Leichtathletik
: Rekord-Sprinter Ansah droht lange Sperre

100-Meter-Rekordler Owen Ansah gehört zu den deutschen Hoffnungsträgern bei der EM. Nun aber droht ihm eine vierjährige Sperre.
Von
dpa
Berlin

Könnte bald vor einer langen Sperre stehen: Sprinter Owen Ansah. (Archivbild)

Sven Hoppe/dpa
  • Owen Ansah droht eine vierjährige Sperre, da er am 9. Juli keine Dopingprobe abgab.
  • Die Nada sieht einen Verstoß gegen den DLV-Code – Ansah sprach von einem falschen Zeitfenster.
  • Er ist für die EM in Birmingham nominiert, 100 Meter sind am Dienstag geplant.
  • Eine Sperre würde sich auf drei Jahre reduzieren, falls der Vorschlag akzeptiert wird.
  • Ergebnisse ab dem 9. Juli könnten aberkannt werden – inklusive beider DM-Titel über 100 und 200 Meter.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Nationale Anti Doping Agentur hat kurz vor Beginn der Leichtathletik-Europameisterschaften eine vierjährige Sperre für den deutschen 100-Meter-Rekordler Owen Ansah vorgeschlagen. Direkt vor seiner Abreise zum Diamond-League-Meeting in Monaco hatte Ansah am 9. Juli daheim keine Dopingprobe mehr abgegeben, obwohl ihn ein Kontrolleur dazu aufgefordert hatte. Der 25-Jährige vom Hamburger SV gehört zum Aufgebot für die am Montag beginnende EM in Birmingham. Dort stehen am kommenden Dienstag die 100 Meter auf dem Programm.

Aus Sicht der Nada hat Ansah gegen den Anti-Doping-Code des Deutschen Leichtathletik-Verbandes verstoßen. Er hatte in einer DLV-Mitteilung angegeben, der Kontrolleur habe außerhalb des von ihm angegebenen Zeitfensters für eine Kontrolle geklingelt. Weiter erklärte der in Mannheim trainierende Ansah, er sei unter Zeitdruck gewesen und habe so kurzfristig keine Probe abgeben können, auch weil er kurz zuvor die Toilette besucht habe.

Bei einer Medienrunde am Donnerstag hatte er keine weiteren Details genannt. „Ich habe mega Lust zu rennen. Ich freue mich sehr und bin happy, dass ich Deutschland repräsentieren kann“, sagte Ansah. „Ich kann gut Sachen ausblenden.“ Er soll bei der EM auch über 200 Meter antreten. Der Sprinter ist derzeit nicht suspendiert und wäre in der deutschen Sprint-Staffel gesetzt. Ob er aufgestellt wird, ist indes noch offen.

Auch Aberkennung der deutschen Meistertitel droht

Die Nada erklärte, sollte ihr Vorschlag angenommen werden, würde sich die Sperre automatisch auf drei Jahre reduzieren. Sie beginnt demnach erst mit dem Tag der entsprechenden finalen Entscheidung der Nada oder eines Disziplinarorgans oder mit dem Tag, an welchem die vorgeschlagene Sperre akzeptiert wurde.

Ansah hat nun 20 Tage Zeit, entweder die Feststellungen der Nada zu akzeptieren oder die Einleitung eines Disziplinarverfahrens beim Deutschen Sportschiedsgericht zu verlangen.

Die Nada schlägt auch vor, dass alle Ergebnisse ab dem 9. Juli bis zum Beginn einer vorläufigen Suspendierung oder einer Sperre aberkannt werden. Damit würde Ansah seine beiden deutschen Meistertitel über 100 und 200 Meter verlieren, die er Ende Juli in Bochum geholt hatte.