Alemannia Aachen
: Vorwürfe wegen Gewaltvideo – Trainer Backhaus nimmt Stellung

Vor dem Duell zwischen Alemannia Aachen und Energie Cottbus in der 3. Liga spricht Aachens Trainer Heiner Backhaus nicht nur über das Spiel, sondern auch über die aktuellen Vorwürfe.
Von
Florian Luber
Aachen
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Fussball 3. Liga 2024/2025 FC Energie Cottbus - Alemannia Aachen: Trainer Heiner Backhaus (Alemannia Aachen)

3. Liga: Aachen-Trainer Heiner Backhaus, hier im Hinspiel gegen Energie Cottbus, sieht sich derzeit schweren Vorwürfen ausgesetzt. Auf der Pressekonferenz vor dem Rückspiel gegen die Lausitzer nahm er dazu Stellung. (Archivbild)

Steffen Beyer
  • Trainer Heiner Backhaus von Alemannia Aachen äußerte sich zu Gewaltvorwürfen und dem Spiel gegen Energie Cottbus.
  • Aachen empfängt am Freitagabend den Tabellenführer Cottbus; 13 Punkte trennen die Teams.
  • Zwei Stammspieler fehlen in der Defensive; ein Stürmer ist verletzt.
  • Backhaus betont, dass er das Gewaltvideo nie erhalten habe und sich als Zeuge äußern werde.
  • Er betont die Belastung für seine Familie durch die Vorwürfe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Alemannia Aachen empfängt mit Energie Cottbus nicht nur den Tabellenführer und die Überraschungsmannschaft der aktuellen Saison, sondern auch einen Mitaufsteiger. Wie die Lausitzer hat Aachen noch in der vergangenen Saison in der Regionalliga gekickt und sind dort souverän aufgestiegen.

Am Freitagabend (31. Januar, 19 Uhr) kommt es auf dem Tivoli zum Duell der beiden Aufsteiger, die bereits 13 Punkte trennen. Aachen steht im gesicherten Mittelfeld, Cottbus grüßt von der Tabellenspitze. Aachens Trainer Heiner Backhaus sprach auf der Pressekonferenz vor dem Spiel nicht nur über das Sportliche, sondern nahm auch Stellung zu den aktuellen Vorwürfen um seine Person.

Alemannia Aachen – der Kader für Energie Cottbus

Aachens Trainer Heiner Backhaus kann nicht aus dem Vollen schöpfen. Mit Lamar Yarbrough und Mika Hanraths muss er auf zwei Stammkräfte in der Defensive verzichten. Yarbrough ist noch verletzt und mit Hanraths fehlt zudem der Kapitän wegen einer Gelbsperre. Mit Charlison Benschop fällt außerdem ein Stürmer wegen Achillessehnenproblemen aus. „Alle anderen Spieler sind gesund und freuen sich sehr auf das Spiel gegen den Tabellenführer“, so Backhaus zum Kader für die Partie gegen Energie Cottbus.

Alemannia Aachen – der Gegner Energie Cottbus

„Sie haben eine sehr gute Mannschaft, die im Flow ist. Sie spielen lange zusammen, haben sich punktuell verstärkt über die letzten Transferfenster und haben sehr gute Fußballer in ihren Reihen“, so Backhaus über Energie Cottbus. Auf die Frage, ob man aufgrund des Ausfalls des Kapitäns und des flügellastigen Spiels von Energie Cottbus statt des Systems mit drei Innenverteidigern auch auf eine Viererkette umstellen könnte, ließ sich Backhaus nicht in die Karten schauen. „Wir sind auf beides vorbereitet. Und wir werden morgen im finalen Abschlusstraining, dem Anschwitzen, noch einmal hören, wie die Jungs das sehen und sich wohlfühlen. Das Abschlusstraining war in beiden Formationen absolut zufriedenstellend“, so Backhaus. „Wir freuen uns und sind vollen Mutes, dass wir zu Hause den Tabellenführer richtig ärgern können“, sagte Backhaus.

Alemannia Aachen – Hilfe aus der Nationalmannschaft bei Standards

Bei der 1:2-Niederlage am vergangenen Wochenende in Verl kassierten die Rheinländer zwei fast identische Gegentore. Zweimal nach einer Ecke von Berkan Taz, die beide Male auf den kurzen Pfosten geschlagen wurde, und zweimal stand dort Niko Kijewski mutterseelenallein und vollendete. Bei der Aufarbeitung rief Backhaus sogar den Standard-Trainer der Nationalmannschaft, Mads Buttgereit, an. Die beiden kennen sich vom Trainerlehrgang. Sogar er soll an diesem Standard verzagt haben, weil er sehr gut getreten und abgeschlossen wurde. Dennoch wurde ein Fehler erkannt und in dieser Woche auch daran trainiert.

Alemannia Aachen – Backhaus über die aktuellen Vorwürfe

Zu Beginn der Pressekonferenz nahm Heiner Backhaus einmal zur aktuellen Situation um seine Person Stellung. Er und Vereinsvorsitzende Marcel Moberz sind als Zeugen geladen, nachdem Berichten zufolge ein Fan ihnen ein Video seines eigenen versuchten Totschlags zugesandt haben soll. Dabei handelt es sich um Kevin Polz, einen ehemaligen Hooligan mit angeblichen Verbindungen zur rechtsextremen Szene. Backhaus machte deutlich, dass er in seiner Zeit in Aachen ein Wertesystem und ein integratives Umfeld geschaffen habe und sprach auch von gelebter Solidarität.

Er habe Polz bei einem Vereinstermin kennengelernt, wo es unter anderem um Bedürftige ging und ihm in Bezug auf seine karitative Institution seine Nummer gegeben, sagte Backhaus. „Ich habe an diesem Abend nicht gewusst, wer dieser Mensch war. Und im Nachgang hätte man mich da schützen müssen, wenn das jemand gewusst hätte“, so Backhaus weiter. „Ich bin geladen als Zeuge und möchte hier nicht vorwegnehmen, was wir dort schonungslos sagen werden, um die Wahrheit am Ende ans Licht zu bringen“, stellte Backhaus klar.

Laut „Zeit Online“ sollen Backhaus und Moberz nach Erhalt des Gewalt-Videos wenig Empörung gezeigt und über WhatsApp ihre Zustimmung signalisiert haben. Backhaus bestritt in der Pressekonferenz, dass er besagtes Gewaltvideo erhalten habe: „Hätte ich eine Straftat gesehen, dann hätte ich das den Behörden selbstverständlich gemeldet.“

Auch privat habe das Thema Backhaus sehr belastet. „Wenn man in dieses Fahrwasser gerät, ohne was dafür zu können, das belastet sehr. Und nicht nur mich, auch meine Familie. Ich kann das ab, weil ich ja muss“, so Backhaus, der auch darauf hinwies, dass sowohl seine Mutter in seinem Heimatort als auch seine Kinder, die noch zur Schule gehen, damit konfrontiert seien. Nach nochmaligem Nachfragen waren die abschließenden Worte zu diesem Thema auf der Pressekonferenz deutlich: „Bitte Fragen zum Spiel. Ist der einfachste Weg für mich, das auch zu vergessen.“

Pressekonferenz mit Heiner Backhaus im Video

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