Gestatten, Alexander Meyer. Der ehemalige Torhüter von Energie Cottbus spielt jetzt in der Bundesliga für Borussia Dortmund. Er gilt als umgänglicher und höflicher Zeitgenosse.
Aber Alexander Meyer (31) gilt auch als extrem ehrgeizig. Ronny Zeiß, der Meyer als Torwart-Trainer in der 2. Liga bei Jahn Regensburg unter seinen Fittichen hatte, sagt: „Alex ist vom Charakter her eine absolute Granate. Er will auch mit 31 Jahren jeden Tag ein Stück besser werden. Entsprechend hart trainiert er.“
Und deshalb kann Alexander Meyer auch richtig sauer werden – so wie am Samstag nach der 2:3 (1:0)-Niederlage von Borussia in der Fußball-Bundesliga beim 1. FC Köln. Meyer war nicht nur sauer. Er war nach dem Schlusspfiff sogar richtig sauer!
Alexander Meyer über die Leistung des BVB: „Wenn man in der ersten Halbzeit das Spiel nicht entscheidet und killt, dann wissen wir, dass Köln nach der Halbzeit alles reinhauen wird. Wenn wir nicht alle zusammen dagegenhalten, wird es schwierig, so holt man keine Punkte.“
Alexander Meyer über die 2. Halbzeit: „Unser Auftreten nach der Halbzeit geht gar nicht. In der 1. Halbzeit haben wir super gespielt, da können wir uns keinen großen Vorwurf machen. (…) Wir müssen zusammen auftreten, als Team alles wegverteidigen, das fehlte.“

Alexander Meyer und Energie Cottbus

Alexander Meyer spielte in der Saison 2016/17 in der Regionalliga Nordost für Energie Cottbus. 2017 ging Meyer dann zum VfB Stuttgart und war bei den Schwaben die Nummer zwei hinter Ron-Robert Zieler. 2019 folgte der Wechsel in die 2. Liga zu Jahn Regensburg, wo Meyer nahezu jedes Spiel absolvierte und endgültig zum kompletten Torhüter reifte. Seit Sommer trägt der Ex-Cottbuser das Trikot von Borussia Dortmund.
Aktuell vertritt Alexander Meyer den verletzten Stammkeeper Georg Kobel. Sein Frust nach der Niederlage in Köln war auch deshalb so groß, weil Dortmund mit dieser Niederlage die Generalprobleme vor dem Bundesliga-Kracher gegen Bayern München am kommenden Wochenende vermasselte.
Alexander Meyer über seine Mitspieler: „Viele waren mit sich selbst beschäftigt – das geht nicht! Hätten wir es als Team verteidigt, hätte es Köln viel schwerer gehabt. Wir waren zu passiv. Man hat gemerkt, dass Köln auch nach dem 1:1 griffiger und ekliger war. Daran müssen wir arbeiten, uns als Team mehr dagegenstemmen.“
Alexander Meyer über den Dortmund Kader: „Manche Mannschaften kommen über das Kämpferische – da müssen wir voll dagegenhalten. (…) Wir haben gute Jungs, die wieder fit geworden sind: Adeyemi, Malen – auch Tony hat sich voll reingehauen. Wir haben einen breiten Kader, das ist keine Ausrede, dass jemand fehlt. Wir hatten genug Jungs auf dem Platz, die das Spiel für uns hätten entscheiden können.“
Mund abputzen und weiter, lautet jetzt die Devise für Alexander Meyer. Am Mittwoch folgt bereits das Champions-League-Auswärtsspiel in Sevilla, danach geht es gegen die Bayern. Trotz Frust nach dem Köln-Spiel: Der schwarz-gelbe Traum geht für Alexander Meyer weiter.