Energie Cottbus und der VfB Krieschow stehen sich am 21. Mai im Endspiel des Brandenburger Fußball-Landespokals gegenüber – in Luckenwalde. Der Austragungsort wird von den Fans seit Tagen heiß diskutiert. So mancher Anhänger wünscht sich, dass dieses prestigeträchtige Duell hier in der Lausitz im Stadion der Freundschaft ausgetragen wird. Zumal die Kapazität mit rund 20 000 möglichen Besuchern deutlich größer wäre als im Werner-Seelenbinder-Stadion in Luckenwalde (3000).
Deshalb stellt sich die Frage: Sollte es eine kurzfristige Änderung des Endspiel-Ortes durch den Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) geben? Ist das sinnvoll? Ein Pro & Contra.

PRO: Herz der Fußball-Lausitz schlägt im Stadion der Freundschaft

Von Jan Lehmann, Leiter der Sportredaktion
Die Fußballherzen in der Lausitz schlagen höher: Energie Cottbus gegen den VfB Krieschow im Pokal-Finale – da werden Erinnerungen an alte Derbys wach. Legenden ranken sich um die Duelle. Nun steht wieder so ein möglicherweise legendäres Spiel bevor – dafür wäre das Stadion der Freundschaft der ideale Ort. Dort schlägt das Herz der Fußball-Lausitz.
Der Fußball-Landesverband Brandenburg sollte den Endspielort ändern. Was hätte der FLB eigentlich bei einem Finale Energie gegen den SV Babelsberg gemacht? Eine strikte Trennung der rivalisierenden Fans wäre im wirklich schicken Luckenwalder Stadion mit nur einer großen Tribüne äußerst schwierig.
Nein, Ausschreitungen sind bei Energie gegen Krieschow nicht zu befürchten. Aber der Verband könnte vielen Lausitzer Fußballfans einen Gefallen tun. Das Werner-Seelenbinder-Stadion in Luckenwalde fasst nur 3000 Zuschauer – das Interesse am Lausitzer Traumfinale dürfte weitaus größer sein.
Warum also viele Fans ausschließen, wenn vor der Haustür ein 20 000-Zuschauer-Stadion steht?

Contra: Es ist fair, dass es kein Heimrecht mehr für einen der beiden Vereine gibt

Von Frank Noack, Stellvertretender Leiter der Sportredaktion
Na klar, ein Pokalfinale zwischen Energie Cottbus und dem VfB Krieschow in Luckenwalde auszutragen und nicht hier in der Lausitz im bestens dafür geeigneten Stadion der Freundschaft – das hört sich zunächst nicht sonderlich logisch an. Genauso wenig wie ein spanisches Supercup-Finale zwischen Real Madrid und Athletic Bilbao in der Wüste von Saudi-Arabien. Es wurde übrigens im Januar genau dort gespielt.
Es gibt trotzdem gute Gründe, dass Energie Cottbus und der VfB Krieschow sowie die Fans beider Vereine die Reise nach Luckenwalde auf sich nehmen. Der Verband hat sich frühzeitig auf diesen Endspielort festgelegt, damit alle Beteiligten Planungssicherheit haben. Das ist nachvollziehbar. Und es ist im Übrigen auch fair, dass es – entgegen der früheren Praxis – nun kein zwangsläufiges Heimrecht mehr für einen der beiden Vereine gibt.
Zumal Brandenburg die Chance hat, mit Luckenwalde eine ähnliche Endspiel-Tradition zu begründen, wie es sie im DFB-Pokal mit dem Berliner Olympia-Stadion gibt.