Ein Film aus Leidenschaft
: Warum „30 and Wild“ viel mehr Aufmerksamkeit verdient

Zum Kinostart von „30 and Wild“ spricht Regisseur Felix Maxim Eller im Interview über kreative Freiheit, ungewöhnliche Dreharbeiten und warum gerade sein Film auf die Unterstützung des Publikums angewiesen ist.
Von
Judith Müller
Unna (NRW)
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Mit viel Teamgeist und Leidenschaft entstand 30 and Wild – ein Independent-Film von Felix Maxim Eller, der seit dem 26. März in deutschen Kinos läuft.

Mit viel Teamgeist und Leidenschaft entstand 30 and Wild – ein Independent-Film von Felix Maxim Eller, der seit dem 26. März in deutschen Kinos läuft.

Lost Tape

Seit dem 26. März 2026 läuft „30 and Wild“ in deutschen Kinos. Der Film von Felix Maxim Eller ist nicht nur eine Geschichte über das Erwachsenwerden, sondern auch ein Beispiel dafür, wie viel durch Leidenschaft und Zusammenhalt entstehen kann. Im Interview mit der Lausitzer Rundschau spricht der Regisseur über ungewöhnliche Dreharbeiten, kreative Freiheit und ein Team, das an ein gemeinsames Ziel geglaubt hat.

Ein Film, der aus Begeisterung entstanden ist

Für Eller war von Anfang an klar, dass dieses Projekt nur funktionieren kann, wenn alle Beteiligten voll dahinterstehen. Viele der Mitwirkenden arbeiteten unter ungewöhnlichen Bedingungen – nicht aus finanziellen Gründen, sondern aus Überzeugung. „Es war wirklich so, dass alle gesagt haben: Scheißegal, wir kommen, wir machen das.“

Diese Haltung zog sich durch das gesamte Projekt. Statt klassischer Strukturen entstand ein kreativer Raum, in dem Ideen offen diskutiert wurden. „Wenn jemand eine Idee hatte, konnte er die reinschmeißen, und wir haben das ausprobiert.“

Regisseur Felix Maxim Eller hat mit uns über seinen neuen Film gesprochen.

Regisseur Felix Maxim Eller hat mit uns über seinen neuen Film gesprochen.

Narrenschiff

Dreharbeiten als Gemeinschaftserlebnis

Die besondere Dynamik am Set beschreibt Eller als einen der größten Unterschiede zu klassischen Produktionen.

„Viele aus der Crew hatten noch nie einen Film gedreht – die haben einfach zugeguckt und mitgemacht.“ Gerade diese Offenheit habe eine Atmosphäre geschaffen, die sich auch im fertigen Film widerspiegele.

„Alle hatten einfach Bock zu sehen, was da passiert. Diese Spielfreude überträgt sich auf die Leinwand.“

Mit viel Teamgeist und Leidenschaft entstand 30 and Wild – ein Independent-Film von Felix Maxim Eller, der seit dem 26. März in deutschen Kinos läuft.

Mit viel Teamgeist und Leidenschaft entstand 30 and Wild – ein Independent-Film von Felix Maxim Eller, der seit dem 26. März in deutschen Kinos läuft.

Lost Tape

Kreative Freiheit statt fester Regeln

Ein entscheidender Vorteil der unabhängigen Produktion war für Eller die künstlerische Freiheit. Klassische Hierarchien spielten eine geringere Rolle, Entscheidungen konnten schneller getroffen werden.

„Die Befehlskette war kürzer – ich musste mich nicht mit drei Departments abstimmen.“

Das habe nicht nur Zeit gespart, sondern auch Raum für spontane Ideen geschaffen. Szenen konnten sich während des Drehs weiterentwickeln, ohne dass starre Vorgaben im Weg standen.

Improvisation als Stärke

Einige der prägnantesten Momente im Film entstanden nicht strikt nach Plan, sondern im Prozess.

Wie zum Beispiel eine Szene, bei der die Hauptdarsteller im Auto umhercruisen: „Wir sind einfach rumgefahren, haben das fünfmal gemacht – und dann hat sich das entwickelt.“

Auch technisch anspruchsvolle Szenen wurden unter großem Druck umgesetzt, oft mit mehreren Anläufen. „Das haben wir 17 Mal gemacht – und nur sieben Mal sind wir wirklich durchgekommen.“

Gerade diese Mischung aus Improvisation und Präzision habe den Film geprägt.

Kleine Filme brauchen große Chancen

Trotz des großen Engagements bleibt die größte Herausforderung die Sichtbarkeit im Kino. Für Eller ist klar, dass unabhängige Projekte besonders auf Unterstützung angewiesen sind.

„Wir sind darauf angewiesen, dass Leute sagen: Ich habe da was gesehen, das war echt gut.“ Denn ohne bekannte Namen oder großes Marketing sei es schwer, Aufmerksamkeit zu bekommen.

„Die Leute denken: Deutsche Komödie, unbekannter Cast – das kann ja nichts sein.“

Ein Film, der überall funktioniert

Auch wenn „30 and Wild“ in Unna entstanden ist, sieht Eller den Film nicht als regional begrenzt. Vielmehr gehe es um Erfahrungen, die viele Menschen teilen. „Das ist kein Film nur für einen Ort – das ist ein Gefühl, das viele kennen.“

Gerade deshalb sei es wichtig, dass der Film ein breites Publikum erreicht.

Leidenschaft als Antrieb

Rückblickend ist für Eller vor allem eines entscheidend: die Motivation aller Beteiligten. „Wir haben das gemacht, weil wir es wollten – nicht, weil wir mussten.“

Diese Haltung habe das Projekt getragen, auch in schwierigen Momenten. Und genau das mache „30 and Wild“ zu einem besonderen Film.

Ihr habt Lust auf den Film bekommen? Hier findet ihr alle Kinos, in denen „30 and Wild“ läuft.