Ausflug bei Cottbus: Eis und Störche in Dissen – der Geheimtipp im Spreewald

Das Eis im Café Liska in Dissen wird vom Schauwerk in Altdöbern geliefert und stammt aus eigener Produktion. Wieso sich ein Besuch im Spreewalddorf Dissen lohnt.
Silke Halpick- Dissen im Spreewald bietet Storchentouren, ein Freilichtmuseum und ein Heimatmuseum.
- Storchendorf mit 14 Horsten, 32 Jungtieren und dem bekannten „Schmiedestorch“.
- Eis und Torten aus eigener Produktion im Café Liska – 50 Sorten im Wechsel verfügbar.
- Eintritt ins Museum ab 3 Euro, geführte Touren und Butter-Workshops möglich.
- Renaturierte Spreeaue lädt zu Naturerlebnissen wie Radfahren und Wandern ein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das beschauliche Dorf Dissen (Spree-Neiße) – nur knapp drei Kilometer von der Cottbuser Stadtgrenze im Norden entfernt – gilt als Tor zum Spreewald und ist noch immer ein echter Geheimtipp für Familien. Nirgendwo sonst lassen sich Störche so gut beobachten wie hier. Das Freilichtmuseum „Stary lud“ (altes Volk) ermöglicht eine spannende Zeitreise zu den slawischen Stämmen im 9. Jahrhundert und im Eiscafé Liska gibt es lecker Eis und Torten aus eigener Produktion.
„Wurden Sie auch vom Schmiedestorch begrüßt?“, fragt Albrecht Hanke. Er ist Storchenführer in Dissen. Jeden Donnerstag gibt es ab 11 Uhr die „Fünf-auf-einen-Streich“-Tour, bei der neben den Störchen auch dem Heimatmuseum, „Stary lud“, dem Garten der Sinne und der Dorfkirche ein Besuch abgestattet wird. Alle diese Komponenten lassen sich auch einzeln buchen und auf eigene Faust erkunden. Nur montags ist Ruhetag im Museum.
Dissen bei Cottbus: Bekannter Storch begrüßt Touristen
Der Dissener Schmiedestorch ist bekannt-berüchtigt, Autofahrer zu erschrecken. Im Sturzflug verlässt er sein Nest und lässt sich über die Straße zu den Feldern vor dem Dorf treiben, wo er reichlich Nahrung findet. Sogar ein Verkehrsschild warnt vor den Kamikaze-Störchen. Doch was die Autofahrer verrückt finden, hat einen guten Grund: Die Störche nutzen die thermischen Gegebenheiten, um kraftsparend fliegen zu können.
14 besetzte Storchen-Horste gibt es aktuell in Dissen, das sich damit völlig zu Recht Storchendorf nennt. 32 Jungtiere und 28 erwachsene Störche hat das Dorf in diesem Sommer zu bieten – und jede Menge Geschichten. „Kennen Sie Storch Klaus?“, fragt Albrecht Hanke. Im Vorjahr ist dieser von seinen Eltern aus dem Nest geworfen – und von Dissener Einwohnern mit Fisch, viel Liebe und als Handaufzucht groß gezogen worden. Nun wartet das ganze Dorf sehnlichst auf seine Rückkehr.
Storchentouren in Dissen zeitlich begrenzt verfügbar
„Jungstörche kommen aber erst in zwei, drei Jahren zurück, wenn sie paarungsbereit sind“, erklärt Albrecht Hanke. Er geht mit seinen Gästen bei der Tour die wichtigsten Storchen-Horste ab. Eine Übersichtskarte zu den Standorten hängt vor der Tourist-Information. Es gibt derzeit viel zu sehen: Störche beim Anflug auf den Horst, Jungtiere, die von Milanen umkreist werden, oder Storchengeklapper, mit dem aufdringliche Artgenossen vertrieben werden.
„Geführte Storchentouren gibt es nur bis Ende Juli“, sagt Albrecht Hanke. Danach seien die Vögel zwar noch im Ort, Abflug nach Afrika ist erst im August. Die Jungtiere starten zwei Wochen früher als die Eltern. Doch zuvor müssen sie fliegen lernen – außerhalb des Horstes. Dann bekommt man sie tagsüber nur noch selten zu Gesicht.
