Energie Cottbus: Wollitz enttäuscht von Osnabrück, Schiri, Magenta, Kicker - zu Recht?

Trainer Claus-Dieter Wollitz von Energie Cottbus zeigte sich auch noch Tage nach dem 0:1 beim VfL Osnabrück enttäuscht von den Begleitumständen der Niederlage in der 3. Liga.
Ayman Alahmed/Imago- Cottbus-Coach Wollitz kritisiert nach dem 0:1 in Osnabrück Begleitumstände und kündigt Konsequenzen an.
- Er wirft dem VfL fehlenden Schutz vor Beleidigungen durch Fans am Stadion und Mannschaftsbus vor.
- Wollitz bemängelt einen nicht gegebenen Elfmeter gegen Jannik Müller und kritisiert Schiri Patrick Ittrich.
- Er moniert Magentasport-Kommentare und Moderator-Fragen; Gesprächsbereitschaft gegenüber Medien sinkt.
- Auch „Kicker“-Bewertungen ärgern ihn – Note für Ittrich und mehrere VfL-Profis in der Elf des Tages.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Spieltags-Pressekonferenz von Energie Cottbus vor dem Spiel gegen Rot-Weiss Essen am Freitag (17. April) nutzte Trainer Claus-Dieter Wollitz zu einem emotionalen Rückblick auf die 0:1-Niederlage beim VfL Osnabrück. Der FCE-Coach beklagte sich über den fehlenden Schutz des gastgebenden Vereins vor Beleidigungen und Anfeindungen der VfL-Fans.
Die Leistung von Schiedsrichter Patrick Ittrich, die Bewertungen vom übertragenden Bezahlsender Magentasport sowie des Fachmagazins „Kicker“ beim brisanten Topspiel am zurückliegenden Sonntag monierte Wollitz ebenfalls mit harschen Worten. Er zeigte sich enttäuscht von den Begleitumständen der Niederlage und kündigte zudem auch Konsequenzen an.
Zu Beginn der Pressekonferenz stellte der sichtlich schlecht gelaunte Cottbuser Cheftrainer gegenüber den anwesenden Medienvertretern klar: „Sie können mir Fragen stellen. Wenn ich sie beantworten möchte, dann beantworte ich sie. Ansonsten würde ich mich bestmöglich zurückhalten, weil ich glaube, dass letzte Woche Sonntag die Grenzen ganz klar überschritten worden sind.“
Wollitz über den VfL Osnabrück und dessen Fans
Die hitzige Atmosphäre rund um das Spiel im Stadion an der Bremer Brücke hallte bei Claus-Dieter Wollitz nach. Die ohnehin immer brisante Rückkehr zu seinem Ex-Verein wurde durch das enge Aufstiegsrennen in der 3. Liga zusätzlich angeheizt. Viele Fans des VfL Osnabrück stehen Wollitz trotz dessen Verdienste bei den Niedersachsen kritisch gegenüber. Er musste sich bereits beim Aussteigen aus dem Mannschaftsbus Sprüche gefallen lassen. Vor dem Spiel gab es dann im Stadion ein Pfeifkonzert gegen Wollitz, als er zur Trainerbank auf der gegenüberliegenden Seite ging.
Die Meinung von Energie-Trainer Wollitz: „Respektloser kann man im Klub keine Abneigung zeigen. Das ging schon bei der Anfahrt los, kein Ordner. Nach dem Spiel – kein Ordner. Spießrutenlauf, das ist ja okay. Aber eine Mannschaft am Zaun solchen Beleidigungen auszusetzen, wenn man aus der Kabine kommt … Da stehen Hunderte Fans – aber keine Ordner da. Da werde ich mich nach der Saison noch mal klar äußern. Jetzt sind die fünf Spiele für mich als Trainer in meiner Verantwortung wichtiger.“
In der Tat waren am Sonntag die VfL-Fans aufgrund der baulichen Gegebenheiten sehr nah am Cottbuser Mannschaftsbus dran – allerdings durch einen Zaun getrennt. Eine optische Abtrennung gab es nicht.
Wollitz über verwehrten Elfmeter und Schiedsrichter Ittrich
Diese Szene war beim Topspiel in Osnabrück etwas untergegangen: In der 40. Minute bekam Erik Engelhardt von Justin Butler eine Flanke serviert und beförderte den Ball, stark bedrängt von Osnabrücks Kapitän Jannik Müller, übers Tor. Weil der VfL-Verteidiger Engelhardts Abschluss blockte, gab es Eckstoß für den FCE. Allerdings blockte Müller in der Szene nicht nur den Ball, sondern traf Engelhardt nach dessen Abschluss auch noch am Fuß.
