Der ehemalige Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz (55), unter dem Jula bei Energie aufblühte und zum Publikumsliebling avancierte, erfuhr als einer der ersten vom Tod seines einstigen Spielers. Jula war in der Nacht zu Samstag an den Folgen eines plötzlichen Herzversagens verstorben. Das vermeldete der niedersächsische Fußball-OberligistTuS Bersenbrück, bei dem Jula als Co-Trainer gearbeitet hatte. Wollitz berichtet voller Trauer: „Es ist unfassbar. Ich habe die traurige Nachricht am Samstag von einem Freund von Emil bekommen. Zu seinem 40. Geburtstag hatte er mich noch um eine Videobotschaft für Emil gebeten. Und jetzt dieser Schock. Emil war ein toller Profi und sehr angenehmer Mensch.“
Unter Trainer Claus-Dieter Wollitz schaffte Emil Jula bei Energie Cottbus den Durchbruch. Gemeinsam zogen sie bis ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Später holte Wollitz Jula auch noch zum VfL Osnabrück.
Unter Trainer Claus-Dieter Wollitz schaffte Emil Jula bei Energie Cottbus den Durchbruch. Gemeinsam zogen sie bis ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Später holte Wollitz Jula auch noch zum VfL Osnabrück.
© Foto: Bernd Settnik
Emil Jula war 2008 aus Rumänien zu Energie Cottbus gekommen, es war seine erste Auslandsstation. Im ersten Jahr unter Trainer Bojan Prasnikar musste er wegen einiger Verletzungsprobleme lange um einen Stammplatz kämpfen und konnte gemeinsam mit seinen Kollegen den Abstieg in die 2. Bundesliga nicht verhindern. Unter dem neuen Trainer Wollitz wurde Jula aber zu einer festen Größe im Team und bildete gemeinsam mit Nils Petersen ein kongeniales Sturmduo. Die Energie-Fans widmeten dem Angreifer den Gesang „Hau drauf, Emil Jula“ und der symphatische Stürmer gab diese Zuneigung mit viel Einsatzwillen auf dem Rasen zurück.
In 100 Pflichtspielen für den FCE erzielte er 29 Tore. Die Chronisten des Energie-Museums schreiben: „Mit Emil geht ein unglaublich sympathischer Mensch von uns, der nicht nur in Cottbus seine Spuren hinterlassen hat. Emil Jula war ein sensibler Charakter, der stets sein Handeln und sein Denken reflektierte, immer ehrlich, immer freundlich und zuvorkommend war. Ein Teamplayer, der sich stets voller Ehrgeiz in den Dienst der Mannschaft stellte und selbstlos dahin ging, wo es wehtat.“
Mit Nils Petersen bildete Emil Jula in der Zweitliga-Saison 2010/11 ein überragendes Sturmduo.
Mit Nils Petersen bildete Emil Jula in der Zweitliga-Saison 2010/11 ein überragendes Sturmduo.
© Foto: Rolf Vennenbernd
Sein früherer Sturmpartner Nils Petersen (31), der an Julas Seite zum Torschützenkönig reifte und inzwischen beim SC Freiburg spielt, erklärt: „Ich bin zutiefst schockiert, traurig und entsetzt. An Emils Seite konnte ich mich entwickeln, weil er einer der liebsten, hilfsbereitesten und demütigsten Mitspieler war, die ich in meiner Karriere kennenlernen durfte. Ich habe jetzt noch Gänsehaut und kann es nicht glauben. Nein – ich möchte es nicht glauben.“
Gemeinsam mit seinem Landsmann Sergiu Radu (l.) spielte Jula im Cottbuser Angriff.
Gemeinsam mit seinem Landsmann Sergiu Radu (l.) spielte Jula im Cottbuser Angriff.
© Foto: Foto: Thomas Eisenhuth
Sergiu Radu (43), der gemeinsam mit seinem rumänischen Landsmann von 2009 bis 2011 bei Energie im Einsatz war und heute in Marbella (Spanien) im Immobiliengeschäft tätig ist, berichtet: „Ich bin immer noch unter Schock. Ich habe es am Samstag früh gehört und ich kann nicht glauben, dass Emil gestorben ist. Der Emil war als Sportler ein richtiger Profi. Er war immer da für die Mannschaft und war sehr nett und freundlich zu seinen Teamkollegen. Emil war für die Jungs ein Vorbild in die Kabine und auch auf dem Platz. Wir haben uns auf dem Fußballplatz sehr gut verstanden und wir haben viel frei Zeit mit unseren Familien zusammen verbracht. Wir waren auch mit Ovidiu Burca in der Zeit fast jeden Tag zusammen. Ich bin sehr traurig und betroffen von dieser Nachricht. Ich kann nicht verstehen, wie ein Sportler mit 40 Jahre sterben kann.“
Ovidiu Burca hat in den vergangenen drei Jahren den vorher bankrotten SC Rapid Bukarest von der 4. in die 2. Liga geführt. Nun will er sich in Rumänien neuen Aufgaben widmen.
