Energie Cottbus: Ein besonderer Gute-Nacht-Kuss vor dem Aufstieg?

Christian Beeck war sich vor dem entscheidenden Spiel gegen den 1. FC Köln sicher: Die Beine der Spieler von Energie Cottbus werden „praktisch von alleine laufen“.
Bernd Wende/Archiv- Energie Cottbus bereitet sich 2000 auf den Aufstieg in die 1. Bundesliga vor.
- Entscheidend ist das Spiel gegen den 1. FC Köln im Stadion der Freundschaft.
- Trainer Eduard Geyer und die Mannschaft sind hochmotiviert.
- Kapitän Steffen Heidrich ist verletzt; sein Einsatz ist unsicher.
- Die Region Lausitz fiebert mit und hofft auf den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Energie Cottbus – aus unserem Archiv
Die Geschichte von Energie Cottbus bewegt die Fußballfans – nicht nur in der Lausitz. In unserer Archiv-Serie blicken wir mit historischen Artikeln auf wichtige Spiele und Ereignisse in der FCE-Geschichte zurück. Der Text „Auch der Fußball-Gott soll heute beim Aufstieg helfen“ von Wolfgang von der Burg und Frank Noack ist am 26. Mai 2000 in der Lausitzer Rundschau erschienen.
Heute um 19 Uhr ist es endlich so weit. Dann steigt im Cottbuser Stadion der Freundschaft das mit Spannung erwartete Herzschlag-Finale in der zweiten Fußball-Bundesliga. Und der FC Energie will gegen den Tabellenführer 1. FC Köln die Sensation schlechthin perfekt machen: den Aufstieg in die erste Bundesliga. Die Mannschaft und Trainer Eduard Geyer stehen unter Strom. Eine ganze Region drückt die Daumen für den Tabellendritten aus der Lausitz, der im Falle eines Sieges in jedem Fall den Sprung ins Oberhaus schaffen würde, unabhängig davon, wie Borussia Mönchengladbach beim 1. FC Nürnberg spielt.
Es wäre für Energie der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Vor drei Jahren schwebte man dank der beiden packenden Relegationsspiele gegen Hannover 96 und dem Einzug in das Pokalfinale zwar auf einer ähnlichen Euphoriewelle – die Aussicht auf Spiele gegen Bayern München, Leverkusen und Hertha stellt all das jedoch in den Schatten.
An 11 von 13 Spielen lag der FCE auf einem der drei Aufstiegsplätze. „Deshalb würde es mich schon ankotzen, wenn wir es nun doch nicht schaffen würden“, bekennt Trainer Eduard Geyer in seiner bekanntermaßen direkten Art. Wie für viele seiner Spieler ist es auch für den 55-jährigen Sachsen wahrscheinlich die erste und letzte Chance, in die Beletage des deutschen Fußballs aufzusteigen.
Sorgen um FCE-Kapitän Steffen Heidrich
Um nicht ähnlich wie Bayer Leverkusen auf der Zielgeraden noch abgefangen zu werden, hat Dieter Krein schon einen wichtigen Verbündeten angerufen. „Der Fußball-Gott wird ein zweites Leverkusen verhindern“, ist sich der Energie-Präsident sicher.
Das Wort Motivation konnte deshalb in den vergangenen Tagen praktisch aus dem Wortschatz gestrichen werden. „Wir alle sind heiß auf dieses Spiel. Da muss man nicht mehr groß reden. Heute Abend werden die Beine praktisch von ganz allein laufen“, sagt Verteidiger Christian Beeck.
Noch immer Fragezeichen gibt es allerdings um Kapitän Steffen Heidrich. Gestern trainierte er zwar normal mit, doch ein Sprinttest am heutigen Vormittag soll letzten Aufschluss darüber geben, ob er gegen Köln eingesetzt werden kann. In den letzten Tagen nahm er gegen seine Achillessehnen-Beschwerden Schmerztabletten. „Ich spiele nur, wenn ich beschwerdefrei bin, sonst nutzt es der Mannschaft nichts“, sagte Heidrich am Donnerstag der RUNDSCHAU.
Die letzten Stunden bis zum Anpfiff
- Gestern 15 Uhr, Abschlusstraining: Erwärmung, Stretching, leichte Ballarbeit.
- Danach Abfahrt in das Waldhotel „Eiche“ nach Burg, dem traditionellen Stammquartier vor Heimspielen.
- Nach dem Abendessen (Fisch und Steak) bat Eduard Geyer noch einmal zur Mannschaftsbesprechung.
- (Danach - vielleicht - ein beschwörender Gute-Nacht-Kuss des Chefs für jeden Spieler?)
- Heute, 8 Uhr: Wecken. Verantwortlich: Betreuer Hajo Prinz.
- Danach gemeinsames Frühstück.
- Vormittag: individuelle Lockerung, Volleyball.
- Mittagessen 12:30 Uhr. Bestimmte Rituale müssen sein. Deshalb gibt es wie immer Spaghetti, Putensteaks und Hähnchen.
- Anschließend Mittagsruhe bis 15:30 Uhr.
- 16 Uhr noch einmal kurze Mannschaftsbesprechung.
- 17 Uhr Abfahrt ins Stadion der Freundschaft. Nur noch zwei Stunden bis zum Anpfiff des Spiels der Spiele.
