Regionalliga Nordost: Rückendeckung für Chemnitz-Trainer Christian Tiffert nach 2:7-Klatsche

Jobgarantie: Trotz der 2:7-Klatsche in Erfurt gibt es beim Chemnitzer FC keine Diskussion um Trainer Christian Tiffert. Der Coach fand allerdings harsche Worte für die Leistung seiner Spieler und sparte nicht mit Kritik.
Steffen BeyerDie frühe Führung nach drei Minuten, das 2:0 dann schon nach sechs Minuten – was für den Chemnitzer FC am Wochenende (8.12.) gegen Rot-Weiß Erfurt als perfektes Auswärtsspiel begann, endete nach 90 Minuten als fußballerischer Albtraum. Erfurt glich bis zur 29. Minute aus, Torjäger Michael Seaton traf dabei per Fallrückzieher.
So richtig drehten die Erfurter dannn in der zweiten Halbzeit auf. Fünf weitere Tore gelangen den Thüringern in den zweiten 45 Minuten, 7:2 stand es bei Abpfiff, es wären sogar noch mehr Tore möglich gewesen. „Was wir in Hälfte zwei gesehen haben, das war von einigen Spielern frech“, sagte Chemnitz-Trainer Christian Tiffert auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
CFC-Trainer Christian Tiffert findet harte Worte
Es waren ungewöhnlich harte Worte des Trainers, der sich normalerweise fast immer schützend vor sein Team stellt. „Sie haben unsere Innenverteidiger und unseren Torhüter hängenlassen“, bemängelte Tiffert. „Natürlich haben sie auch das Trainerteam hängenlassen, aber vor allem, was sie mit unseren mitgereisten Fans gemacht haben, ist nicht in Ordnung“, kritisierte der Coach weiter. Laut wurde 41-Jährige bei seiner Generalkritik nicht, die Enttäuschung war Tiffert in der Stimme aber deutlich anzuhören, während er äußerlich ruhig zum Rundumschlag ausholte.
„Wer sich seit Jahren in der Regionalliga Nordost bewegt und immer noch nicht weiß, was man da für einen Fußball spielt, der tut mir leid. Das hat mit Taktik überhaupt nichts zu tun, das ist nicht okay, was einige Spieler heute hier angeboten haben. Wir können uns bei den mitgereisten Fans nur entschuldigen für diese Niederlage, die durchaus noch höher hätte ausfallen können.“
Dass seine Mannschaft trotz bereits hohem Rückstand immer noch mehr Tore kassierte, stieß dem Trainer sauer auf. „Ich kann nicht ständig ins offene Messer laufen, wenn es 5:2 steht. Ich glaube nicht, dass ich das Spiel dann noch gewinne, da geht es um andere Themen. Wir haben eigentlich genug Spieler auf dem Platz gehabt, die das hätten regeln können.“
Der Verein nimmt die Mannschaft in die Pflicht
Er sei maßlos enttäuscht, sagte Tiffert und schloss seine Ausführungen mit dem bewusst gewählten provokativen Satz: „Am liebsten würde ich eine neue Elf aufstellen.“ Die Klatsche in Erfurt war bereits die dritte der laufenden Saison für den CFC. Schon beim 1:6 gegen Hansa Rostock II und dem 0:4 gegen den BFC hatte die Mannschaft schlecht ausgesehen. Mit 17 Punkten aus 16 Spielen stecken die finanziell angeschlagenen Sachsen mitten im Abstiegskampf.
Trotz der sportlichen prekären Lage meldete sich CFC-Geschäftsführer Uwe Hildebrand am Montag (11.12.) nach dem Erfurt-Spiel mit einer Jobgarantie für den Trainer zu Wort. „Wir stehen geschlossen hinter Christian Tiffert und seinem Trainerteam – das steht auch nicht zur Diskussion“, teilte Hildebrand in einem Statement auf den vereinseigenen Kanälen mit. Stattdessen nahm er die Spieler in die Pflicht: „Nach einer 2:0-Führung so auseinanderzubrechen, ist für mich nicht akzeptabel. Mit einer derartigen Einstellung in der zweiten Halbzeit kann man sich vor den eigenen Fans nicht verkaufen. Von den Spielern erwarten wir nach diesem Auftritt eine Reaktion.“


