Bahn in Cottbus
: Das ist der neue ICE 4 mit dem Namen Cottbus/Chóśebuz

Mit dem Duft von Gurkenwasser in der Nase und sichtlichem Stolz in den Gesichtern wird im Neuen Bahnwerk Cottbus der ICE 4 auf den Stadtnamen getauft.
Von
Kathleen Weser
Cottbus
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Bahnwerk DB Taufe ICE: Oberbürgermeister Tobias Schick, Dr. Daniela Gerd tom Markotten, DB-Vorständin für Digitalisierung und Technik, Auszubildende Angelina Tantow,   Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg (v.l.n.r.) enthüllen den Schriftzug mit dem Namen der Stadt Cottbus und taufen den ICE mit Gurkenwasser. 

22 Jahre war der ICE 2 „Cottbus / Chóśebuz“ mit dem Stadtwappen auf Deutschlands Schienen unterwegs. Jetzt übernimmt die nächste Generation: Im Werk der DB Fahrzeuginstandhaltung in Cottbus wurde am Freitag ein ICE 4 auf den Namen „Cottbus / Chóśebuz“ getauft.  Die Taufe fand im Anschluss an die Sitzung der Task Force Bahnstandort Cottbus statt, deren Ergebnisse ebenfalls verkündet wurden.

Der neue ICE 4 mit dem Namen Cottbus/Chóśebuz ist getauft. Oberbürgermeister Tobias Schick, Dr. Daniela Gerd tom Markotten, DB-Vorständin für Digitalisierung und Technik, die Auszubildende zur Lackiererin, Angelina Tantow, und Ministerpräsident Dietmar Woidke (v.l.n.r.), haben den Schriftzug enthüllt und das Schienenfahrzeug mit Gurkenwasser begossen.

MICHAEL HELBIG
  • Der neue ICE 4 Cottbus wurde mit Gurkenwasser getauft und ist nun auf deutschen Schienen unterwegs.
  • Der ICE 4 ist langsamer als der ICE 3, da hohe Geschwindigkeiten nur auf wenigen Strecken möglich sind.
  • Das neue ICE-Instandhaltungswerk in Cottbus spielt eine zentrale Rolle im Strukturwandel der Region.
  • Der ICE 4 Cottbus wird in Cottbus gewartet, wo auch das modernste Werk der DB für schwere Instandhaltung steht.
  • Persönliche Geschichten und Emotionen wurden bei der Taufe hervorgehoben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Sekttaufe war gestern. Mit einer gehörigen Portion Gurkenwasser wird am Freitag (6. Juni 2025) der neue ICE-Triebzug „Cottbus/Chóśebuz“ auf den Schienenweg in Deutschland geschickt. Nach 22 Jahren übernimmt die übernächste ICE-Generation den Stadtnamen. Der im Jahr 2002 auf Gleis 1 im Hauptbahnhof erstgetaufte Cottbus-Zug ist ein ICE 2 gewesen, der inzwischen altersbedingt ausgemustert worden ist.

Der Intercity-Express (ICE) 4 mit der Seriennummer 9009 ist der modernste Hochgeschwindigkeitszug der Deutschen Bahn. Das Schienenfahrzeug kann mit bis zu 265 Kilometern pro Stunde gefahren werden – und ist damit langsamer als das Vorgängermodell ICE 3. Warum?

Darum ist der ICE 4 „Cottbus“ langsamer als der ICE 3

Das Schienenfahrzeug ICE 3 von Siemens und Bombardier (seit 2021 Alstom-Gruppe) ist im Jahr 2000 in Betrieb gegangen und war seinerzeit eine Sensation im Bahnverkehr – mit dem Höchsttempo von mehr als 300 Kilometern pro Stunde. Doch diese regelmäßig abgerufene Spitzengeschwindigkeit ist im Gleisnetz der Deutschen Bahn nur auf wenigen Strecken möglich. Deutschlands schnellster Zug verkehrt auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Köln – Rhein/Main und Halle/Leipzig – Erfurt. Die letzte Generation des ICE 3 schafft 320 km/h und fährt auf den Langstrecken zwischen Dortmund und München, die 850 und 950 Kilometer lang sind.

Dem Hersteller der neuen ICE 4-Flotte ist dieses Tempo nicht mehr abgefordert worden. Die Züge schneller zu machen, ist hier zu Lande kein Thema. Denn die Entfernungen zwischen den Ballungszentren und Haltebahnhöfen sind für die technisch möglichen Geschwindigkeiten in der Regel zu gering.

