Das Pokalspiel zwischen Energie Cottbus und dem SV Babelsberg hat schon jetzt die befürchtete Brisanz zwischen den Anhängern beider Vereine. Im Achtelfinale des Brandenburger Landespokals treffen am Samstag um 13 Uhr die Erzrivalen im Stadion der Freundschaft aufeinander.
Für Ärger bei den Gästen sorgt im Vorfeld, dass Energie Cottbus die Tickets für Fans des SV Babelsberg nur online verkauft. Im Internet kritisiert unter anderem die Fangruppierung „Nordkurve Babelsberg“, dass es die Tickets lediglich „unter der Angabe von personenbezogener Daten zu kaufen gibt. Aus diversen und in der Vergangenheit oft beschriebenen Gründen lehnen wir dies natürlich ab“. Stattdessen wird dazu aufgerufen, auch ohne Tickets nach Cottbus zu reisen und vor dem Stadion „gegen diesen Sicherheitswahn“ zu protestieren. Eine Tageskasse für Gästefans wird es am Samstag nicht geben.

Energie Cottbus weist Vorwürfe zurück

Energie Cottbus weist die Vorwürfe aus Babelsberg zurück und verweist auf die gängige Praxis beim Verkauf von Onlinetickets. „Auch unsere Fans müssen beim Kauf von Onlinetickets ihre Daten hinterlegen“, erklärt Vereinssprecher Stefan Scharfenberg-Hecht. Man habe sich nach intensiven Beratungen mit den für die Sicherheit zuständigen Netzwerkpartnern zum Verzicht auf eine Tageskasse entschlossen.
Die Partie zwischen dem FC Energie und Babelsberg wird von der Polizei als Hochsicherheitsspiel eingestuft. In der Vergangenheit gab es immer wieder Zwischenfälle bei diesem brisanten Duell der aktuell beiden besten Mannschaften des Landes Brandenburg.
Dazu kommt: Gegen Energie Cottbus läuft weiterhin ein Verfahren wegen der Pyro-Vorfälle beim Auswärtsspiel in Jena. Der Verein wurde wegen des unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger vom Sportgericht des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) mit einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Euro belegt. Zudem droht dem FCE ein Meisterschafts-Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, sollten sich solche Vorfälle wiederholen. Dieser Ausschluss der Zuschauer ist auf Bewährung ausgesetzt. Energie Cottbus hat gegen das NOFV-Urteil inzwischen Berufung eingelegt.
In Jena wurden – entgegen der ursprünglichen Ankündigung – am Spieltag doch die Tageskassen für Gäste-Anhänger geöffnet. Dem Vernehmen hätten deshalb auch gewaltbereite Fans von anderen Vereinen Zutritt zum Gäste-Block bekommen. Wer letztlich für die Krawalle verantwortlich war, ist jedoch offen.

Brisanter Aufruf in Babelsberg

Der Aufruf der Babelsberger Fanszene, am Samstag auch ohne Ticket nach Cottbus zu reisen, ist deshalb so brisant, weil die Polizei die rivalisierenden Fanlager außerdem des Stadions deutlich schwerer kontrollieren kann als im Stadion. Bei der Sicherheitsberatung am Dienstag habe man den Vertretern aus Babelsberg noch einmal ausführlich die Gründe für den Verzicht auf eine Tageskasse für Gästefans erläutert, heißt es vonseiten des FC Energie. Offiziell hat sich der SV Babelsberg auf seinen verschiedenen Informationskanälen noch nicht zum Aufruf der Fans positioniert.

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