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: Helen Kevric im WM-Finale: So stehen die Chancen

Nach einer starken Qualifikation steht Europameisterin Helen Kevric aus Ostfildern im WM-Finale von Rotterdam – mit diesen Aussichten.
Von
Marco Seliger
Stuttgart
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Turnen: WM-Qualifikation Frauen: 03.10.2026, Baden-Württemberg, Stuttgart: Turnen: WM-Qualifikation Frauen, in der Scharrena Stuttgart. Die WM findet vom 17. bis 25. Oktober in Rotterdam statt. Helen Kevric turnt am Stufenbarren. Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Helen Kevric turnt an ihrem Paradegerät Stufenbarren im WM-Finale.

Marijan Murat/dpa
  • Helen Kevric steht im WM-Finale am Stufenbarren und gilt als Medaillenanwärterin.
  • Sie qualifizierte sich als Zweite; zwei chinesische Favoritinnen scheiterten nach Fehlern.
  • Trainer Wiersma: Medaillenchance ist groß, wenn sie die Übung mit Schwierigkeit 6,4 zeigt.
  • Favoritin ist Kaylia Nemour – Kevric ist einzige Deutsche in einem WM-Finale.
  • Nach Verletzung und EM-Gold plant Kevric den Coup; Team wurde Zehnter, Ermittlungen gegen Ex-Trainer laufen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Die Vorzeichen sind günstig. Helen Kevric turnt an diesem Samstag (15.45 Uhr) bei ihrer ersten WM um eine Medaille. Die Athletin aus Ostfildern hat das Finale in Rotterdam an ihrem Paradegerät Stufenbarren als Zweite in der Qualifikation bravourös erreicht – und in den beiden Chinesinnen Qiu Qiyuan und Du Siyu und sind zwei eigentlich sichere Medaillenkandidatinnen nach jeweils verpatzten Übungen in der Qualifikation überraschend gescheitert.

„Sie hat eine starke Chance auf eine Medaille“, sagte der deutsche Cheftrainer Gerben Wiersma also vor dem Finale der besten Acht. Dafür müsse die Turnerin des MTV Stuttgart aber wie in der Qualifikation ihre Übung mit dem hohen Schwierigkeitswert 6,4 turnen. „In den letzten zwei, drei Wochen hat sie das jedes Mal gezeigt“, sagte der niederländische Coach weiter.

Fakt ist: Die algerische Olympiasiegerin Kaylia Nemour geht als große Favoritin ins Finale, dahinter allerdings gehört die amtierende Europameisterin und deutsche Meisterin Kevric zu den ersten Medaillenanwärterinnen. Die 18-Jährige ist die einzige Deutsche in einem Finale bei dieser WM.

Der ambitionierten Karina Schönmaier war ein Sturz am Sprung zum Verhängnis geworden. Und auch im Team reichte es nicht für den Endkampf: Kevric, Schönmaier, Emma Malewski, Madita Mayr und Lea Quaas mussten sich mit Rang zehn begnügen. „Wir dürfen nicht zufrieden sein, auch wenn wir fast das Maximum erreicht haben“, sagte Wiersma und verwies zugleich auf die verletzt fehlenden Pauline Schäfer-Betz und Silja Stöhr.

Helen Kevric plant den Coup

Kevric dagegen plant im Stufenbarren-Finale den großen Wurf. Und das nach einer langen Leidensgeschichte. „Ich freue mich sehr, dass ich endlich meine erste WM turnen darf“, sagt die Athletin, die ihre Teilnahmen in den Jahren zuvor aufgrund von Verletzungen absagen musste: „Ich bin sehr positiv, sehr motiviert.“

Ihr sportliches Comeback nach ihrem Patellasehnenriss mit knöchernem Ausriss, den sie sich bei der Heim-EM in Leipzig im Mai 2025 zugezogen hatte, hat Kevric bereits bravourös gemeistert. Im August gewann sie in Zagreb den EM-Titel am Stufenbarren – nun will sie auch bei der WM glänzen. Dass sie mit der Weltspitze mithalten kann, zeigte die Schülerin bereits bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris als Sechste am Stufenbarren.

Danach ist in Kevrics näherem Umfeld viel passiert. Im Januar 2025 kündigte der Schwäbische Turnerbund (STB) ihren beiden Trainern am Kunstturnforum in Bad Cannstatt, nachdem viele aktive und ehemalige Turn-Kolleginnen über Missstände in der Trainingsarbeit gesprochen hatten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit mehr als eineinhalb Jahren. Inzwischen ist klar, dass der STB nach dem von ihm initiierten Berufungsprozess vor dem Landesarbeitsgericht beiden Coaches, die erfolgreich gegen ihre Kündigung geklagt hatten, im Rahmen eines Vergleichs jeweils Abfindungen zahlen und ihnen ein gutes Zeugnis schreiben muss.

Sie habe den klaren Wunsch, betonte Helen Kevric zuletzt, „wieder unter den beiden Trainern zu trainieren.“ Womöglich auf Sicht bald als Medaillengewinnerin der WM von Rotterdam.