
Wollitz: Der FCE und das Trauma: Anpfiff in der 94. Minute
Energie–Trainer Claus–Dieter Wollitz legte bei der Pressekonferenz am Freitag gleich mal fest: „Fangen wir doch am besten bei der 94. Spielminute vom vergangenen Freitag an.“ Was als Einstieg für das Gespräch mit den Medienvertretern gedacht war, darf man durchaus auch für das bevorstehende Spiel gegen Paderborn gelten lassen. Dieses Gegentor zum 1:1 in Rostock — über das sich Wollitz noch immer fürchterlich ärgert, weil es nach der anberaumten Nachspielzeit gefallen war — ist für die Cottbuser eine Hypothek für die Partie am Sonntag.
Wie groß die Belastung sein kann, das zeigt der Blick in die jüngere Vergangenheit: Auch gegen Eintracht Frankfurt hatte Energie im September nach starkem Spiel in der Schluss–Sekunde noch den 3:3–Ausgleich kassiert. Was folgte war ein Absturz in der Tabelle. Mit vier Niederlagen in sechs Spielen rutschte der FCE mit nunmehr 18 Punkten bis auf Rang neun ab. Wollitz gibt zu: „Diese 18 Punkte sind nicht unser Anspruch.“ Er rechnet aber auch vor: „Eigentlich hätten wir schon 22 Punkte. Die beiden Spiele gegen Frankfurt und Rostock waren ja quasi schon abgepfiffen.“
Doch auch wenn der Trainer felsenfest davon überzeugt ist, dass der FCE ohne den Nackenschlag gegen Frankfurt sogar schon 25 oder 26 Zähler auf dem Konto hätte — nun gilt es erst einmal, eine neuerliche Talfahrt zu verhindern. Deshalb wollen die Cottbuser nicht wieder dieselben Fehler machen: „Nach dem Frankfurt–Spiel sind wir falsch mit der Enttäuschung umgegangen. Nicht zuletzt ich“, erklärt Wollitz, der diesen Fehlverhalten nun bereits zum wiederholten Male betont.
Er sei da zu frustriert gewesen, so der Coach, der den Rostocker Rückschlag mit seiner Mannschaft nun anders angegangen ist. Man sei dieses Mal nicht frustriert, sondern traurig gewesen. „Und wir haben die Szene bereits am Samstag ausgewertet.“
Nun also geht für Energie das Spiel eben in jener 94. Spielminute los — und das muss für die Lausitzer kein Nachteil sein. Denn gegen Rostock präsentierte sich die Wollitz–Elf zuvor sehr ordentlich. Defensiv traten die Cottbuser bis zu den drei verhängnisvollen Eckbällen sicher auf, zudem erarbeiteten sie sich einige gute Chancen. Der Trainer betont: „Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie sich wieder herankämpfen will.“ Jetzt benötige sein Team Heimsiege, um aus dem Tabellen–Mittelmaß wieder herauszukommen. „Am Sonntag wollen wir damit beginnen“, so Wollitz. Gegen einen Cottbuser Siegtreffer in der Nachspielzeit hätte er dabei sicher nichts einzuwenden.
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