Ausgerechnet jetzt. Felix Geisler verpasst das große Lausitzer Finale im Fußball-Landespokal zwischen dem VfB Krieschow und Energie Cottbus – zumindest als Spieler. Natürlich wird er am Samstag in Luckenwalde (Beginn um 14.15 Uhr) auf der Tribüne sitzen. Einen Einsatz auf dem Rasen lässt die Knieverletzung des 25 Jahre alten Offensivspielers aus Krieschow jedoch nicht zu.

Krieschow trifft auf Energie Cottbus

Auch das mit Spannung erwartete Duell gegen seinen vier Jahre jüngeren Bruder Niklas, der für Energie Cottbus in der Regionalliga Nordost spielt, fällt also aus. Beide Brüder wurden im Nachwuchs des FCE ausgebildet. Bis Juni 2021 stand Felix noch als Profi im Stadion der Freundschaft unter Vertrag, ehe er zum kleinen Ortsnachbarn nach Krieschow in die Oberliga Süd wechselte.
„Natürlich wäre das ein sehr, sehr reizvolles Spiel gegen Energie und auch gegen meinen Bruder geworden. Dieses Finale ist eine Riesensache für die Region. Aber es soll halt nicht sein“, erklärt er. Schmunzelnd ergänzt Geisler: „Vielleicht ist es ja auch für unsere Eltern besser so. Dann ist die Anspannung nicht ganz so groß.“ Denn ein Duell der Geisler-Brüder auf dem Rasen – das gab es in all den Jahren noch nie.

Geisler will Gesundheit nicht auf’s Spiel setzen

Dabei hatte Felix Geisler seit März eigentlich gehofft, dass er die Meniskus-Verletzung noch rechtzeitig bis zum Finale auskurieren kann. Am Ende war die Zeit jedoch zu knapp und Geisler hat diese Enttäuschung bereits verarbeitet. „Ich hätte es sicher auf Biegen und Brechen erzwingen können. Aber ich möchte meine Gesundheit nicht aufs Spiel setzen. Ich will schließlich noch einige Jahre in Krieschow spielen. Außerdem haben sich die Prioritäten in meinem Leben verändert“, sagt Felix Geisler.
Seit vergangenen Sommer absolviert der Ex-Profi bei der Stadtverwaltung in Cottbus eine dreijährige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten. Derzeit pendelt er zwischen Berufsschule und der Stadtverwaltung, wo er verschiedene Abteilungen durchläuft. „Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich. Ich bin aktuell sehr zufrieden mit dem, was ich mache“, berichtet Geisler.
Und der Profifußball? Hat er ein Comeback noch im Hinterkopf? „Nein, das Thema Profifußball habe ich abgehakt“, versichert Felix Geisler. „Auch angesichts meiner Verletzungs-Historie ist es einfach unrealistisch, das dafür nötige Fitnessniveau noch einmal zu erreichen.“

Ungewohnter Platz beim Pokalfinale

Dennoch hätte er am Samstag beim Lausitzer Finale in Luckenwalde den Zuschauerplatz auf der Tribüne liebend gern gegen einen Platz auf dem Spielberichtsbogen eingetauscht. Der VfB Krieschow gegen Energie Cottbus – dieses Endspiel elektrisiert die Fußballfans der Region.
Für Felix Geisler ist es das Duell seiner Vergangenheit im Profifußball gegen die Gegenwart im Amateursport. „Man muss realistisch sein – wenn es normal läuft, dann gewinnt Energie. Trotzdem rechnen wir uns natürlich auch eine kleine Siegchance aus. Da muss zwar vieles zusammenkommen. Aber ich hoffe trotzdem, dass es im Finale passiert“, erklärt Felix Geisler.

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