ASP in Cottbus
: Erster Schweinepest-Fund im Stadtgebiet – infiziertes Wildschwein bei Gallinchen entdeckt

Das erste mit dem Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infizierte Wildschwein ist bei Gallinchen auf Cottbuser Stadtgebiet entdeckt worden. Ist das Ausbreiten der Seuche in den Spreewald noch zu stoppen?
Von
Marcel Laggai
Cottbus/Forst
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Erstmals ist ein mit der Afrikanischen Schweinepest infiziertes Schwarzwild im Cottbuser Stadtgebiet gefunden worden. Die Maßnahmen werden verschärft, da eine weitere Ausbreitung – gen Norden – verhindert werden soll. (Symbolfoto)

Patrick Pleul / dpa

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich weiter aus. Das Veterinäramt Spree-Neiße bestätigt jetzt den ersten Fall von infiziertem Schwarzwild auf dem Stadtgebiet von Cottbus. Der Fundort des Tieres liege südlich von Gallinchen.

Damit ist eingetreten, was der Landkreis als federführende Behörde auch für die Stadt Cottbus unbedingt zu verhindern versucht hat: Infizierte Wildschweine können über Cottbus auf den Spreewald vorrücken. Mit Schutzzäunen soll das gestoppt werden. Denn in der Fließelandschaft, die schwer zu bejagen und mit Barriere auch nicht wirksam abzuschirmen ist, gilt der Kampf gegen die Schweinepest den Experten zufolge als verloren.

Der aktuelle Fundort befindet sich „südlich der A15 innerhalb des bereits bestehenden Kerngebietes 6“, teilt die Veterinärbehörde mit. Obwohl sich dadurch den Angaben nach keine neue Seuchenlage ergibt, ist das Veterinäramt des Landkreises Spree-Neiße/Stadt Cottbus alarmiert. Um das Ausmaß des örtlichen Seuchengeschehens zu genau zu ermitteln, wurde „sofort eine flächenhafte und intensive Fallwildsuche unter Einsatz von Suchhunden eingeleitet“.

Vor drastischer Ausdehnung des Seuchengeschehens gewarnt

Bereits in der vergangenen Woche hat Spree-Neiße-Dezernent Olaf Lalk von einer drastischen Ausdehnung des Seuchengeschehens in Richtung Cottbus gesprochen. Denn zu einem regelrechten Hotspot der ASP hat sich das Areal rund um die Spremberger Talsperre entwickelt, wo mittlerweile täglich bis zu 15 infizierte Kadaver gefunden werden.

Auch die Leiterin des ASP-Krisenstabes, Verbraucherschutzstaatssekretärin Dr. Antje Töpfer, zeigt sich zusehends besorgt über die Ausbreitung der Tierseuche: „Seit Wochen erleben wir ein intensives Seuchengeschehen im Landkreis Spree-Neiße, der gleichzeitig gegen einen Seuchendruck aus dem Süden und aus dem Osten ankämpfen muss.“ Eine weitere Ausbreitung Richtung Norden müsse demnach unbedingt verhindert werden, so Antje Töpfer weiter.

Weite Zäune und Bejagung soll ASP-Ausbreitung unterbinden

Nicht nur die Errichtung von Zäunen soll dazu beitragen, sondern ebenso die vollständige Entnahme des Schwarzwildes aus der gebildeten Weißen Zone. „Dafür sind wir auf die Mithilfe der Jäger angewiesen. Das Land zahlt für jedes erlegte Wildschwein innerhalb ausgewiesener ASP-Restriktionsgebiete eine Aufwandsentschädigung von 150 Euro.“

Aufgrund des jüngsten Fundes hat das zuständige Veterinäramt für den Landkreis Spree-Neiße und die Stadt Cottbus eine neue Tierseuchenallgemeinverfügung erlassen – gültig ab dem 23. Februar 2023. Demnach gelten die Stadt Cottbus, die Gemeinden Kolkwitz und Teichland als Teil der Sperrzone II. „Zudem wird der sogenannte Schutzkorridor südlich der Bundesautobahn 15 auf in der Verfügung ausgewiesene Gemarkungen der Stadt Forst (Lausitz) und der Gemeinde Neiße-Malxetal ausgeweitet.“