Heiko Weber ist tot
: Große Trauer um Ex-Trainer von Energie Cottbus

Heiko Weber ist mit 61 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. Nicht nur der FC Carl Zeiss Jena trauert. Weber bleibt mit einem historischen Moment im Stadion der Freundschaft verbunden.
Von
Jan Lehmann
Jena

Heiko Weber ist im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer schweren Krebserkrankung verstorben.

Steffen Beyer
  • Heiko Weber starb im Alter von 61 Jahren an einer Krebserkrankung.
  • Bekannt wurde er durch das letzte Tor der DDR-Oberliga am 25. Mai 1991 in Cottbus.
  • Er trainierte später Energie Cottbus, einmal auch interimsmäßig beim FC Bayern München.
  • Seine sportliche Heimat war Jena, wo er 2005 und 2006 Aufstiege als Trainer schaffte.
  • Fans und Vereine zeigten große Solidarität, der FC Carl Zeiss Jena trauert öffentlich.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Das letzte Tor gehörte Heiko Weber. Es fiel am 25. Mai 1991, in der 89. Minute, im Stadion der Freundschaft in Cottbus. Der Stürmer des FC Carl Zeiss Jena lief aus dem Mittelfeld in Richtung Tor und traf mit links zum 2:0 gegen Energie. Es war ein Treffer, der in der Lausitz nur bei den Gästen Jubel auslöste. Und doch wurde er auch in Cottbus unvergesslich: Mit diesem Tor endete die Geschichte der DDR-Oberliga. Eine Fußballwelt, in der Generationen aufgewachsen waren, verschwand. Heiko Weber hatte ihr den letzten Treffer geschenkt.

35 Jahre später ist die Erinnerung daran mit einer traurigen Nachricht verbunden. Heiko Weber ist am Montagmorgen, dem 26. Oktober 2026, im Alter von nur 61 Jahren gestorben. Der FC Carl Zeiss Jena bestätigte seinen Tod. Im Februar hatte Weber seine schwere Krebserkrankung öffentlich gemacht. Die Hoffnung war groß, die Anteilnahme überwältigend. Jetzt trauern nicht nur die Jenaer. Auch in Cottbus und weit darüber hinaus verliert der ostdeutsche Fußball einen seiner prägenden Menschen.

Für die Fans von Energie Cottbus hat sein Name auch eine besondere Bedeutung. Weber war zunächst der Mann, der im alten Stadion der Freundschaft den Schlusspunkt unter das Kapitel DDR-Oberliga setzte. Es standen sich zwei Vereine gegenüber, die nicht wussten, was die neue Fußballwelt für sie bereithalten würde. Jena durfte nach dem für das Torverhältnis so wichtigen späten Treffer in die 2. Bundesliga. Energie musste einen Neuanfang in der Regionalliga verkraften.

Heiko Weber als Trainer von Energie Cottbus

Jahre später kehrte er zurück, diesmal auf die andere Seite. 2007 übernahm Weber die zweite Mannschaft von Energie Cottbus. Nach der Entlassung von Petrik Sander sprang er sogar für ein Bundesligaspiel als Interimstrainer ein. Ausgerechnet beim FC Bayern München, in der ausverkauften Allianz-Arena. Es war denkwürdig, auch für Heiko Weber. Zur Halbzeit hielt Energie ein 0:0, am Ende stand ein 0:5. Miroslav Klose hatte dreimal getroffen.

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Seine wirkliche sportliche Heimat blieb Jena. Dort war „Benno“, wie ihn viele nannten, weit mehr als ein ehemaliger Stürmer. Am 26. Oktober 1988, auf den Tag genau 38 Jahre vor seinem Tod, hatte er gegen Sampdoria Genua das letzte Jenaer Heimtor im Europapokal erzielt. Als Trainer führte er Carl Zeiss 2005 und 2006 mit zwei Aufstiegen nacheinander aus der Viertklassigkeit zurück in die 2. Bundesliga.

Heiko Weber stand damit für etwas, das den Ostfußball bis heute ausmacht: Treue zu seinen Wurzeln, die Leidensfähigkeit und den Glauben daran, dass gute Geschichten auch jenseits der Metropolen geschrieben werden. Ob in Jena, Cottbus oder später bei Erzgebirge Aue und dem ZFC Meuselwitz – er kannte diesen Fußball, seine Menschen, ihre Sorgen und ihren Stolz. Für ehemalige Weggefährten und Begleiter blieb er nahbar. Als Journalist konnte man auch Jahre nach seiner Zeit in Cottbus bei ihm durchklingeln und bekam Weber mit seiner lockeren, unverstellten Art ans Telefon. „Wie kann ich helfen?“, so meldete er sich fröhlich.

 Als Interimstrainer trat Heiko Weber mit Energie Cottbus beim FC Bayern München an. Das Spiel ging letztlich 0:5 verloren, und dennoch bleibt es in Erinnerung.

Als Interimstrainer trat Heiko Weber mit Energie Cottbus beim FC Bayern München an. Das Spiel ging letztlich 0:5 verloren, und dennoch bleibt es in Erinnerung.

Kolb/Imago

Eine Welle der Solidarität für Heiko Weber

Als seine Krankheit bekannt wurde, zeigte sich, wie viele Spuren er hinterlassen hatte. Fans verschiedener Vereine schickten Genesungswünsche und spendeten für seine Behandlung. Auch Energie Cottbus unterstützte den Aufruf. Weber war von der Solidarität tief berührt. Er schrieb, dass er sonst immer derjenige gewesen sei, der anderen geholfen und sie motiviert habe. Nun musste er selbst Hilfe annehmen. Und er versprach zu kämpfen.

Seinen letzten Kampf hat er verloren, das ist die schmerzliche Wahrheit dieser traurigen Nachricht. Der FC Carl Zeiss Jena schreibt: „So sehr man auch mit dieser schlimmen, endgültigen Nachricht rechnen musste, so sehr trifft sie uns bis ins Mark. Mit Heiko Weber verliert unser FC Carl Zeiss Jena einen ganz besonderen Menschen, der unseren Verein in der Wende- und Nachwendezeit so sehr geprägt hat wie kaum ein Anderer.“

Zurück bleiben die Erinnerungen an Tore, Aufstiege und eine unverwechselbare Persönlichkeit. Und ein Bild, das gerade in Cottbus niemals verblassen wird: Heiko Weber, 25. Mai 1991, mit links.

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