Als Ersatz können die Gäste ab Ende Juli im Heimatmuseum in Dissen bei Museumchefin Babette Zenker buttern lernen. „Wir zeigen, wie Butter hergestellt wird und verkosten die selbstgemachte Butter auf frischem Brot mit Marmelade“, erzählt sie. Im Heimatmuseum erleben die Besucher, wie Niederlausitzer Sorben/Wenden leben. Von Tracht bis Ostereier – alles ist dabei. Babette Zenker erzählt Geschichten vom Schlangenkönig oder von der Mittagsfrau. Besonders beliebt ist die in Corona-Zeiten entwickelte Selbstentdecker-Tour für Familien.
Gleich hinter dem Heimatmuseum beginnt das Reich des alten Volkes (Stary lud). Fünf Hütten aus Holz, Lehm und Stroh stehen hier, so wie sie vermutlich vor mehr als 1000 Jahren ausgesehen haben. „Das ist ein Nachbau eines idealtypischen Siedlungsausschnitts“, sagt Erik Panknin. Bei der Renaturierung der Spreeaue sind zwischen Striesow und Fehrow Überreste einer slawischen Siedlung gefunden worden. „Viele Besucher sind erstaunt, dass die Slawen damals schon Metall verarbeitet haben“, erzählt er.
Kirche, Tiere, Spreeaue – das hat Dissen zu bieten
Die reizvolle Fachwerkkirche gleich neben dem Heimatmuseum stammt aus dem Jahr 1772. Die Decke ist mit Hunderten verschiedener Pflanzen, aber auch Tieren, kirchlichen und weltlichen Symbolen verziert. „Wir lassen die Kinder bei der Führung auf die Empore und alle Tiere zählen“, sagt Babette Zenker. In der Zwischenzeit erfahren die Eltern, warum der Davidstern im Turm im Jahr 1937 eingebaut und auch in der Nazizeit nicht zerstört wurde.
Wer nach so vielen Informationen eine Pause braucht, kann diese am besten im Garten der Sinne genießen. Auf dem mit vielen Blühinseln gestalteten Areal gibt es Sitzbänke. Alpakas und Damwild in benachbarten Gehegen können beobachtet werden. Nur knapp zwei Kilometer entfernt ist die renaturierte Spreeaue.
33 Millionen Euro sind in das in Brandenburg einmalige Projekt geflossen. Der durch Menschenhand begradigte Flusslauf wurde in seine ursprüngliche Auenlandschaft zurückverwandelt. Für Kinder gibt es einen Naturspielplatz, den Weidentunnel und Teufelsberg. Entlang des Flusslaufes kann Rad gefahren, geskatet oder gewandert werden.
Eis und Torten aus eigener Produktion in Dissen
Zurück in Dissen sollten Familien unbedingt noch dem Eiscafé Liska einen Besuch abstatten. „Für Dissener ist Eisessen einmal pro Woche Pflicht“, sagt Fred Kaiser schmunzelnd. Der ehemalige Bürgermeister hat viele Jahrzehnte die Entwicklung des Dorfes geprägt – und viele Auszeichnungen eingeheimst. Dissen gehört zu den schönsten Dörfern im Spreewald.
Doch nun zum Eis: Die Auswahl ist groß. 50 verschiedene Sorten werden vom Schauwerk Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz) produziert und in wechselnder Auswahl an das Eiscafé Liska in Dissen geliefert. Die Kugel kostet 1,80 Euro. Im Angebot sind auch Torten oder Deftiges wie Soljanka und Fischbrötchen. Die Schauwerk-Inhaberin Marie Läser stammt aus einer alteingesessenen Konditoren-Familie und betreibt seit 2020 ihr eigenes Café mit Manufaktur am Altdöberner Markt.
Das kostet ein Tag im Spreewalddorf Dissen
- Der Eintritt ins Heimat- und Freiluftmuseum kostet 5,50 Euro pro Person, Kinder ab vier Jahren zahlen drei Euro. Für die Storchenführung muss nochmal ein Euro pro Person extra draufgelegt werden. Bei der Butter-Herstellung sind es 2,50 Euro pro Person. Für eine vierköpfige Familie sind das insgesamt also 21 Euro beziehungsweise 27 Euro.
- Für die Verpflegung im Café Liska kommen nochmals für acht Kugeln Eis 14,40 Euro hinzu. Wer Deftig essen will, muss für die Soljanka 5,90 Euro, für das Fischbrötchen 3,80 Euro einplanen. Cola, Fanta, Sprit kosten 2,80 Euro.
Insgesamt muss die Beispielfamilie für ihren Ausflug ins Spreewalddorf Dissen mit Kosten zwischen 35 Euro und 72 Euro rechnen.

















