Energie Cottbus
: Reinhard „Mecky“ Lauck ist auch bei Union Berlin eine Legende

Reinhard Lauck hat für Energie Cottbus und den DDR-Fußball Geschichte geschrieben. Am 16. September 2026 wäre er 80 Jahre alt geworden.
Von
Jan Lehmann
Cottbus
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Im Jahr 2017 gedachten die Fans vom 1. FC Union Berlin dem 20. Todestag von Reinhard Lauck. Der war von Energie Cottbus nach Berlin-Köpenick gewechselt.

Im Jahr 2017 gedachten die Fans vom 1. FC Union Berlin dem 20. Todestag von Reinhard Lauck. Der war von Energie Cottbus nach Berlin-Köpenick gewechselt.

Matthias Koch
  • Reinhard „Mecky“ Lauck prägte Energie Cottbus und Union Berlin – er wäre 80 Jahre alt geworden.
  • Er erzielte 1966 das erste Pflichtspieltor für Energie und gewann 1968 mit Union den Pokal.
  • 1974 neutralisierte er Overath und Netzer, der Passweg führte zum 1:0 durch Sparwasser.
  • 1976 folgte Olympia-Gold, später beendeten Knieprobleme seine Karriere und es wurde schwer.
  • In Sielow erinnert eine Gedenktafel an ihn, Weggefährten würdigen den bescheidenen Teamspieler.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für die DDR-Fußballikone Peter Ducke war selbst die Anreise eine Geschichte wert. Er habe unterschätzt, wie groß Cottbus sei, scherzte der frühere Jenaer Torjäger einst, als er im September 2006 zur Enthüllung einer Gedenktafel in den Ortsteil kam. Früher habe man hier schnell die Punkte eingepackt und sei wieder verschwunden. Seinerzeit blieb er. Es ging um Reinhard „Mecky“ Lauck, seinen ehemaligen Mitspieler in der DDR-Auswahl.

Am 16. September 2026 wäre Lauck 80 Jahre alt geworden. Der Junge aus Sielow wurde Pokalsieger, DDR-Meister und Olympiasieger. Er half mit, eines der berühmtesten Spiele der deutschen Fußballgeschichte zu entscheiden. Wer ihn kannte, erzählte aber mindestens genauso gern vom Menschen hinter diesen Erfolgen. „Der hatte die Schnauze am rechten Fleck“, erinnerte sich Ducke damals im Interview. Lauck habe gekämpft und sich mit einfachen Worten Gehör verschafft. „Und anerkannt war er wegen seiner unglaublich netten Art.“ Der legendäre DDR-Nationaltrainer Georg Buschner beschrieb ihn damals als bescheiden, gesellig und humorvoll. Manfred Zapf nannte ihn „einen der ganz Großen des DDR-Fußballs“.

Lauck erzielt das erste Tor für Energie Cottbus

Seine ersten Fußballschritte machte Lauck bei der SG Sielow. Schon als Jugendlicher fiel sein Talent auf. „Reinhard war ein Riesenfußballer. Deshalb kam er schon mit 17 Jahren in unsere 1. Männermannschaft“, berichtete der Cottbuser Weggefährte Klaus Stabach. Als Kapitän und späterer Manager prägte Stabach den FC Energie wie kaum ein anderer.

Auch Lauck nicht, obwohl der in der Energie-Geschichte auch einen Platz hat, den ihm niemand nehmen kann. Am 13. Februar 1966 erzielte er das erste Pflichtspieltor der neu gegründeten BSG. Bei Vorwärts Rostock-Gehlsdorf lag Cottbus zurück und spielte nach einem Platzverweis in Unterzahl. Lauck traf in der 82. Minute aus der Distanz zum 1:1. 1968 wechselte er zu Union Berlin und gewann gleich bei seinem Debüt das Pokalfinale gegen Carl Zeiss Jena. Dort wurde er schnell zum Publikumsliebling und später zur Legende. 1973 führte sein Weg zum BFC Dynamo. Die Lausitzer verfolgten nun aus der Ferne, wie einer von ihnen auf der großen Fußballbühne spielte.

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Reinhard Lauck stoppte Overath und Netzer 

Am 22. Juni 1974, ein geschichtsträchtiger Tag für Fußball-Deutschland, bekam Wolfgang Overath in Hamburg zu spüren, was Lauck auszeichnete: Ausdauer, Zweikampfstärke und Spielverständnis. Der Sielower nahm dem westdeutschen Regisseur den Raum zur Entfaltung. Auch der eingewechselte Günter Netzer änderte daran nichts. Und Lauck beschränkte sich nicht aufs Verteidigen: Über ihn gelangte der Ball zu Erich Hamann, dessen langer Pass Jürgen Sparwasser erreichte. Das 1:0 gegen den späteren Weltmeister machte Geschichte.

Zwei Jahre später folgte Olympia-Gold in Montreal, nach einem 3:1 im Finale gegen Polen. Lauck stand erneut mitten in einer Mannschaft, die gemeinsam Großes erreichte. „Dieser Erfolg übertrifft alles“, sagte Kapitän Hans-Jürgen Dörner, Legende von Dynamo Dresden, 2016 rückblickend.

Die Jahre nach dem Fußball wurden schwer. Knieprobleme zwangen Lauck 1981 zum Karriereende. Er arbeitete unter anderem als Schlosser und Kohlenschlepper, kämpfte mit Alkoholproblemen. Im Oktober 1997 wurde er mit schweren Kopfverletzungen in Berlin gefunden. Am 22. Oktober starb er mit 51 Jahren.

Lauck sei „ein bissel ein Träumer“ gewesen, der andere nicht hinter seine Fassade habe schauen lassen, sagte Peter Ducke damals und fügte an: „Manches hat man deshalb nicht rechtzeitig mitgekriegt – schade.“ Als Georg Zielonkowski, ehemaliger Stadionsprecher bei Energie und langjähriger Begleiter des Vereins, 2006 die Gedenktafel in Sielow initiierte, kamen mehr als 150 Gäste. Heinz Florian Oertel, Buschner, frühere Nationalspieler und Cottbuser Freunde. Sie erinnerten an den Fußballer und an den Menschen. Reinhard Häfner fand dafür die Worte: „Wir erinnern uns an Mecky so wie er war.“ Dafür hatte sich auch Peter Ducke auf den Weg gemacht.