Das ist mein Hund Lumi
: Aus Tierheim in Griechenland in ein neues Leben

Zum Welthundetag 2024 zeigen wir sie (fast) alle – die Verlags-, Redaktions- oder eben Homeoffice-Hunde des Medienhauses. Bei Reporterin Britta Gallrein lebt Hund Lumi.
Von
Britta Gallrein,
Tilo Winkler
Bernau
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Welthundetag 2024: Britta Gallrein mit ihrem Hund Lumi.

Welthundetag 2024: Britta Gallrein mit ihrem Hund Lumi am Strand.

Britta Gallrein

„Der Hund braucht einen Psychiater!“ Das war der erste Satz, den der Nachbar, selbst erfahrener Hundeführer bei der Bundespolizei, über Lumi sagte. Die Aussage ließ Lokalredakteurin Britta Gallrein in Tränen ausbrechen. Denn sie war selbst erschrocken, wie tief verängstigt und traumatisiert dieser Hund war, den sie damals vor jetzt 3,5 Jahren aus einem griechischen Tierheim adoptiert hatte. „Einen Hund aus dem Auslandstierschutz aufzunehmen, den man noch nie zuvor live gesehen hat, ist ein Wagnis. Man weiß nie so genau, was einen erwartet“, sagt sie heute.

Lumi war fünf Jahre alt und hatte ihr ganzes Leben auf 30 Quadratmetern in einem Zwinger mit anderen Hunden verbracht. Ihre Vermittlungschancen standen bei null, in fünf Jahren hatte sie nicht eine Anfrage erhalten. Sie gehörte nicht zu den Hunden, die freudig wedelnd an den Zaun kommen, wenn Adoptanten das abgelegene Tierheim besuchten. Solche Hunde haben es schwer, es jemals raus aus dem Shelter zu schaffen.

Hund aus dem Tierschutz: eine ganz bewusste Entscheidung

Britta Gallrein entschied sich bewusst für einen Hund aus dem Tierschutz. „Süße Welpen vom Züchter will jeder. Aber es gibt so viele großartige Hunde, die ihr Leben unter unwürdigen Zuständen in Zwingern verbringen müssen oder sogar getötet werden. Ich finde, wir sollten uns erstmal um die kümmern, bevor wir ständig neue produzieren.“ Sie verliebte sich in das Foto der weißen Hündin und ließ sich auf das Wagnis ein.

Lumi, angeblich ein Pointer-Mischling, kannte nichts, als sie mit dem Flugzeug in Deutschland ankam. Kein Gras unter den Füßen, kein Körbchen, keine Autos, keine Spaziergänge. „Solche Hunde haben das Gefühl, ihnen fällt der Himmel auf den Kopf, wenn sie adoptiert werden“, hatte die Tierschützerin der neuen Besitzerin mit auf den Weg gegeben.

Die erste Zeit war schwer. Lumi fraß nicht und wurde klapperdürr. Sie kauerte wochenlang zitternd in ihrem Körbchen, nach draußen musste sie getragen werden. Die Hündin war in absoluter Schockstarre. „Es flossen so einige Tränen und oft dachte ich, wir schaffen es nicht mit unserer Panik-Elfe“, erinnert sich Britta Gallrein an diese Zeit zurück.

Lumi aus Griechenland: Aus Bündel Angst wurde fröhlicher Hund

Aber die Geduld zahlte sich aus. Aus dem zitternden Bündel Angst ist inzwischen ein fröhlicher, gut gelaunter Hund geworden, der seine Besitzerin morgens ausgelassen begrüßt und es kaum erwarten kann, sich auf der Hundewiese mit den neuen Freunden in wilden Renn-Spielen zu messen - die die blitzschnelle Lumi übrigens immer gewinnt.

Sie läuft perfekt an der Leine, kann alleine bleiben und liebt Autofahrten. Fremden Menschen gegenüber ist sie immer noch skeptisch. Dass Pointer-Blut in ihr fließt, glaubt Britta Gallrein nicht mehr. „Lumi hat überhaupt keinen Jagdinstinkt“, sagt ihre Besitzerin. „Sehr praktisch für mich, da ich sie überall frei laufen lassen kann – sie bleibt immer in meiner Nähe.“ Inzwischen denkt die Familie sogar über die Anschaffung eines zweiten Hundes nach. „Die Rasse ist uns völlig egal. Aber auf jeden Fall wird auch der wieder aus dem Tierschutz sein“, erklärt Britta Gallrein. „Denn Lumi ist das Beste, was uns passieren konnte.“

Welthundetag 2024: Das ist mein Hund

In Deutschland leben nach aktuellen Umfragen mehr als 10 Millionen Hunde. Der Hund ist nach der Katze das beliebteste Haustier. Auch etliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Medienhaus genießen ein Leben mit Hund(en). Zum Welthundetag am 10. Oktober 2024 wollen wir sie zeigen - unsere Verlags-, Redaktions- oder eben Homeoffice-Hunde, garniert mit kleinen Geschichten und Anekdoten aus dem Alltag mit unseren bellenden Vierbeinern. Hier sind sie: