Kann Maximilian Zimmer als Sportchef von Energie Cottbus den Verein gemeinsam mit Trainer Dirk Lottner wieder in die Erfolgsspur führen? Das ist die Frage, die rund um dem den Fußball-Regionalligisten diskutiert wird. Unter den Fans wurde die Verpflichtung des ehemaligen Mittelfeldspielers sehr wohlwollend aufgenommen. Zimmer hat seit der Rekordsaison 2017/18 mit dem Aufstieg in die 3. Liga einen festen Platz in den meisten rot-weißen Herzen.
Auch bei seinen damaligen Weggefährten, mit denen Zimmer den Weg bis zu den Aufstiegsspielen gegen Weiche Flensburg und in die 3. Liga gegangen ist, setzen viel Hoffnung in den neuen Sportchef Zimmer. Man spürt: Das Team von damals hat immer noch ein Herz für die Lausitz und drückt dem Verein mit dem neuen Sportlichen Leiter die Daumen.

Frank Eulberg bietet Zimmer Unterstützung an

Der ehemalige Cottbuser Co-Trainer Frank Eulberg hat mit Maximilian Zimmer schon in dessen aktiver Zeit viel über Fußball und einzelne Spieler gesprochen. Der Scout von Eintracht Braunschweig bietet seinem Ex-Schützling nun Unterstützung an.
Der ehemalige Cottbuser Co-Trainer Frank Eulberg hat mit Maximilian Zimmer schon in dessen aktiver Zeit viel über Fußball und einzelne Spieler gesprochen. Der Scout von Eintracht Braunschweig bietet seinem Ex-Schützling nun Unterstützung an.
© Foto: Steffen Beyer

Der frühere Cottbuser Co-Trainer Frank Eulberg betont: „Ich traue Maxi diesen Job auf jeden Fall zu. Er hat ein sehr gutes Verständnis für Fußball und kennt sich in der Regionalliga sehr gut aus. Ich habe mit ihm damals viele Gespräche über seine Auffassung vom Fußball und über die Einschätzung einzelner Spieler geführt. Schon damals wurde deutlich, dass er ein sehr gutes Auge hat. Zudem hat er wirklich viele Kontakte und gutes Netzwerk, das wird ihm helfen.“
Dass Eulberg, der als Scout für Eintracht Braunschweig tätig ist, nun auch zu Zimmers Netzwerk gehört, freut den 58-Jährigen: „Ich tausche mich sehr gern mit Maxi aus, habe ihn ja auch schon nach Spielern für Braunschweig gefragt.“ Eulbergs Angebot steht: „Wenn er nun eine Auskunft benötigt, dann kann er sich darauf verlassen, dass ich ehrlich und geradlinig zu ihm sein werde. Mit Energie Cottbus wird mich immer etwas verbinden – der Verein ist mir weiter wichtig. Es war eine intensive Zeit dort, gekrönt von den tollen Erlebnissen rund um den Aufstieg.“
Für Zimmer sei es nun wichtig, eine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammenzustellen. Eulberg betont: „Man benötigt ein funktionierendes Grundgerüst. Das hatten wir damals in der ersten Regionalliga-Saison. Mit der Verpflichtung von Marcelo de Freitas im Winter und Maxi Zimmer im nächsten Sommer haben wir dann die entscheidenden Puzzleteile gefunden, die noch gefehlt hatten.“
Für Eulberg war damals ausschlaggebend, dass die Mannschaft auf Dominanz ausgerichtet war und durch gute Standardsituationen und entscheidende Kreativspieler auch gegen tiefstehende Gegner in der Regionalliga erfolgreich sein konnte.

Fabio Viteritti setzt auf Zimmers Netzwerk

Fabio Viteritti (l.) glaubt, dass Maximilian Zimmer perfekt in die Rolle als Sportchef bei Energie Cottbus passt.
Fabio Viteritti (l.) glaubt, dass Maximilian Zimmer perfekt in die Rolle als Sportchef bei Energie Cottbus passt.
© Foto: Steffen Beyer
Einer dieser entscheidenden Kreativspieler war Fabio Viteritti. Der 27-Jährige steht derzeit mit Wacker Innsbruck unter Trainer Daniel Bierofka im oberen Drittel der österreichischen Zweitliga-Tabelle. Von der Personalentscheidung bei seinem Ex-Club ist er wie Eulberg vollends überzeugt. Der dreifache „Energie-Fußballer des Jahres“ sagt: „Ich denke, das wird perfekt passen mit Maxi. Er hatte damals als Spieler schon immer ein offenes Ohr, wenn es Probleme gab.“
Viteritti glaubt: „Sein Netzwerk wird ihm dabei auch sehr helfen. Maxi weiß genau, was uns damals ausgemacht hat. Wir standen wie eine Familie zusammen und der Verein hat uns sehr viel bedeutet. Das wollen die Leute in Cottbus sehen und spüren vom Team.“ Der Mittelfeldspieler betont: „Was mich am meisten davon überzeugt, dass es Maxi super machen wird, ist, dass ihm der Verein etwas bedeutet und er menschlich perfekt in diese Funktion passt.“
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Cottbus

