bei enviaM sind es sieben Ausbildungsberufe und vier duale Studiengänge. Und die Leag hat acht Ausbildungsberufe und zwei duale Studiengänge in ihrem Portfolio.

In vielen Ausbildungsberufen und Studiengängen in Brandenburg sind noch Plätze frei. Jugendliche, die sich für eine berufliche Karriere in der regionalen Energiewirtschaft interessieren, können sich jederzeit bewerben.