Energie Cottbus spielt so wie früher vor großer Kulisse gegen Borussia Dortmund und von den Fans gibt es viel Applaus für Trainerlegende Eduard Geyer – in der Lausitz-Arena wurden am Freitagabend die Erinnerungen an die glorreichen Fußball-Zeiten in der Lausitz gefeiert.

Lausitz-Arena ist ausverkauft

Bei der 8. Auflage des Bretterknaller-Hallenturniers der Traditionsmannschaften gaben sich viele ehemalige Bundesliga-Stars ein Stelldichein auf dem Parkett. Der Sieg ging am Ende des unterhaltsamen Fußballabends an den 1. FC Magdeburg.
Das Bretterknaller-Hallenturnier erlebte am Freitagabend seine mittlerweile 8. Auflage. Nach drei Jahren Corona-Zwangspause durfte sich das Organisationsteam um den Cottbuser Gastronomen Ernst Schlodder wieder über eine volle Halle freuen. 2000 Zuschauer bejubelten viele Tore, kleine Kunststückchen und sogar die eine oder andere Grätsche auf dem Parkett. Zum ersten Mal war die Halle komplett ausverkauft. „Es ist einfach geil, dass die Halle nach der Corona-Pause nun wieder voll ist“, erklärte der neue Cottbuser Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD).
Den meisten Beifall bekamen natürlich die Lokalmatadore von Energie Cottbus. Rudi Vata war extra aus Schottland angereist. Die Hoffnungen in der Offensive ruhten vor allem auf Detlef Irrgang und Toralf Konetzke. Thomas Hoßmang organisierte gewohnt lautstark die Abwehr. Spieler wie Andrzej Kobylanski, René Rydlewicz, Mike Jesse und Matthias Zimmerling trugen ebenfalls das Trikot des ehemaligen Bundesligisten.
Außerdem hatte der FCE in seiner Traditionsmannschaft den einzigen, noch aktiven Spieler dabei: Torhüter André Thoms spielt mit 41 Jahren in der Regionalliga Nordost für den FSV Luckenwalde und bekam für seine Paraden immer wieder Szenenapplaus von den Rängen.
Trainerlegende Eduard Geyer saß gemeinsam mit Ehefrau Angelika auf der Tribüne und verfolgte gewohnt kritisch den Auftritt seiner ehemaligen Kicker. „So langsam müssen sie aber auch mal ein Spiel gewinnen“, kritisierte Geyer mit einem Lächeln im Gesicht zwischen diversen Erinnerungsfotos und Autogrammen für die Fans.
Auch wenn der eine oder andere große Name kurzfristig absagen musste – die Besetzung der insgesamt sechs Traditionsmannschaften ließ die Fans mit der Zunge schnalzen. Borussia Dortmund wurde von Thomas Helmer und Jörg Heinrich angeführt, Sparta Prag hatte Ex-Nationalspieler Milan Fukal (Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach) als namhaftesten Spieler in die Lausitz-Arena gebracht. Für die Bundesliga-Auswahl Ost liefen unter anderem Ronny Nikol, Daniel Ziebig, Ingo Hertzsch und Thomas Neubert auf.
Der BFC Dynamo hatte viele Fans mit in die Lausitz gebracht. Der Ex-Cottbuser Jens-Uwe Zöphel trug beim BFC die Kapitänsbinde – übrigens mit DDR-Emblem. Sie alle hatten bei allem Siegeswillen vor allem eines – Spaß. „Es ist schön, wieder mal mit den Jungs zu spielen. Wichtig ist, dass wir Freude am Fußball haben und sich niemand verletzt“, sagte Thomas Helmer.

Rudi Vata glänzt mit Fitness

Logisch – von ihrem einstigen Wettkampfgewicht sind die meisten ehemaligen Profikicker inzwischen ein Stück entfernt. Ausnahmen wie zum Beispiel Rudi Vata bestätigen die Regel. Der ehemalige Abwehrspieler des FCE schuftet immer noch mehrmals in der Woche für die Fitness. „Laufen, Krafttraining, Boxen – ich mache viele Dinge“, berichtet der 53 Jahre alte Albaner.
Rudi Vata (rechts, Energie Cottbus) präsentierte sich in einem topfitten Zustand beim Bretterknaller-Hallenturnier.
Rudi Vata (rechts, Energie Cottbus) präsentierte sich in einem topfitten Zustand beim Bretterknaller-Hallenturnier.
© Foto: Steffen Beyer
Große Namen oder die Anzahl der Bundesliga-Spiele zählten am Freitagabend aber überhaupt nichts. In Sachen aktuellem Fitnesszustand setzte sich am Ende der 1. FC Magdeburg vor der Bundesliga-Auswahl Ost und Sparta Prag durch. Der BFC Dynamo wurde Vierter. Gespielt wurde nach dem Modus jeden gegen jeden über jeweils zwölf Minuten. Für Gastgeber Energie Cottbus reichte es nach nur einem einzigen Remis und vier Niederlagen nur zum letzten Platz. Der von Eduard Geyer erhoffte Sieg blieb aus.
Aus der aktuellen Mannschaft von Energie Cottbus saßen Jonas Hildebrandt, Janis Juckel, Niklas Geisler und Joshua Putze auf den Rängen. Außerdem vertraten Präsident Sebastian Lemke und Gunnar Winkler den Tabellenführer der Regionalliga Nordost.
Eine gute Nachricht gab es für alle Fans der Fußball-Tradition von Organisator Ernst Schlodder: Auch für 2024 ist der Bretterknaller in der Lausitz-Arena fest eingeplant, kündigte Schlodder an.