Energie Cottbus
: Detlef Irrgang und das Bier in Dubai - Anekdoten vom FCE-Jubiläum

Die Feier zum 60. Geburtstag von Energie Cottbus war für ehemalige Akteure und Verantwortliche die Gelegenheit, noch einmal in Erinnerungen zu schwelgen.
Von
Peter Mertes,
Frank Noack
Cottbus
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Gute Laune bei Detlef Irrgang (l.), Eduard Geyer (m.) und Dieter Krein (r.)

Anekdoten: Beim Jubiläum von Energie Cotbus erzählen unter anderem Detlef Irrgang (v.l.), Eduard Geyer und Dieter Krein Anekdoten aus ihrer Zeit beim FCE und unterhalten damit nicht nur Moderatorin Caroline Labens (ganz links). In 60 Jahren Vereinsgeschichte haben sich viele Geschichten angesammelt.

Steve Seiffert
  • Energie Cottbus feierte am Sonnabend (31. Januar) 60-jähriges Vereinsjubiläum.
  • Akteure von 1966 bis heute erzählten Anekdoten, u. a. Irrgang, Geyer, Krein.
  • 1966: Ekkehard „Maxe“ Zeidler nach West-Berlin-Besuch kurzzeitig zur Zweiten versetzt.
  • 1980er: Trainer Fritz Bohla setzte mit Argumenten ein Tribünendach durch.
  • 1990er: Irrgangs Bier-Aktion in Dubai; Geyers St.-Pauli-Spruch sorgte für Reaktionen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein 60. Geburtstag ist immer eine große Chance, denkwürdige Geschichten aus alten Zeiten zum Besten zu geben. Das war bei Energie Cottbus nicht anders, als der Verein am vergangenen Sonnabend (31. Januar) sein Jubiläum zum 60-jährigen Bestehen feierte.

Der FCE hatte Akteure aus allen Generationen auf die Bühne gebeten - von den Anfängen 1966 bis hin zur aktuellen Generation.

Unterhaltsam wurde es auch, als Detlef Irrgang, Eduard Geyer und Dieter Krein ihre Anekdoten aus den 1990er-Jahren zum Besten gaben. Eine Auswahl aus 60 Jahren Energie Cottbus.

Versetzung für Maxe Zeidler wegen Besuch in West-Berlin

Die Partie im Sommer 1966 bei Wacker 04 Berlin in Reinickendorf brachte Ekkehard „Maxe“ Zeidler großen Ärger ein. „Meine Schwester wohnte in Westberlin und hatte einen Friseursalon“, blickt der mittlerweile 86-Jährige zurück. Er sei in der 70. Minute aus der Partie ausgeschieden - „verletzungsbedingt“, beteuert Zeidler.

Der anschließende Besuch bei der Schwester wurde zum Politikum. „Am anderen Tag hieß es bei Energie auf einmal: Maxe, du bist schon zu alt, spiel mal lieber bei der Zweiten.“ Sportlich ließ sich die Versetzung nicht lange aufrechterhalten, ein halbes Jahr später war der 27-Jährige zurück in der ersten Mannschaft.

Fritz Bohla sorgt mit einfachem Argument für Tribünendach

In den 1980er-Jahren bringt Fritz Bohla als Trainer eine erste Professionalisierung der Infrastruktur - mit einem ganz einfachen Argument: „Für uns als Trainer ist wichtig, dass wir eine Tribüne hätten. Da ist ein Dach, da gehen die Anfeuerungsrufe und Pfiffe nicht in den Himmel, sondern auf den Rasen“, erklärte er dem damaligen Ökonom der Bezirksleitung.

Bohla schaffte mit Energie zweimal den Aufstieg in die DDR-Oberliga. Der Klassenerhalt 1989 sowie die Eurocup-Qualifikation waren seine größten Erfolge.

Fritz Bohla. Foto: Fotodienst Hajek

Fritz Bohla hat mit seinem Einsatz bei Energie Cottbus in den 1980er-Jahren für eine Tribüne im damaligen Stadion der Freundschaft gesorgt.

Fotodienst Hajek

Der war selbst immer zu Gast im Stadion und ließ sich darum vielleicht auch von einem zweiten Argument des Trainers überzeugen: „Damit Sie nicht im Regen sitzen, wäre es für Sie sicherlich günstig, nicht immer den Schirm aufzuhalten, wo Sie dann wenig sehen.“ Die Tribüne kam innerhalb eines Jahres.

Vater verhindert Lempke-Wechsel nach Magdeburg

Was wäre wohl aus Ralf Lempke geworden, wenn sein Vater 1986 nicht den Wechsel des Sohnemannes zum 1. FC Magdeburg verhindert hätte? Der Vertrag beim damaligen Europapokal-Teilnehmer war schon unterschrieben, doch der damals 30-Jährige musste es noch seinen Eltern beibringen - und der Vater war glühender Energie-Fan.