Knechtel und Rauhut sind überzeugt

Phlilipp Knechtel (r.) sieht Zimmers positive Art und sein Fachwissen als gute Kombination für den Posten.
Phlilipp Knechtel (r.) sieht Zimmers positive Art und sein Fachwissen als gute Kombination für den Posten.
© Foto: Steffen Beyer
Philipp Knechtel (24), der mit vielen weiteren ehemaligen Energie-Spielern bei Oberligist VfB Krieschow aktiv ist und ab Sommer eine Ausbildung machen will, erklärt: „Ich finde diese Entscheidung für beide Seiten gut und richtig. Maxi ist menschlich ein überragender Typ und er kann mit seiner positiven Art dem Verein wieder ein wenig Leben einhauchen. Fachwissen, Kommunikation und Ehrlichkeit haben ihn immer ausgezeichnet in unserer gemeinsamen Zeit. Er ist noch jung und wird sicherlich Tag für Tag dazulernen müssen. Aber er hat alle Voraussetzungen, um in diesem Job als Sportdirektor erfolgreich zu sein.“
Kevin Rauhut (l.) betont, wie wichtig es ist, dass Zimmer eine erfolgreiche Energie-Vergangenheit mit den Job bringt.
Kevin Rauhut (l.) betont, wie wichtig es ist, dass Zimmer eine erfolgreiche Energie-Vergangenheit mit den Job bringt.
© Foto: Steffen Beyer
Kevin Rauhut (31) der bei Fortuna Köln in der Regionalliga West im Tor steht, lobt ebenfalls die Qualitäten des neuen Sportlichen Leiters bei Energie Cottbus. Er verdeutlicht: „Maxi hat einen kommunikationsfreudigen Charakter. Er verfügt über ein gutes Netzwerk und bringt zudem großen Fußballsachverstand mit. Er scheut sich nicht, kritische Dinge anzusprechen, lässt sich allerdings auch bei guten Argumenten vom Gegenteil überzeugen.“ Rauhut ergänzt zudem: „Maxi bringt eine Energie-Vergangenheit mit. Er war für mich ein Gesicht der Erfolgsgeschichte rund um den Aufstieg, welche die Anhänger und auch ich nie vergessen werden.“

Marcelo grüßt aus Brasilien

Marcelo de Freitas bildete mit Maximilian Zimmer eine entscheidende Mittelfeld-Achse für den Aufstieg.
Marcelo de Freitas bildete mit Maximilian Zimmer eine entscheidende Mittelfeld-Achse für den Aufstieg.
© Foto: Steffen Beyer
Aus Brasilien sendet Marcelo de Freitas (26) Grüße in die Lausitz. Er spielt inzwischen dort in der 2. Liga bei Londrina Esporte Clube. Gemeinsam mit Zimmer war er im Energie-Mittelfeld der Aufstiegsmotor. Der Brasilianer betont: „Maxi hat nach seiner Verletzung und dem Karriereende viel in seine Ausbildung investiert, um gut mit Spielern arbeiten zu können. Er hat viele Kontakte und weiß, was die Mannschaft braucht, um erfolgreich zu sein.“ Marcelo gibt zu bedenken: „Natürlich braucht er Zeit, gerade jetzt während der Pandemie. Aber ich hoffe, dass er schafft, Energie Cottbus wieder in die 3. Liga zu bringen. Dort gehört der Verein mindestens hin.“ Mit Marcelo reicht Zimmers Netzwerk nun sogar bis nach Brasilien. An eine Rückkehr nach Cottbus denkt der Mittelfeldspieler allerdings nicht und sagt: „Wir wollen erstmal hier bleiben.“
Der einstige FCE-Torhüter Alexander Meyer freut sich, dass sein früherer Kollege nach der Verletzung nun einen neuen Weg in der Fußballbranche einschlägt.
Der einstige FCE-Torhüter Alexander Meyer freut sich, dass sein früherer Kollege nach der Verletzung nun einen neuen Weg in der Fußballbranche einschlägt.
© Foto: Steffen Beyer
Torhüter Alexander Meyer (29), Stammkeeper beim Zweitligisten Jahn Regensburg, glaubt ebenfalls, dass Zimmer für den neuen Posten gut geeignet ist: „Als ich davon gehört habe, dass Maxi Zimmer jetzt Sportdirektor ist, war ich auf jeden Fall gleich positiv gestimmt“, so Meyer. Er ergänzt: „Er war ein genialer Kicker. Deswegen freut es mich umso mehr, dass er nach seinem frühen Karriere-Ende wegen der Verletzung nun seinen Weg im Sport weitergehen kann.“ Mit Blick auf die spezielle Situation beim FCE sagt er: „Für Maxi ist es ein guter Einstieg, bei Energie zu starten. Er kennt den Verein sehr gut und hatte dort zwei intensive Jahre. Außerdem glaube ich, dass es für die Jungs im Team gut, dass er so ein junger Sportchef ist. Er versteht das heutige Fußballgeschäft besser, ist noch näher dran. Mich freut es sehr, dass er diesen Schritt gemacht hat.“

Förster sieht Vorteile für Energie Cottbus

Benjamin Förster (l.) setzt darauf, dass Maximilian Zimmer es schafft, Top-Fußballer für den FC Energie zu überzeugen.
Benjamin Förster (l.) setzt darauf, dass Maximilian Zimmer es schafft, Top-Fußballer für den FC Energie zu überzeugen.
© Foto: Steffen Beyer
Zimmers ehemaliger Mitspieler Benjamin Förster (31), aktuell beim ZFC Meuselwitz unter Vertrag, meint ebenfalls: „Das ist für Maxi und den Verein eine Win-Win-Situation. Der Verein, der hoffentlich bald wieder bessere Tage erlebt, hat nicht nur einen charakterlich überragenden Menschen verpflichtet, sondern auch einen, der den Fußball in und auswendig kennt.“ Förster ist überzeugt, dass der FCE mit Zimmer einen starken Regionalliga-Kader aufbauen wird.
Er sagt: „Maxi kennt viele Spieler, die noch aktiv sind und wird sicher den einen oder anderen Top-Fußballer davon überzeugen, sich Energie Cottbus anzuschließen. Und für ihn selbst ist eine super Chance, bei einem großen Verein wieder im Fußball-Geschäft Fuß zu fassen.“