Energie Cottbus muss sich einen neuen Cheftrainer für den Kampf um den Aufstieg in der Fußball-Regionalliga Nordost suchen. Wie der FCE überraschend mitteilte, wird der noch bis Sommer 2020 laufende Vertrag mit Claus-Dieter Wollitz zum 31. Dezember im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst. Darauf haben sich beide Seiten laut einer Mitteilung des Vereins am Freitagmittag verständigt.

Sebastian König als Interimstrainer

Die Aufgaben des Cheftrainers übernimmt interimsmäßig Nachwuchsleiter Sebastian König. Energie Cottbus ist Tabellenführer in der Regionalliga Nordost.

Am Donnerstagabend hatte der Verein ebenfalls in einer Pressemitteilung noch verkündet, dass die Entscheidung über die Zukunft von Wollitz erst im neuen Jahr fallen werde. Unter der Überschrift „Präsidium gibt Ausblick“ hieß es: „Alles Weitere wird über den Jahreswechsel hinaus final besprochen und nach endgültiger Entscheidungsfindung auf einer Pressekonferenz in der zweiten Januar-Woche kommuniziert werden.“

Wollitz: „Vieles ist zu Bruch gegangen“

Der FC Energie hatte Wollitz am 29. Oktober einen neuen Zweijahres-Vertrag zu gleichbleibenden Konditionen als Cheftrainer und Sportdirektor vorgelegt. Diesen Vertrag hatte der Coach aber bislang nicht angenommen. Er machte seine Unterschrift von einem sportlichen Zukunftskonzept abhängig. Nach dem letzten Spiel vor der Winterpause gegen Hertha BSC hatte Wollitz zudem mangelndes Vertrauen von Teilen der Vereinsführung beklagt.

Er erklärte wörtlich: „Es sind seit März viele Sachen passiert, was meine Person betrifft. Ich kann nur gut arbeiten, wenn man mir vertraut. Dieses Gefühl hatte ich zuletzt nicht mehr. Die neu aufgebaute Mannschaft hat mich allerdings echt gestärkt. Auch die Arbeit mit dem Funktionärsteam hat mir viel Spaß gemacht. Alles andere sind Wunden, tiefe Wunden.“ Es sei „vieles zu Bruch gegangen“.

Holger Kelch: „Dem Verein fehlt nun das Gesicht.“

Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch bedauert die Vertragsauflösung zwischen dem FC Energie und Trainer Claus-Dieter Wollitz. „Pele war ein Arbeiter für Verein, Stadt und Region. Er hat die Profi-Mannschaft mehrfach aus dem Nichts heraus aufgebaut und nach oben geführt. Der FCE braucht solche Typen, die brennen und sich reiben. Dem Verein fehlt nun das Gesicht. Es sollte nur niemand versuchen, in diese Fußstapfen zu treten. ,Pele‘ kann man nicht kopieren. Da muss ein neuer Trainer einen eigenen Weg und eine eigene Handschrift finden.“

FCE-Medienkoordinator Stefan Scharfenberg teilt auf Nachfrage lediglich mit, dass es von Seiten der Vereinsverantwortlichen im Moment keine weiteren Äußerungen geben werde.

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