Die Bewohner im Lausitzer Kohlerevier haben ein ganz besonderes Verhältnis zum Elektroautobauer Tesla entwickelt. Grund dafür ist eine ungewöhnliche Aktion, die auch in Südbrandenburg so mancher als „Schnapsidee“ belächelt hatte.

Im Oktober 2018 starteten einige Enthusiasten in der Lausitz die Initiative „#Welcome Tesla“. Mit der wollten sie den amerikanischen E-Autopionier Elon Musk auf die Region aufmerksam machen. Ausgangspunkt dabei waren die Befürchtungen rund um den Kohleausstieg und den drohenden Zusammenbruch der Industriestruktur in der Region. Elon Musk hatte ein großes Europaengagement angekündigt. Diese Chance wollten sich die Lausitzer nicht entgehen lassen.

Hunderte mit Taschenlampen auf dem Lausitzring

Im Oktober 2018 versammelten sich zum Auftakt von „#Welcome Tesla“ Hunderte Menschen mit Taschenlampen auf dem Lausitzring bei Klettwitz (Oberspreewald-Lausitz), um einen symbolischen Lichtimpuls an Musk in den Lausitzer Himmel zu senden. „Unser Signal sollte dem von Elon Musk ins Weltall beförderten Tesla Roadster und damit der Gigafactory Europe den Weg in den Osten Deutschlands leuchten“, sagt Jens Taschenberger, einer der Initiatoren.

Bewerbungsvideo an Tesla

Aus der Initiative entwickelte sich nach Angaben der Organisatoren in der Lausitz und im Internet eine Bewegung mit mehr als 125 000 Unterstützern aus allen Bereichen der Gesellschaft. Im Frühsommer dieses Jahres dann gab es das „#Welcome Tesla“-Finale und eine zweite Taschenlampenaktion im Cottbuser Stadtzentrum.

Youtube Das offizielle Bewerbungsvideo, damit die Tesla Gigafactory 3 in die Lausitz kommt.

Von dort schickte die Initiative ein Bewerbungsvideo an das Tesla-Team. „Damit haben wir unser Lichtsignal über den ,großen Teich‘ transportiert“, beschreibt Marketingexperte Taschenberger die Idee.

Auch eine Entscheidung für die Lausitz

Nach der überraschenden Ankündigung zum Bau der Tesla Gigafactory 4 (GF-4) im Berliner Speckgürtel, fühlen sich die „#Welcome Tesla“-Initiatoren bestätigt. Die Entscheidung für Brandenburg sei auch eine Entscheidung für die Lausitz als eine potenzielle industrielle Zulieferregion. „Gleichzeitig sorgt sie für neue Aufmerksamkeit auch für Europas größtes Zentrum für autonomes Fahren auf dem Lausitzring“, so Jens Taschenbergs Mitstreiter Ralf Henkler vom Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW).