Energie Cottbus: Millionen-Förderung für Stadion geplatzt – Begründung sorgt für Frust

Energie Cottbus will die Westtribüne im Leag Energie Stadion modernisieren und zudem dahinter ein multifunktionales Kongresszentrum errichten. Für diese Pläne gibt es nun einen herben Rückschlag.
Frank HammerschmidtDie Hoffnung der Verantwortlichen und Fans von Energie Cottbus auf eine Modernisierung des Leag Energie Stadions hat einen argen Dämpfer bekommen. Mitten in der Vorbereitung auf die Saison 2024/25 in der 3. Fußball-Liga vermeldet der Verein mit einer bemerkenswert offenen Pressemitteilung einen Rückschlag für die Planungen.
Die erhoffte Förderung aus Geldern für den Strukturwandel in der Lausitz kommt offenbar nicht zustande. Laut Verein hat die Wirtschaftsregion Lausitz (WRL) dem FC Energie am Dienstag (2. Juli) eine Absage erteilt. Der FCE hatte laut Präsident Sebastian Lemke einen Antrag auf eine Fördersumme im einstelligen Millionenbereich vorbereitet, um damit die Westtribüne zu modernisieren und auf dem Platz dahinter ein Kongresszentrum zu errichten.
In der Pressemitteilung des Vereins heißt es: „Diese Absage sei laut Vertreter der Wirtschaftsregion Lausitz seitens des Bundes getroffen worden, wobei dem FC Energie Cottbus eine schriftliche Begründung bislang nicht vorliegt, sodass sich zunächst ausschließlich auf mündlich getätigte Aussagen berufen werden kann. Eine schriftliche Begründung dieser Ablehnung hat der FC Energie Cottbus noch am Dienstagabend schriftlich eingefordert.“
Begründung sorgt für Unverständnis bei Energie Cottbus
Über das Strukturstärkungsgesetz des Bundes stehen den vier vom Kohleausstieg betroffenen Bundesländern insgesamt rund 40 Milliarden Euro zur Verfügung. 26 Milliarden Euro davon investiert der Bund direkt, 14 Milliarden Euro gehen als Finanzhilfen an die Länder. Für Brandenburg sind dabei rund 10,3 Milliarden Euro vorgesehen. Dabei stellt der Bund dem Land Brandenburg 3,6 Milliarden Euro Finanzhilfen zur Förderung kommunaler und regionaler Projekte zur Verfügung – genannt Arm 1. Zudem realisiert der Bund in eigener Regie Projekte für die Lausitz. Dazu stehen mehr als 6,7 Milliarden Euro in Arm 2 bereit.
Aus der Mitteilung des FCE wird der Frust über den aktuellen Rückschlag deutlich, weil es zuvor deutliche Signale gegeben haben soll, dass eine Förderung im Rahmen der Strukturwandel-Förderprogramme möglich wäre. So heißt es in der Mitteilung: „Bereits im Januar 2021 wurde dem FC Energie Cottbus klar und deutlich aufgezeigt, dass Fördermittel vorhanden sind, die für eine Sanierung, Umbau und Erweiterung des LEAG Energie Stadions Verwendung erfahren können. Die nun erfolgte Ablehnung ist für den FC Energie Cottbus besonders im Rückblick der vergangenen Jahre, der Antragstellung und zahlreich geführten Gespräche im Gesamtpaket vollkommen unverständlich und nicht nachzuvollziehen.“
Großes Unverständnis hat beim FCE laut Pressemitteilung vor allem die Aussage ausgelöst, dass Breitensport nicht förderungsfähig sei. So sei es, „keinesfalls nachvollziehbar, wie das Dasein des einzigen Profifußballvereins in Brandenburg zum einen als Breitensport bezeichnet werden kann und zum anderen keinerlei Wertschätzung hinsichtlich der Bedeutung des Vereins in der Stadt Cottbus, der Lausitz und den Herzen der vielen hier lebenden Menschen erfährt“, heißt es in der Mitteilung.
Wirtschaftsregion Lausitz kündigt Stellungnahme an
Die konkreten Gründe für die Ablehnung der WRL sind noch nicht näher bekannt. WRL-Geschäftsleiter Heiko Jahn hat für diesen Donnerstag eine Stellungnahme gegenüber der Sportredaktion angekündigt. Update: Inzwischen hat Heiko Jahn sich geäußert. Er erklärt hier die Hintergründe für die Absage.
Der FC Energie indes setzt nun auf die politische Unterstützung aus Potsdam und fordert in der Vereinsmitteilung „mehr als Lippenbekenntnisse, sondern konkretes Handeln und eine klare Darstellung durch das Land Brandenburg, welche Förderungsmöglichkeiten es gibt und in welcher Form und Höhe diese durch den FC Energie Cottbus zu beantragen sind, um eine zwingend und nachhaltig notwendige Wettbewerbsfähigkeit hinsichtlich einer modernen und dem Profifußball angemessenen Stadioninfrastruktur sichern zu können.“
Der FCE appelliere „eindringlich an das Land Brandenburg, nicht zuletzt auch jetzt im Wahljahr 2024, die Zeichen der Zeit zu erkennen, die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Worten auch Taten folgen zu lassen.“



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