Fußball EM 2024
: Besonderer Abschied von Ex-Cottbuser Vlad Munteanu und Rumänien

Für Rumänien war die EM 2024 trotz des Aus im Achtelfinale ein erfolgreiches Turnier. Nach ihrem letzten Spiel hat sich das Team ganz besonders verabschiedet.
Von
Peter Mertes
München
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Fußball Bundesliga Energie Cottbus - FSV Mainz 05 Vlad Monteanu (l/Cottbus) jubelt nach dem 2:0 am Samstag (16.09.2006) im Stadion der Freundschaft in Cottbus mit Sergiu Radu. Foto: Bernd Settnik dpa/lbn (Achtung Sperrfrist! Die DFL erlaubt die Weiterverwendung der Bilder im IPTV, Mobilfunk und durch sonstige neue Technologien erst zwei Stunden nach Spielende. Die Publikation und Weiterverwertung im Internet ist während des Spiels auf insgesamt sechs Bilder pro Spiel begrenzt.) +++ dpa-Bildfunk +++

Freude: Bei Energie Cottbus hatte Vlad Munteanu zu Bundesliga-Zeiten Mitte der 2000er-Jahre Grund zu jubeln. Als Sportdirektor der rumänischen Nationalelf erlebte der Ex-Profi zuletzt eine erfolgreiche EM 2024 in Deutschland.

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Vlad Munteanu kennt sich in Deutschland aus: In der Saison 2006/07 spielte der Mittelfeldmann bei Energie Cottbus in der Fußball-Bundesliga. Mit elf Toren und sieben Vorlagen trug der linke Flügelspieler wesentlich zum Klassenerhalt unter Trainer Petrik Sander bei. Unvergessen ist Munteanus Energie-Zeit auch dank des erfolgreichen rumänischen Duos mit Stürmer Sergiu Radu (14 Tore, fünf Vorlagen).

Gemeinsam wechselten sie 2007 zum VfL Wolfsburg, Munteanu spielte später in Deutschland zudem bei Arminia Bielefeld sowie dem FSV Frankfurt und ließ seine Karriere bei Erzgebirge Aue ausklingen. Mittlerweile ist der heute 43-Jährige Sportdirektor der rumänischen Nationalmannschaft, die bei der EM 2024 im Achtelfinale ausgeschieden ist. Nachhaltigen Eindruck hat die Mannschaft dabei trotzdem hinterlassen.

Rumänien hinterlässt saubere Kabine und emotionalen Brief

Bei der 0:3-Niederlage Im Achtelfinale gegen die Niederlande (2. Juli) war die Mannschaft zwar absolut chancenlos, sorgte aber für eine der schönsten Szenen des Turniers: Ihre Kabine in der Münchner Allianz-Arena hinterließen die rumänischen Fußballer nicht nur blitzeblank, sondern auch mit einem emotionalen Brief.

„Die UEFA Euro 2024 war für uns alle eins der wichtigsten Fußballerlebnisse bisher und wir sind sehr froh, dass die Bühne, auf der sie stattfand, Deutschland war“, heißt es darin. Jedes Spiel, jede Emotion, jedes Erlebnis habe „uns zusammengebracht, um die Magie des Fußballs zu spüren.“

Man verlasse Deutschland mit dem Gefühl, alles für Rumänien gegeben zu haben und sei dankbar für alles, was man erlebt habe. „Es war eine Ehre, Teil der großen Familie des europäischen Fußballs zu sein. Vielen Dank, dass Sie uns das Gefühl gegeben haben, zu Hause zu sein! Wir sind dankbar für die angebotenen Konditionen. Sie sind ein wichtiger Teil des schönen Erlebnisses, das wir bei der EURO 2024 hatten!“

Rumänien war zuletzt selten für ein großes Turnier qualifiziert

Für Rumänien bedeutete das Achtelfinale den ersten Einzug in die KO-Phase eines internationalen Turniers seit der EM 2000. In den vergangenen Jahren war die Nationalmannschaft oft erst gar nicht qualifiziert, die letzte EM spielte man im Jahr 2016, auf eine WM-Teilnahme wartet das Land bereits seit 1998.

Die Begeisterung der rumänischen Fans über die Turnierteilnahme in Deutschland war riesig, zum ersten öffentlichen Training waren in Würzburg mehr als 3.000 Menschen gekommen, Munteanu hatte später beim Empfang im Rathaus eine Rede gehalten. Das von Innenverteidiger Radu Dragusin ausgegebene Turnierziel erreichte die Mannschaft: „Unser Ziel ist es, die Gruppe zu überstehen“, hatte der Abwehrspieler von Tottenham Hotspur erklärt.

Vor allem überzeugte die Mannschaft beim souveränen 3:0-Erfolg gegen die Ukraine im ersten Gruppenspiel, nach einer 0:2-Niederlage gegen Belgien und einem 1:1 gegen die Slowakei hatte sich die Mannschaft in der kuriosen Gruppe E (alle Teams mit vier Punkten) als Gruppenerster für das Achtelfinale qualifiziert. Dort erwies sich Turnier-Mitfavorit Niederlande als zu stark und trifft nun im Viertelfinale auf die Türkei.

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