Der ICE 4 aus den Werkstätten von Siemens Mobility und Alstom setzt trotzdem neue Maßstäbe: Er ist modular aufgebaut und kann in verschiedenen Längen, sieben- bis 13-teilig, zusammengestellt werden. Abgestimmt auf die jeweiligen Bedarfe der Strecke und der Anzahl der Fahrgäste. Der kleine ICE 4 hat mehr als 400 Sitzplätze, der größte mehr als 900. WLAN, Barrierefreiheit und Stellplätze für Fahrräder gehören zum Standardkomfort.

Der Cottbus-ICE ist zwölfteilig und damit 350 Meter lang. Das Stadtwappen und der Schriftzug „Cottbus/Chóśebuz“ sind nun links und rechts an beiden Spitzen des modernen Schienengefährtes zu lesen. Und das begrüßt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auch als Symbol der „Zugmaschine für den Lausitzer Strukturwandel“, dessen erstes großes Bauvorhaben das neue ICE-Instandhaltungswerk der Deutschen Bahn in Cottbus ist.

Hier hat der neue ICE 4 „Cottbus/Chóśebuz“ für die turnusgemäße schwere Instandhaltung, IS700 genannt, jetzt für rund drei Wochen in der Werkshalle gestanden. In dieser Zeit haben die Techniker und Technikerinnen die Drehgestelle an allen zwölf Wagen ausgetauscht, die Klimaanlagen gewartet, Türen und Schiebetritte überprüft und nachjustiert und weitere Arbeiten erledigt.

Bahnwerk DB Taufe ICE: 22 Jahre war der ICE 2 „Cottbus / Chóśebuz“ mit dem Stadtwappen auf Deutschlands Schienen unterwegs. Jetzt übernimmt die nächste Generation: Im Werk der DB Fahrzeuginstandhaltung in Cottbus wurde am Freitag ein ICE 4 auf den Namen „Cottbus / Chóśebuz“ getauft.  Die Taufe fand im Anschluss an die Sitzung der Task Force Bahnstandort Cottbus statt, deren Ergebnisse ebenfalls verkündet wurden.

Der ICE 4 Cottbus auf dem Wartungsgleis in der Halle 2 des neuen Bahnwerkes.

MICHAEL HELBIG

ICE 4 der Deutschen Bahn: Keiner kennt diesen Zug besser

Niemand kennt den ICE 4 besser als die Instandhalter in Cottbus. Die neueste Generation der Hochgeschwindigkeitszüge der Deutschen Bahn werden seit nunmehr anderthalb Jahren im modernsten Instandhaltungswerk des Konzerns im Herzen der Lausitz gewartet und flott gemacht. Ausschließlich. Dabei befindet sich die größte und modernste Werkstatt der DB für die schwere Instandhaltung aktuell erst im Baufinale.

Auch deshalb folgt dem kürzlich aus der Bahnflotte ausgemusterten ICE 2 mit dem Namen Cottbus/Chóśebuz unverzüglich ein neuer ICE 4. „Dass nun ein Zug dieser neuen Generation Cottbus/Chóśebuz heißt, steht sinnbildlich für den erfolgreichen Strukturwandel in der Lausitz“, sagt Daniela Gerd tom Markotten, Vorständin für Digitalisierung und Technik der Deutschen Bahn, Da alle 137 ICE 4 der DB-Flotte für die schwere Instandhaltung in die Lausitz kommen, schlage hier das Herz des ICE 4. Deshalb trage jetzt ein Zug dieser Baureihe „den Namen unseres Werksstandorts ins Land hinaus“.

Oberbürgermeister Tobias Schick sagt: „Wann, wenn nicht jetzt. Wo, wenn nicht hier. Wer, wenn nicht wir. So heißt es in einem Liebeslied, und diese Zugtaufe ist eine Liebeserklärung an den traditionsreichen Bahnstandort hier in Cottbus/Chóśebuz.“ Das mache die Lausitzer stolz und lasse sie weiter davon träumen, „dass die ICE-Flotte künftig nicht ausschließlich zur Instandsetzung nach Cottbus/Chóśebuz kommt“. Und dieser Traum vom ICE-Halt Cottbus wird jetzt mit Gurkenwasserduft in den Nasen weiter verfolgt.