Von Jan Lehmann und Frank Noack

Nur „Fußballgott“ Detlef Irrgang hatte das bisher geschafft – nun ist auch Fabio Viteritti zum dritten Mal „Energie-Fußballer des Jahres“. Der 25-Jährige schaffte sogar ein Novum bei der Wahl, die seit 1980 durchgeführt wird: Dreimal hintereinander hatte vor ihm noch kein Energie-Kicker gewonnen.

Und dennoch war Viteritti nach der Ehrung am Samstag nicht zum Feiern zu Mute. Ohne Kommentar verließ der Mittelfeldspieler nach der 1:2-Niederlage gegen Würzburg mit zwiespältigen Gefühlen frustriert das Stadion der Freundschaft. Auf der Vereinshomepage bedankte er sich später mit einem kurzen Statement bei den Fans, die ihn gewählt hatten. Viteritti betonte dabei: „Ich hätte mich heute allerdings mehr über einen Sieg gefreut.“

Nach seinem Außenbandriss im Sprunggelenk war der Publikumsliebling zwar zu einem viertelstündigen Comeback gekommen – die Niederlage konnte er dabei aber nicht mehr verhindern. Zudem gab es zur großen Ehre auch noch deutliche Kritik von Trainer Claus-Dieter Wollitz am Titelträger. Der sagte: „Ich freue mich, dass er zum dritten Mal Spieler des Jahres geworden ist. Aber er hat bis zu seiner Verletzung nicht jene Akzente gesetzt, die wir uns auf dieser Position erhoffen.“

Der Trainer kritisiert, dass es Viteritti wie auch einigen weiteren Leistungsträgern aus der Vorsaison noch immer nicht gelungen sei, sich in der neuen Liga zu etablieren. Wollitz rechnet vor: „Er hat in der 3. Liga noch kein Tor vorbereitet.“ Die bisher vier Saisontore – zwei davon per Elfmeter – sind dem Coach ein zu geringer Ertrag seines Topscorers aus der Vorsaison. Im Aufstiegsjahr hatte Viteritti 13 Treffer erzielt und zwölf weitere vorbereitet.

Wollitz fordert nun vom „Energie-Fußballer des Jahres“, dass er im Abstiegskampf mehr Verantwortung übernimmt: „Ich erwarte von ihm, aber auch von allen anderen Spielern, dass sie wissen, worum es hier geht – für den Verein sowie für sie persönlich.“

Jetzt ist es an Viteritti, die Ehrung sowie diese deutlichen Worte in positive Energie umzuwandeln. Vielleicht kann ja „Fußballgott“ Irrgang dabei ein paar Tipps geben. Denn dessen damaliger Trainer hatte ihn auch nicht mit Samthandschuhen angefasst. Im Gegenteil: Irrgang musste sich von Eduard Geyer noch weitaus deftigere Sachen anhören.

Die Energie-Fußballer des Jahres im Überblick

2018: Fabio Viteritti

2017: Fabio Viteritti

2016: Fabio Viteritti

2015: René Renno

2014: Sven Michel

2013: Alexander Bittroff

2012: Thorsten Kirschbaum

2011: Nils Petersen

2010: Nils Petersen

2009: Gerhard Tremmel

2008: Gerhard Tremmel

2007: Timo Rost

2006: Kevin McKenna

2005: Kevin McKenna

2004: Laurentiu Aurelian Reghecampf

2003: Laurentiu Aurelian Reghecampf

2002: Silvio Schröter

2001: Tomislav Piplica

2000: Vasile Miriuta

1999: Franklin Bittencourt

1998: Tomislav Piplica

1997: Detlef Irrgang

1996: Toralf Konetzke

1995: Antonio Ananiev

1994: Olaf Besser

1993: Detlef Irrgang

1992: Detlef Irrgang

1990/91: Jens Melzig

1989/90: Frank Lehmann

1988: Petrik Sander

1987: Maik Pohland

1986: Ralf Lempke

1985: Andreas Wolf

1984: Andreas Wolf

1983: Robert Reiß

1982: Petrik Sander

1981: Andreas Wendt

1980: Peter Zierau