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| 17:57 Uhr

Das letzte Steher-Rennen des Schweizers in Forst
Atzeni verabschiedet sich von seiner großen Liebe

 Giuseppe Atzeni (mit Schrittmacher André Dippel gehört seit einem Jahrzehnt zu den Publikumslieblingen in Forst.
Giuseppe Atzeni (mit Schrittmacher André Dippel gehört seit einem Jahrzehnt zu den Publikumslieblingen in Forst. FOTO: Frank Hammerschmidt
Forst. Beim Großen Pfingstpreis an diesem Sonntag fährt Giuseppe Atzeni zum letzten Mal in Forst. „Ich will es mit einem Sieg abschließen“, kündigt die Steher-Legende aus der Schweiz an. Von Frank Noack

Giuseppe Atzeni und Forst – das ist eine ganz besondere Liebesbeziehung. Das darf man in diesem Fall sogar ganz wörtlich nehmen. Denn hier hat der 41-jährige Steherfahrer aus der Schweiz nicht nur seine Frau Kristin kennen- und eben auch lieben gelernt. In Forst hat Atzeni viele Rennen gewonnen. Er avancierte im vergangenen Jahrzehnt zu einem der Publikumslieblinge auf der 400 Meter langen Betonbahn in der Rosenstadt.

Zu den sportlichen Höhepunkten zählt zweifellos der Gewinn des EM-­Titels im September 2009. Der Schweizer bedankte sich damals mit einem Kniefall sowie einem Kuss auf die Rennbahn für die Unterstützung durch „sein“ Forster Publikum.

An diesem Wochenende ist ­Giuseppe Atzeni wieder in Forst – zum voraussichtlich letzten Mal. Beim Derny-Cup am Samstag in der Innenstadt sowie beim Großen Pfingstpreis der Steher am Sonntag soll die Radsport-Legende offiziell verabschiedet werden. „Ich freue mich extrem auf Forst, speziell auf das Steherrennen bei meinem Abschied“, erklärt der Schweizer.

Seine größten internationalen ­Erfolge liegen zwar schon einige Zeit zurück. 2006, 2009 und 2010 holte Atzeni den EM-Titel. Dazu kommen acht Landesmeistertitel in der Schweiz. Aber für das bevorstehende Wochenende in Forst – da hat sich der Altmeister noch einmal ganz viel vorgenommen! Die aktuelle Form? „Sie ist super“, versichert Atzeni im Brustton der absoluten Über­zeugung. In der vergangenen Woche triumphierte er beim Steherrennen in Zürich-Oerlikon. Es war sein erstes Rennen hinter dem Motorrad in diesem Jahr.

Bei den ersten Kräftemessen in Deutschland war er nicht am Start. In Erfurt gewann der amtierende Europameister Franz Schiewer, in Bielefeld siegte der Niederländer Reinier Honig. Die beiden dominierenden Fahrer der vergangenen zwei Jahre gehören natürlich auch am Pfingstwochenende wieder zu den Topfavoriten. Dazu kommt ­Stefan Schäfer, der genau wie Schiewer in Forst geboren wurde.

 Giuseppe Atzeni hat sich viel vorgenommen für den Pfingstsonntag.
Giuseppe Atzeni hat sich viel vorgenommen für den Pfingstsonntag. FOTO: Hammerschmidt Frank / Frank Hammerschmidt

Und natürlich Giuseppe Atzeni, der neben einer guten Form auch jede Menge Erfahrung mitbringt. ­Als ihn die RUNDSCHAU in dieser ­Woche zu seinen Ambitionen befragte, antworte der Schweizer mit einer Kampfansage. „Dieses Jahr habe ich große Ambitionen. Ich habe Berichte gelesen, dass ganz andere Fahrer als Favoriten gehandelt werden. Ich sage es ganz ehrlich: Das  Podium ist das Minimum, mein Ziel ist der Sieg“, erklärt Atzeni und liefert auch gleich eine Be­gründung hinterher: „Weil die Form super ist und ich hochmotiviert bin.“

Denn Forst ist und bleibt seine große Liebe. Dazu beigetragen hat natürlich auch die Ehe mit ­einer Forsterin. Kristin Atzeni (geborene Schulz) und der erfolgreiche Bahnfahrer leben zwar seit einigen Jahren gemeinsam in der Schweiz, kommen aber immer wieder gern in die Lausitz. Gemeinsam betreiben sie inzwischen in der Schweiz ein Radsportgeschäft. Kristin Atzeni gibt außerdem noch den jährlichen Kalender „Sexy Cycling Calendar“ ­(www.sexy-cycling.ch) heraus. Sie fährt Rennrad als Hobbysportlerin.

Laut Marcel Möbus als Sport­lichem Leiter des Pfingstpreises planen die  Verantwortlichen vom PSV Forst am Sonntag eine feier­liche Verabschiedung sowie eine kleine Überraschung für „Giusi“, wie Giuseppe Atzeni in Radsportkreisen genannt wird. Ob es wirklich das letzte Rennen von Atzeni in Forst ist, muss sich allerdings erst noch zeigen. Denn seine aktive Karriere wird der Schweizer noch nicht beenden. Sein Abschied hängt  eher mit dem geplanten Umbau der ­Forster Bahn und der damit verbundenen Rennpause zusammen. Diese Pause könnte es allerdings erst 2021 geben. Atzeni will es nehmen, wie es kommt. „Ich gebe meinen Abschied, weil meine Info so war, dass die Bahn umgebaut wird“, erklärt er mit Blick auf die Renn­pause: „Es ist schade für mich, schade für die Leute, aber dann ist das halt so. Ich habe in Forst viele Siege geholt. Deshalb will ich es mit einem Sieg abschließen.“

 Model und Herausgeberin: „Sexy ­Cycling Calender“ von Kristin Atzeni.
Model und Herausgeberin: „Sexy ­Cycling Calender“ von Kristin Atzeni. FOTO: -