„Nach einer Niederlage brauchte ich gar nicht klingeln“, erinnert sich Lempke. „Beim Sieg gab es eine Leberwurststulle. Und vor allen Dingen eine grüne Flasche Bier, Cottbuser Hell - die Sterbehilfe“, erzählt das heutige Präsidiumsmitglied gut gelaunt und sorgt für Lacher in der Stadthalle. „Aber wie gesagt, der Spaß war zu Ende. Mein Vater hat mich nicht mehr reingelassen, die Mutter geheult.“ Mit dem Trabant ging es wieder nach Magdeburg, der Vertrag wurde zurückgezogen.

Detlef Irrgang besorgt Bier im Trainingslager in Dubai

„Ich habe schon immer gewusst, dass die Fußballer saufen“, bekennt Trainerlegende Eduard Geyer, als sein einstiger Torjäger Detlef Irrgang eine Anekdote aus einem Trainingslager in Dubai zum Besten gibt. „Da war von der Bild-Zeitung eine Reporterin mit. Wir haben gesagt: Wenn du ein paar Schlagzeilen haben willst, muss dein Fotograf 24 Büchsen Bier besorgen. Die stellst du dann bei Christian Beeck aufs Zimmer, die werden auch bezahlt“, erzählt der von den Energie-Fans zum Fußballgott gekürte Stürmer.

Die Büchsen wurden mit „fünf, sechs“ Spielern geleert und dann einfach aus dem Fenster geworfen, weil nebenan eine Baustelle war. „Ede war in dem Glauben, wir haben keinen Alkohol getrunken.“ Der Trainerfuchs kannte aber natürlich alle Tricks, auch zuhause in Cottbus: „Wenn Spieler zu mir kamen und gesagt haben: Trainer, heute kann ich nicht trainieren, ich war beim Italiener Muscheln essen. Da habe ich gewusst, der hat gesoffen!“

Eduard Geyer und der Spruch mit den Nutten auf St. Pauli

Geyer erinnert sich auch noch lebhaft an die Reaktionen auf einen seiner berühmtesten Sprüche. „Manche junge Spieler haben eine Einstellung zum Leistungssport wie die Nutten auf St. Pauli“, beklagte der strenge Coach einst.

Unfreiwillig auf der Tribüne: Diesen Platz musste Eduard Geyer auch im Mai 2001 einnehmen. Energie bezwang damals den Hamburger SV mit 4:2. Foto: dpa

ARCHIV - Der Cottbuser Trainer Eduard Geyer dirigiert seine Mannschaft von der Tribüne aus im Spiel des FC Energie Cottbus gegen den Hamburger SV 4:2 (2:1) am Samstag (12.05.2001) im Stadion der Freundschaft in Cottbus. Matthias Hiekel/dpa (zu dpa ««Ede» Geyer wird 70: «Leute akzeptieren, dass man nicht rumeiert»» am 06.10.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Auf der Tribüne: Mancher Schiedsrichgter schickte Eduard Geyer auf die Tribüne, manchmal widmeten die Zuschauer auf der Tribüne ihm aber auch ein eigenes Plakat.

Matthias Hiekel

Als der FCE kurz danach auf St. Pauli antrat, saßen hinter der Cottbuser Trainerbank 30 bis 40 Frauen. „Da war ein Riesenplakat“, berichtet der Ex-Trainer. „Ede Geyer, unser bester Freier!“

Die Schmerzen von Sebastian Lemke beim Aufstieg in Berlin

Die Rückkehr in die 3. Liga im Sommer 2024 war für den aktuellen Vereinspräsidenten Sebastian Lemke eine schmerzhafte Angelegenheit. Wegen einer Gelbsperre konnte Trainer Claus-Dieter Wollitz im finalen Saisonspiel gegen Hertha BSC II (2:0) nicht an der Seitenlinie stehen, sondern saß neben Lemke auf der Tribüne im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark.

„Meine Rippen taten weh, mein linkes Ohr war kaputt“, erinnert sich Lemke humorvoll über die 90 Minuten neben dem Coach. Auch Wollitz selbst kann über sein emotionales Mitfiebern als Zuschauer schmunzeln: „Ich glaube, der Präsident hat dann festgestellt: Der soll immer da unten bleiben. Bloß nicht da oben als Sportdirektor neben mir, das ist wahrscheinlich nicht so erträglich.“

Im Video: Der Festakt zu 60 Jahren Energie Cottbus

Energie Cottbus – der Spielplan in der 3. Liga 2025/26

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