Meisterkeeper des VfB Stuttgart
: Nach Kokain-Beichte: Eike Immel entgeht einer Haftstrafe

Es ist das nächste bittere Kapitel des VfB-Meistertorwarts von 1992: Nur knapp entgeht Eike Immel einer Gefängnisstrafe – aus diesen Gründen.
Von
Marco Seliger
Stuttgart
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Premiere des SAT1 Realityformats Promis unter Palmen in Berlin Eike Immel bei der Premiere des Realityformats Promis unter Palmen -Für Geld mach ich alles in der BeachMitte in Berlin Berlin Deuschland Copyright: xMatthiasxGränzdörferx

Tief gefallen: Eike Immel, der Meistertorwart des VfB von 1992 – hier bei einem Pressetermin im vergangenen Jahr.

IMAGO/pictureteam
  • Ex-Nationaltorwart Eike Immel erhielt am Landgericht Marburg zwei Jahre auf Bewährung.
  • Er lieh rund 34.000 Euro und zahlte sie nicht zurück – laut Aussage wegen Kokainsucht.
  • Eine Entschuldigung an ein Opfer über etwa 20.000 Euro und sein Geständnis spielten eine Rolle.
  • Die Staatsanwaltschaft forderte zwei Jahre und fünf Monate, die Verteidigung setzte Bewährung durch.
  • Auflagen: vier Jahre Bewährung – ambulante Therapie, Tests, Schuldnerberatung, 200 Stunden Arbeit.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist das nächste Kapitel eines tiefen Falls: Ex-Nationaltorhüter Eike Immel (65), der von 1986 bis 1995 den Kasten des VfB Stuttgart hütete und 1992 mit den Weiß-Roten die Meisterschaft feierte,  ist am Mittwoch am Landgericht Marburg zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Damit entging Immel der befürchteten Haftstrafe.

Seit Mittwochmorgen lief das Berufungsverfahren gegen den früheren Keeper, der einst 19-A-Länderspiele absolvierte. Er hatte sich rund 34.000 Euro von Bekannten geliehen und nicht zurückbezahlt. Um, und das war das Neue, die Sucht nach Kokain zu stillen. Das wurde nun am Prozesstag von Immel so kommuniziert. Diese Aussage und eine Entschuldigung an ein Opfer, dem er rund 20.000 Euro abnahm, hat Immel wohl vor dem Knast gerettet.

Kokain: Das sagt der Anwalt von Eike Immel

Die Staatsanwaltschaft hatte „eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten“ gefordert. Immels Verteidiger plädierte auf eine Bewährungsstrafe und wurde von der „Bild“ so zitiert: „Er ist kein Betrüger, der alle nach Strich und Faden ausnimmt, um selbst Ferrari zu fahren. Über allem schwebt der Resozialisierungsgedanke. Wenn seine Kokainsucht behandelt ist, wird Herr Immel keine Straftaten mehr begehen, davon bin ich überzeugt.“

Immel selbst hatte sich im Prozess reumütig geäußert: „Ich kann es nur wiederholen, dass es mir wahnsinnig leidtut. Im Grunde kann ich dankbar dafür sein, dass ich angezeigt wurde. Ich gebe alles zu. Ich will nicht mehr lügen. Ich hoffe, dass ich eine zweite Chance bekomme, wirklich zu zeigen, dass ich das auch mache, was ich gesagt habe.“

Klar ist nun: Die Dauer der Bewährungszeit ist auf vier Jahre festgesetzt. Innerhalb von zwei Monaten nach Rechtskraft des Urteils muss Immel an einer ambulanten Drogen-Therapie teilnehmen und sich regelmäßig testen lassen. Dazu muss er mithilfe einer Schuldnerberatung sämtliche Einnahmen und Ausgaben belegen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit binnen eines Jahres außerhalb des Sports absolvieren.

Immels Anwalt weiter: „Mein Mandant möchte nichts schönreden und bagatellisieren. Er steht dazu, dass er die Geschädigten geprellt hat und ihm klar war, dass er die ermittelten Beträge nicht auch nur ansatzweise zurückzahlen kann.“

Immel hatte in der jüngeren Vergangenheit schon Aufsehen erregt, als er unter anderem sagte, dass er in seinem Leben zehn Millionen Euro in den Sand gesetzt habe. Nach Schulden und Insolvenz gab der Ex-Keeper vor etwas weniger als einem Jahr an, Bürgergeld zu beziehen. In der jüngeren Vergangenheit trat Immel in einigen Reality-TV-Formaten auf.