Schiedsrichter Patrick Ittrich ließ weiterspielen. Proteste der Cottbuser gab es in der Szene nicht. Auch nach dem Spiel sprachen die Lausitzer die Szene nicht an, die in Realgeschwindigkeit weitestgehend untergegangen war. Allerdings verdeutlichte der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Babak Rafati in seiner Kolumne bei Liga3-Online, dass Energie Cottbus dafür einen Elfmeter hätte bekommen müssen. „Auch wenn dieser klare Fußtreffer von Müller nicht beabsichtigt ist, was beim Foulspiel aber nicht relevant ist, liegt ein Foulspiel vor, sodass es einen Elfmeter hätte geben müssen“, so Rafati.
Die Meinung von Trainer Claus-Dieter Wollitz: „Wenn in so einem Spiel ein klarer Elfmeter verwehrt wird, ist das eine. Dass da gar nicht drüber gesprochen wird nach dem Spiel, ist das andere. Dass das gar nicht zum Thema gemacht wird, wenn Energie Cottbus einen hundertprozentigen Elfmeter verweigert bekommt. Ich glaube, dass es auch keine Auslegungsmöglichkeit mehr gibt, diesen Elfmeter nicht zu geben.“
Mit Zahlen lässt sich eine verstärkte Benachteiligung von Energie Cottbus in dieser Saison nicht belegen. Laut dem Portal liga3-online.de wurde der FCE bei elf Entscheidungen benachteiligt – übrigens genauso oft wie Rot-Weiß Essen. Beide Vereine liegen damit im Mittelfeld dieser Tabelle. Zudem hat der FCE zehnmal von Fehlentscheidungen profitiert. Es gab insgesamt neun Elfmeter für Energie – das ist der Maximalwert in der 3. Liga.
Seine Kritik an Schiedsrichter Patrick Ittrich: „Wenn ein Schiedsrichter, der den Anspruch hat, Bundesliga-Schiedsrichter zu sein, auf der Abschiedstournee so einen Elfmeter verweigert, dann tut es mir leid. Da wird eine Mannschaft bestraft.“
Wollitz über Magentasport und Kicker
Bei Magentasport wurde das Spiel in Osnabrück von Christian Straßburger kommentiert. Als Experte war der ehemalige Bielefelder Torjäger Fabian Klos mit dabei. Die Moderation und die Interviews rund um das Spiel übernahm Konstantin Klostermann. Straßburger und Klos sahen sich während der Übertragung die strittige Szene mit dem nicht gepfiffenen Foul an Engelhardt an und diskutierten, ob das ein Elfmeter gewesen sei. „Für mich ist es keiner“, sagt Klos kurz und knapp, allerdings mit dem Hinweis, dass seine Meinung nicht die richtige sein müsse. Straßburger pflichtete bei: „Ich glaube auch, dass es eher kein Strafstoß ist.“
Die Warnung von Trainer Claus-Dieter Wollitz: „Wenn der Kommentator dann noch darauf hinweist, und ein ehemaliger Stürmer, wenn er dann ein Experte sein möchte, das so abverkauft und der Moderator nach dem Spiel mich lächerlich machen möchte, dann bin ich nicht mehr bereit, hier für irgendwelche Medien immer Rede und Antwort zu stehen.“
Klostermann hatte Wollitz nach dem Spiel unter anderem gefragt: „Sie sind in den Wochen der Wahrheit. Nächste Woche gegen RWE, muss da eine Reaktion kommen?“ Daraufhin hatte der FCE-Coach entrüstet geantwortet: „Worauf eine Reaktion? Weil wir hier heute unglückliche Aktionen verloren haben? Also, bitte.“
Am Freitag kritisierte Wollitz zudem auch die Bewertungen des Fachmagazins „Kicker“: „Wenn in dem Spiel mit so einer groben Fehleinschätzung ein Schiedsrichter eine Kicker-Note 2 bekommt von der Heimatpresse und vier Mann von Osnabrück in der Elf des Tages sind – da muss ich ganz ehrlich sagen, dann weiß ich, was letzte Woche da alles so passiert ist.“
Video: Pressekonferenz von Trainer Wollitz (Energie Cottbus)
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