Ovidiu Burca hat in den vergangenen drei Jahren den vorher bankrotten SC Rapid Bukarest von der 4. in die 2. Liga geführt. Nun will er sich in Rumänien neuen Aufgaben widmen.
© Foto: privat
Ovidiu Burca (40), der in Rumänien zuletzt als Mitbegründer und Präsident von Rapid Bukarest den vorher bankrotten Club aus der 4. Liga bis zu 2. Liga gebracht hat, schreibt mit herzlichen Worten aus seiner Heimat: „Ich gestehe, dass ich keine Worte habe, um zu beschreiben, wie ich mich fühle. Wir haben so viele schöne Momente zusammendurchgemacht, wir haben gelacht, wir haben gleichzeitig geweint. Ich kann nicht glauben, dass ein so guter und großzügiger Mann so schnell gestorben ist! Ich erinnere mich, wie schwer es ihm zuerst fiel, als er nach Cottbus kam. Er hatte einen enormen Druck auf seinen Schultern, eine sehr hohe Ablösesumme wurde bezahlt und alle warteten darauf, Tore zu erzielen. Egal wie schwer es für ihn war, er gab den Kampf nie auf. Wir alle kennen das Ende, er wurde einer der beliebtesten ausländischen Spieler, die für Energie spielten. Die Liebe der Fans gab ihm einfach Flügel und er gab alles, um sie nicht zu enttäuschen. Es blieb für immer in ihren Herzen. Ruhe in Frieden, lieber Freund!“
Timo Rost ist inzwischen Trainer vom bayrischen Regionalligisten SpVgg Bayreuth.
Timo Rost ist inzwischen Trainer vom bayrischen Regionalligisten SpVgg Bayreuth.
© Foto: EIBNER/Markus Foerster
Der frühere FCE-Kapitän Timo Rost (41), derzeit Trainer des Regionalligisten SpVgg Bayreuth, schreibt: „Es ist sehr, sehr traurig. Emil war ein sehr angenehmer Mensch, immer auch für einen Spaß zu haben und ein toller Fußballer.“
Für den Senftenberger Alexander Bittroff war Emil Jula eine Art Mentor in seinen Anfangszeiten als Profi.
Für den Senftenberger Alexander Bittroff war Emil Jula eine Art Mentor in seinen Anfangszeiten als Profi.
© Foto: Roland Weihrauch
Der Senftenberger Alexander Bittroff (31), der nach seinem Vertragsende beim KFC Uerdingen derzeit auf der Suche nach einem neuen Verein ist, erinnert sich an seine Anfangszeit als Profi: „Emil war ein wunderbarer Mensch, der sehr ehrlich, bodenständig und aufrichtig war. Er gab mir damals in der Vorbereitung auf meine erste Zweitliga-Saison das Gefühl, dass ich es schaffen kann. Unvergessen bleibt für mich war mein erstes Spiel gegen Augsburg. Die Freude, die er mir entgegen gebracht hatte nach meinem ersten Tor, die werde ich nie im Leben vergessen. Anschließend gab ich die Vorlage auf ihn zum 3:1, das bleibt einfach unvergesslich. Emil war damals für mich in meinen ersten Profijahren eine Art Mentor.“
Der damalige Kapitän Marc Andre Kruska (l.) denkt gern an die gemeinsame Zeit mit Emil Jula zurück.
Der damalige Kapitän Marc Andre Kruska (l.) denkt gern an die gemeinsame Zeit mit Emil Jula zurück.
© Foto: Roland Weihrauch
Marc Andre Kruska (33), derzeit Co-Trainer bei der U19 von VfL Bochum, war zu Zweitliga-Zeiten der Kapitän des Cottbuser Teams um Jula. Er betont: „Emil war ein unglaublicher Teamplayer, er hat immer alles für das Team gegeben. Er war ein unglaublich feiner Mensch, der selbst immer ein Lächeln im Gesicht hatte und jedem anderen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.“
Dennis Sörensen (2.v.r.) beschreibt seinen einstigen Mitspieler Emil Jula als einen "wahren Freund".
Dennis Sörensen (2.v.r.) beschreibt seinen einstigen Mitspieler Emil Jula als einen "wahren Freund".
