Energie Cottbus
: Abschieds-Tor von Rayk Schröder vor Wechsel zu Hansa Rostock

Archiv-Serie Energie Cottbus: Nach dem 2:1-Sieg bei Kickers Offenbach ist für den FCE im Mai 2000 das Tor zur Fußball-Bundesliga ganz weit offen.
Von
Jan Lehmann
Cottbus
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Rayk Schröder erzielte gegen die Kickers Offenbach einen wichtigen Kopfballtreffer für Energie Cottbus. Der Aufstieg zur Bundesliga war nach dem 2:1-Auswärtssieg am 22. Mai 2000 ganz nah.

Rayk Schröder erzielte gegen die Kickers Offenbach einen wichtigen Kopfballtreffer für Energie Cottbus. Der Aufstieg zur Bundesliga war nach dem 2:1-Auswärtssieg am 21. Mai 2000 ganz nah.

Harder/Archiv
  • Energie Cottbus besiegt Kickers Offenbach 2:1 und ist nah am Bundesliga-Aufstieg.
  • Rayk Schröder erzielt Abschiedstor per Kopfball, wechselt zu Hansa Rostock.
  • Offenbach kämpft weiter, aber Cottbus bleibt siegreich.
  • Präsident Krein und Spieler sind aufgeregt und entschlossen.
  • Am 26. Mai Finale gegen 1. FC Köln in Cottbus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Energie Cottbus – aus unserem Archiv

Die Geschichte von Energie Cottbus bewegt die Fußballfans – nicht nur in der Lausitz. In unserer Archiv-Serie blicken wir mit historischen Artikeln auf wichtige Spiele und Ereignisse in der FCE-Geschichte zurück. Der Text „Jetzt steht das Tor zur Bundesliga ganz weit offen“ von Wolfgang von der Burg ist am 22. Mai 2000 in der Lausitzer Rundschau erschienen.

Es kribbelte bereits auf dem Flughafen Berlin-Tegel bei Energie-Präsident Dieter Krein und Vize Ulrich Lepsch. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt, denn schließlich kann ja heute schon die Entscheidung fallen. Ich betone aber, ich bin aufgeregt, aber mir ist nicht mulmig“, wollte Dieter Krein klargestellt haben.

Diese Anspannung war auch den Cottbusern anzumerken, als sie den Bus im Stadion am Bieberer Berg in Offenbach verließen. Toni Labak ballte nur die Faust, sollte wohl heißen, dass alle heiß sind. Doch zunächst mussten sich die Lausitzer wütender Angriffe der Kickers erwehren, die ihre vielleicht letzte Chance zum Klassenerhalt natürlich auch nutzen wollten. Bei einem Stohr-Freistoß an den Pfosten (18) waren die Gastgeber auch nah dran. Doch nach und nach befreiten sich die Cottbuser ein wenig und kamen dann selbst zu verheißungsvollen Angriffen.

Der Blick der Auswechselbank ging immer wieder zur Anzeigetafel, wo die Spielstände der anderen Partien angezeigt wurden. Nur die Partie in Gladbach wurde nicht eingeblendet. Doch nach 25 Minuten konnten die etwa 1000 Cottbuser Fans ihrer Freude freien Lauf lassen. Rayk Schröder flog in einen Freistoß von Vasile Miriuta und traf per Kopf. „Ich bin überglücklich über diesen Treffer. Vielleicht mein schönstes Abschiedsgeschenk für Energie. Ich glaube, damit habe ich allen bewiesen, dass ich mich bis zum Schluss voll für den FCE reinhänge“, sagte der Mann, der zum FC Hansa Rostock wechselt.

Dramatik nach dem Anschlusstreffer von Offenbach

Doch mit Schröders Tor war der Kuchen noch längst nicht gegessen. Offenbach war nur kurz geschockt (Trainer Neururer: „Ich war beeindruckt, wie meine Mannschaft das Tor wegsteckte und bedingungslos weiterfightete“), und es war vor allem Torhüter Tomislav Piplica zu verdanken, dass Offenbach zunächst nicht zum Torerfolg kam. Selbst als der eingewechselte Jonny Rödlund nach einem mustergültigen Konter das 2:0 erzielte, kam Offenbach nach dem Foulelfmeter wieder ins Spiel zurück.

„Es war dramatisch und spannend zugleich. Sicher hatten wir in einigen Situationen Glück, doch am Ende zählt nur das Ergebnis“, sagte erleichtert Eduard Geyer. „Nie mehr zweite Liga“, skandierten die Fans begeistert und in der Tat sind die Cottbuser Spieler wild entschlossen, auch gegen Köln am Freitag als Sieger vom Platz zu gehen. „Jetzt sind wir ganz nah dran, nun wollen wir den Sack auch zumachen“, tat Kapitän Steffen Heidrich kund, der nach einem Schlag auf die Achillessehne noch vor der Halbzeit den Platz verlassen musste.

Energie-Präsident Dieter Krein lief schmunzelnd über den Rasen in Offenbach und unkte: „Hoffentlich geht es uns am Freitag nicht wie Leverkusen. Aber Scherz beiseite. Das Tor zur 1. Liga steht ganz weit offen. Wir wollen es uns nicht vor der Nase zuschlagen lassen.“ Das Finale furioso gibt es also am 26. Mai gegen den Aufsteiger 1. FC Köln in Cottbus. Die Cottbuser werden alles tun, die Kölner ins Oberhaus zu begleiten.

Stimmen zum Spiel

Moussa Latoundji: „Jetzt packen wir es, jetzt kann uns niemand mehr bremsen.“

Jörg Scherbe: „Es war ein hartes Stück Arbeit und vielleicht nicht unser bestes Spiel. Doch was soll's, nun wollen wir alles.“

Franklin Bittencourt: „Ich bin überglücklich über den Erfolg. Jetzt haben wir gegen den 1. FC Köln ein volles Haus, das wird uns noch einmal beflügeln.“

Energie Cottbus

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