Von Jan Lehmann
und Silke Nauschütz

Die Meldung, dass die Ordner von Fußball-Drittligist FC Energie Cottbus künftig vom Verfassungsschutz überprüft werden, stieß am Montag deutschlandweit auf Beachtung. Ein Sprecher des brandenburgischen Innenministeriums in Potsdam hatte das gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigt, nachdem zuvor die Zeitungen „Bild“/„B.Z.“ darüber berichtet hatten. „Wir haben dem Verein schon vor zwei Jahren angeboten, dass der Verfassungsschutz die Mitarbeiter in sicherheitsrelevanten Bereichen checkt“, wurde der Sprecher zitiert. Nun habe der FCE das Angebot angenommen, so der Sprecher.

Das ist richtig, allerdings nicht neu: Bereit Ende Februar hatte FCE-Verwaltungsratschef Mathias Auth nach einem gemeinsamen Gespräch mit der Stadtverwaltung Cottbus, dem brandenburgischen Innenministerium und dem Verfassungsschutz des Landes in Cottbus angekündigt, dass die Ordnungskräfte genauer überprüft werden sollen. Mit dem für den Verein tätigen Ostdeutschen Sicherheitsdienst (OSD) sollte demnach eine vertragliche Vereinbarung getroffen werden, die eine tiefere Zuverlässigkeitsprüfung aller Ordner unter Hinzuziehung des Verfassungsschutzes garantiere, hieß es damals.

Nun plant der Verein offenbar konkrete Schritte. FCE-Sprecher Stefan Scharfenberg-Hecht teilte auf RUNDSCHAU-Nachfrage mit: „Wir stehen grundsätzlich der Überprüfung des zu den Heimspielen unseres Vereins eingesetzten Ordnerpersonals aufgeschlossen gegenüber.“ Im Zuge dessen haben man den Verfassungsschutz um einen zeitnahen Termin gebeten. Dort soll es darum gehen, „die praktische und für alle Seiten rechtssichere Umsetzung der Weitergabe der Listen des Ordnungspersonals“ zu besprechen. Der Inlandsnachrichtendienst werde dann überprüfen, wer im System des Verfassungsschutzes schon erfasst sei, hieß es.

Die Stadt Cottbus begrüßte, dass Energie das Angebot des Verfassungsschutzes annimmt. Ob das helfe, werde sich zeigen, sagte ein Sprecher am Montag. Diese Entscheidung sei allein Sache des Vereins.