© Foto: LR-Archiv
Dennis Sörensen (39), der inzwischen mit seiner Familie wieder in Dänemark lebt, verdeutlicht: „Diese unfassbare und traurige Nachricht hat mich sehr betroffen gemacht – und es ist schwierig zu fassen. Meine Gedanken gehen an die Familie von Emil. Ich habe mit Emil ganz viele gute Zeiten gehabt. Er war als Mensch immer ganz lieb und positiv. Er hat immer einen Weg zum Lächeln gefunden – auch in harten Zeiten. Er war ein Fighter und man konnte sich immer auf ihn verlassen. Ein wahrer Freund.“
Marco Kurth (l.) erinnert sich an den unbändigen Kampfgeist von Emil Jula.
Marco Kurth (l.) erinnert sich an den unbändigen Kampfgeist von Emil Jula.
© Foto: Oliver Krato
Marco Kurth (42), U19-Trainer bei RB Leipzig, beschreibt: „Die Erinnerungen sind vielschichtig. Als Mensch so liebenswert und kollegial. Immer mit einem Lächeln. Seine Hilfsbereitschaft zog sich bis auf den Platz. Immer im Dienst der Mannschaft. Wie lange er damals mit Achillessehnenschmerzen trotzdem gespielt hat und unfassbar viel gelaufen ist, bleibt mir ganz besonders in Erinnerung. Ich werde sein großes Herz auf dem Platz und für andere Menschen in Erinnerung behalten.“
Mitspieler wie Jules Reimerink (r.) schätzen die herzliche Art ihres ehemaligen Teamkollegen.
Mitspieler wie Jules Reimerink (r.) schätzen die herzliche Art ihres ehemaligen Teamkollegen.
© Foto: Bernd Settnik
Jules Reimerink (30), der gemeinsam mit Jula unter anderem beim legendären 5:5 gegen den Karlsruher SC auf dem Platz stand, ist sehr ergriffen: „Er war für mich wie eine Vaterfigur. Er hat mich immer gepusht und mir geholfen. Als ich die Nachricht bekommen habe, war ich schockiert. Ich hab Emil als Fußballer und Mensch so sehr geliebt. Ruhe in Frieden mein Freund, ich werde dich vermissen und immer an dich denken!“
Beim legendären 6:0 gegen Erzgebirge Aue am 28. November 2010 erzielte Uwe Hünemeier drei Tore - Emil Jula steuerte einen Doppelpack zum FCE-Sieg bei.
Beim legendären 6:0 gegen Erzgebirge Aue am 28. November 2010 erzielte Uwe Hünemeier drei Tore - Emil Jula steuerte einen Doppelpack zum FCE-Sieg bei.
© Foto: Bernd Settnik
Uwe Hünemeier (34), der bei Erstliga-Absteiger SC Paderborn unter Vertrag steht, erinnert sich: „Ich habe Emil als sehr warmherzigen Menschen in Erinnerung. Er war ein sehr dankbarer Mensch, der sich immer absolut in den Dienst der Mannschaft gestellt hat. Sein eigenes Ego hat er eigentlich nie in den Vordergrund gestellt. Mit ihm konntest du auch immer lachen, da es seinem Naturell entsprach. Eigentlich hat er auch immer gespielt, selbst wenn ihm quasi alles weh tat, nur um seine Jungs nicht im Stich zu lassen. Was besonders schmerzt, ist die Gewissheit, dass ein absoluter Familienmensch seine Liebsten alleine zurücklassen muss – denn das war Emil auch!“
Julian Börner (29), der bei Sheffield Wednesday in der 2. Englischen Liga spielt, sagt: „Ich war sehr schockiert über die Nachricht und habe tiefstes Mitgefühl mit der Familie. Emil war ein großartiger Mensch auf und neben dem Platz. Als Neuling im Profi-Fußball hat er mir von Beginn an immer sehr geholfen. Von Tipps, über Verbesserungsvorschläge bis hin zu Einzeltraining als Stürmer gegen Innenverteidiger. Ich hab ihn aber auch neben dem Fußball als sehr bodenständigen, freundlichen und familiären Mensch kennengelernt. Wir haben in unserer Zeit in Cottbus sehr viel zusammen gelacht, hatten aber auch harte und faire Battle im Training.“
Der einstige Energie-Torhüter Gerhard Tremmel (41), der in München lebt und für Eintracht Frankfurt im Scouting-Bereich tätig ist, schreibt: „Ich habe Emil nur positiv in Erinnerung. Er war immer fröhlich und höflich. Ein herzensguter Mensch, der viel gelacht hat und auch über sich selbst lachen konnte. Als Spieler hat er immer versucht, mit vollem Einsatz zu spielen. Für mich war er auch immer ein Zielspieler für lange Bälle. Durch seine Größe und Präsenz war er wie ein Leuchtturm.“

Meuselwitz