150. Todestag
: Wer war Fürst Pückler?

Vor 150 Jahren ist Fürst Hermann von Pückler-Muskau gestorben. Was muss man über das Leben des bekannten Adligen aus Bad Muskau und Branitz wissen?
Von
Bodo Baumert
Cottbus
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  • Fürst Hermann von Pückler-Muskau

    Fürst Hermann von Pückler-Muskau

    Patrick Pleul/dpa, SFPM/Weidner, Montage: Janetzko/lr
  • Große Ehrung für den Gartenfürsten. Dreizehn Kränze haben die Branitzer Stiftungsgärtner zum 150. Todestag des Schöpfers des Branitzer Parks, Fürst Hermann von Pückler-Muskau, an der Ägyptischen Treppe vor der Seepyramide, dem Tumulus, niedergelegt.

    Große Ehrung für den Gartenfürsten. Dreizehn Kränze haben die Branitzer Stiftungsgärtner zum 150. Todestag des Schöpfers des Branitzer Parks, Fürst Hermann von Pückler-Muskau, an der Ägyptischen Treppe vor der Seepyramide, dem Tumulus, niedergelegt.

    Michael Helbig
  • Große Ehrung für den Gartenfürsten. Dreizehn Kränze haben die Branitzer Stiftungsgärtner zum 150. Todestag des Schöpfers des Branitzer Parks, Fürst Hermann von Pückler-Muskau, an der Ägyptischen Treppe vor der Seepyramide, dem Tumulus, niedergelegt.

    Große Ehrung für den Gartenfürsten. Dreizehn Kränze haben die Branitzer Stiftungsgärtner zum 150. Todestag des Schöpfers des Branitzer Parks, Fürst Hermann von Pückler-Muskau, an der Ägyptischen Treppe vor der Seepyramide, dem Tumulus, niedergelegt.

    Michael Helbig
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Wer war Fürst Pückler?

Hermann Ludwig Heinrich Graf von Pückler-Muskau (1785 - 1871) ist ein deutscher Adliger, der vor allem mit seinen Gärten und Publikationen berühmt geworden ist. Geboren im Schloss Muskau war er einer der größten Standesherren seiner Zeit. 1822 wurde er zum Fürsten erhoben. Sein Vermögen investierte er in die Gestaltung seiner Parkanlage in Bad Muskau, die heute zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.

Als Pückler aus finanziellen Gründen Muskau verkaufen musste begann er in Branitz neu und schuf dort eine weitere einzigartige Parkanlage. Prägendes Element sind die beiden Pyramiden. In einer ließ sich Pückler 1871 bestatten.

Welche Parklanlagen hat Pückler geschaffen?

Neben den beiden auf seinem Grund erbauten Gartenanlagen von Muskau und Branitz hat Fürst Pückler auch als Berater und Gestalter für anderen Wirkung entfalten. In Babelsberg gestaltete er den Park im Auftrag des späteren Kaiserpaares. In Neuhardenberg war er für Schwiegervater Fürst von Hardenberg tätig. Aber auch in den Anlagen von Altenstein und Sagan und selbst in Paris war der Rat und Gestaltungswille Pücklers gefragt.

Pückler galt als Genie in der Landschaftsgestaltung. Er hat die Erkenntnisse der Englischen Gartenarchitektur aufgenommen und mit seinen „Andeutungen über Landschaftgärtnerei“ nachfolgende Generatione stark beeinflusst.

Eine 360-Grad-Panoramatour führt durch den Branitzer Park.

Hier lesen Sie mehr zu Pücklers Parkanlagen und seinem Gartenbau-Erbe.

Welche Bücher schrieb Fürst Pückler?

Pückler hat bereits zu Lebzeiten Ruhm als Reise-Autor, Briefschrieber und Schriftsteller erworben. Sein erstes Werk, die „Briefe eines Verstorbenen“, bestanden aus Briefen, die er seiner Frau Lucie von Hardenberg (1776–1854), aus England schrieb. Sie wurden zum Bestseller. Pückler, der sich in England auf Brautschau befand, berichtete ironisch und scharfzüngig über das Leben in Adelskreisen.

In seinen „Andeutungen über Landschaftgärtnerei“ hinterließ Pückler sein gärtnerisches Erbe.

Von seinen Reisen, vor allem jeden in de Orient, berichtete Pückler in Büchern wie „Aus Mehemed Alis Reich“. Zudem wurden zahlreiche seiner späteren Briefwechsel veröffentlicht.

Eine virtuelle 360-Grad-Panoramatour durchs Schloss Branitz führt auch in Pücklers Bibliothek.

Hat Fürst Pückler das Fürst-Pückler-Eis erfunden?

Nein. Das war sein Speisenmeister hieß Louis Ferdinand Jungius. Das Fürst-Pückler-Eis taucht erstmals Ende der 1830er-Jahre auf – in einem Kochbuch, das Jungius verfasst hatte. Da sah es allerdings noch ganz anders aus, als die Eiswaffel mit den drei verschiedenen Eissorten darin.

Hier lesen Sie mehr zu Pückler und seinem Eis.

Warum hat Fürst Pückler den Orient bereist?

Zwischen 1834 und 1840 begab sich Fürst Pückler auf eine Reise durch den Orient, machte sich dort unter anderem auf die Suche nach den Quellen des Nils. „Es gab verschiedene historische Ereignisse und Geschichten von außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die sein Interesse geweckt hatten. So wollte er Mehemed Ali, den Vizekönig der Hohen Pforte, in Ägypten treffen“, erläutert die Ethnologin Kerstin Volker-Saad Pücklers Intention. Von seiner Reise brachte Pückler unter anderem das Sklavenmädchen Machbuba mit.

Hier lesen Sie mehr zu Pücklers Orientreise und der Ausstellung darüber in Bad Muskau.

Wer war Machbuba und hatte Fürst Pückler was mit ihr?

Machbuba (etwa 1825 - 1840) war ein Sklavenmädchen, das Fürst Pückler auf seiner Reise durch den Orient kaufte. Sie wurde zu seiner Reisebegleiterin und kehrte mit ihm nach Europa zurück. In Muskau erkrankte sie allerdings schwer und verstarb bald darauf.

Viele Geschichten ranken sich um die amourösen Abenteuer, die Pückler mit ihr gehabt haben soll. Die moderne Forschung hegt allerdings Zweifel daran. „Ich gehe davon aus, dass ihre Beziehung platonisch war“, sagt die Ethnologin Kerstin Volker-Saad.

Hier lesen Sie mehr zu Machbuba und Fürst Pückler.

Wie wird Fürst Pückler heute wahrgenommen?

Fürst Pückler ist bis heute eine schillernde Persönlichkeit. Sein gartenbauliches Erbe ist ebenso erhalten geblieben wie die zahlreichen Anekdoten, die sich um sein glamouröses Leben ranken. s setzt aber ein Wandel in der Betrachtung des Fürsten ein. „Unser Pückler-Bild ist in den letzten Jahren facettenreicher und tiefenschärfer geworden. Wir verfügen dank Quellenforschung über immer mehr Detailwissen und können die Einzelheiten aus einer internationalen und -disziplinären Perspektive präziser in ihre Zusammenhänge einordnen“, sagt der Pücklerforscher Ulf Jacob.

Hier lesen Sie mehr zu Pücker und seiner gewandelten Wahrnehmung sowie zu seiner Bedeutung für die Lausitz.