Der Winter hat die Lausitz fest im Griff. Der FC Energie Cottbus geht deshalb vorzeitig in die Winterpause. Das eigentlich für Sonntag geplante Heimspiel gegen Chemie Leipzig in der Fußball-Regionalliga Nordost wurde am Mittwoch wie erwartet abgesagt – wie andere Partien auch.
Der Rasen im Stadion der Freundschaft ist derzeit mit einer mehr als zehn Zentimeter betragenden Schneedecke überzogen, teilte der Verein nach einer Platzbegehung am Mittwoch mit. Zudem bringe die Wetterprognose anhaltende Minusgrade mit sich. „Mit diesem Wissen ist eine Austragung des Meisterschaftsspiels gegen Chemie Leipzig am kommenden Sonntag als nicht durchführbar anzusehen, sodass die Spielpaarung durch den Verband abgesetzt wurde“, heißt es in der FCE-Mitteilung. „Ein möglicher Ersatztermin im neuen Jahr steht bislang noch nicht fest.“
In der Tat sind die Minusgrade für ein reguläres Fußballspiel noch gefährlicher als Schnee. Sie sollen in den kommenden Tagen teilweise bis in den zweistelligen Bereich gehen. Der Dauerfrost sorgt dafür, dass der Rasen knochenhart und damit zu einer Gesundheitsgefährdung für die Spieler werden kann. Und – eine Änderung ist bis Sonntag in der Lausitz nicht in Sicht. Erst zum Wochenanfang sagen die Meteorologen einen Schwenk in den Plusbereich voraus.

Energie Cottbus gegen Chemie Leipzig

Für das letzte Heimspiel des Jahres von Energie Cottbus gegen Chemie Leipzig kommt dieser Temperatur-Umschwung allerdings zu spät. Für das kommende Wochenende hat der Verband außerdem diese Partien abgesagt: Rot-Weiß Erfurt gegen VSG Altglienicke, Hertha BSC gegen Carl-Zeiss Jena, Greifswalder FC gegen ZFC Meuselwitz, Lok Leipzig gegen SV Babelsberg und Viktoria Berlin gegen Chemnitzer FC. Das für Mittwoch geplante Nachholspiel zwischen Lok Leipzig und dem Chemnitzer FC wurde ebenfalls wieder abgesagt.
Laut NOFV-Spielleiter Wilfried Riemer haben zumindest zwei Vereine signalisiert, „dass sie eventuell ihre Heimspiele austragen können“. Aber auch hier steht ein dickes, wetterbedingtes Fragezeichen hinter der Austragung der Spiele. Von einer generellen Absage des letzten Spieltages in der Regionalliga Nordost vor der Winterpause hält Riemer aber nichts. Für eine solche Komplett-Absage hatte sich Claus-Dieter Wollitz als Trainer von Energie Cottbus gegenüber dem rbb ausgesprochen. „Jeder kann seine Wünsche äußern“, betont der NOFV-Spielleiter. „Aber wo gespielt werden kann, da soll natürlich auch gespielt werden.“ Ob dies möglich ist, ist im Moment jedoch sehr fraglich.
Bei Energie Cottbus war in dieser Woche auch kein geordneter Trainingsbetrieb unter freiem Himmel möglich. Trainer Claus-Dieter Wollitz musste deshalb improvisieren – in der Halle und beim Krafttraining.

Gute Nachricht für Energie Cottbus

Die Nutzung der Rasenheizung hatte der Verein bereits im Oktober mit Verweis auf die hohen Kosten ausgeschlossen. Nach dem 1:0-Sieg beim SV Babelsberg am Samstag erklärte Wollitz: „Ich kann schon jetzt sagen, dass wir die Rasenheizung nicht anmachen werden. Wir können nicht jedes Jahr um Geld dafür betteln. Wir können es uns nicht leisten.“ Vor einem Jahr, im Dezember 2021, hatten Sponsoren das Topspiel gegen den BFC Dynamo gerettet.
Es gibt jedoch auch eine positive Nachricht für Energie Cottbus: Angesichts der ganzen Spielausfälle geht der FCE als Tabellenerster in die Winterpause. Cottbus führt die Tabelle mit 33 Punkten vor Erfurt (31) und Chemnitz (28) an.