Angriff in Cottbus: Scheibe von Grünen-Büro zerstört, Staatsschutz ermittelt

Die Polizei ermittelt nach der Zerstörung der Scheibe der Geschäftsstelle der Grünen in Cottbus. Am Vortag gab es bereits mutmaßliche Anschläge auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ und den Club „Chekov“.
Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa- Zerstörte Scheibe am Grünen-Büro in Cottbus: Polizei ermittelt, Staatsschutz ist beteiligt.
- Unklar, ob Zusammenhang mit Angriffen auf „Zelle 79“ und den Club „Chekov“ besteht.
- In der Nacht zum Freitag, 3. Juni 2026, wurde eine große Fensterscheibe beschädigt.
- In der Nacht zum Donnerstag, 2. Juni 2026, trafen Molotow-Cocktails „Zelle 79“ – Verdacht auf versuchten Mord.
- Polizei vermutet rechtsextremes Spektrum, zwei schwarz gekleidete Jugendliche gefilmt, Beweise werden ausgewertet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Einen Tag nach einem mutmaßlichen Anschlag auf ein Wohnprojekt in Cottbus haben die Grünen eine zerstörte Scheibe in ihrer Geschäftsstelle in der Stadt entdeckt. Außerdem wurde nach ihren Angaben eine Regenbogenflagge gestohlen. Ob ein Zusammenhang zu den vorherigen Angriffen besteht, ist unklar.
Unbekannte hätten auf bisher ungeklärte Weise in der Nacht zum Freitag, 3. Juni 2026, eine Scheibe der Kreisgeschäftsstelle auf einer Fläche von zweimal einem Meter zerstört, sagte eine Polizeisprecherin. „Der Staatsschutz ist an den Ermittlungen beteiligt.“ Der Staatsschutz prüft grundsätzlich, ob ein politisch motivierter Hintergrund bei einer Tat vorliegt.
Die Grünen vermuten einen politischen Hintergrund. „Wir gehen ganz stark davon aus“, sagte der Sprecher des Landesverbands, Mike Kess. Der Cottbuser Grünen-Chef Daniel Scholz sagte: „Es ist feige, einen politischen Treffpunkt im Schutz der Nacht anzugreifen.“
Grüne Cottbus: „Lassen uns nicht einschüchtern“
Der Grüne Laden bleibe offen. „Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden weiter für Demokratie, Vielfalt und eine solidarische Stadtgesellschaft arbeiten.“
Die Brandenburger Grünen-Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke sieht einen Rückschlag für den Strukturwandel: „Rechte Gewalt und Einschüchterung beschädigen das Ansehen der Stadt weit über Cottbus hinaus.“
Mutmaßlicher Brandanschlag auf Wohnprojekt in Cottbus
In der Nacht zum Donnerstag, 2. Juni 2026, waren Molotow-Cocktails auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus geworfen worden. Staatsschutz und Mordkommission ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Mordes.
Tatverdächtig dafür sind laut Polizei zwei schwarz gekleidete Männer zwischen 15 und 20 Jahren. Eine Bewohnerin hatte sie gefilmt. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter aus dem rechtsextremistischen Spektrum stammen.
Derzeit werden nach Angaben der Polizei Zeugen befragt und ein Video wird ausgewertet. Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit waren sichergestellt worden. Die Ermittler prüfen auch eine Brandstiftung in der Nähe des Hauses am alternativen Club „Chekov“, wo eine Zaunlatte brannte. Dort wurden laut Polizei mehrere Sprayflaschen gefunden. Derzeit laufen Aktionswochen zum Christopher Street Day (CSD) in Cottbus, der am 11. Juli stattfindet.
