Nationalmannschaft
: Ein wilder Ritt mit Haltung – Jürgen Klopp ist hin- und hergerissen

Der neue Bundestrainer lobt die Bereitschaft, alles zu geben, doch bereits am Sonntag gegen Griechenland wird es mehr brauchen.
Von
Carlos Ubina
Amsterdam
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UEFA Nations League - 26/27 - Niederlande - Deutschland: UEFA Nations League - 26/27 - Niederlande - Deutschland am 24.09.2026 in der Johan-Cruyff-Arena in Amsterdam Trainer Jürgen / Juergen / Jurgen Klopp Deutschland gestikuliert *** UEFA Nations League: Netherlands vs. Germany on September 24, 2026, at the Johan Cruyff Arena in Amsterdam. Coach Jürgen Juergen Jurgen Klopp of Germany gestures. MH

Ist Jürgen Klopp nun der neue Trainer-Messias oder ein irdischer Fußballlehrer, der Zeit benötigt?

IMAGO/osnapix/Marcus Hirnschal
  • Jürgen Klopp lobt Intensität und Haltung der Nationalmannschaft nach dem 1:1 in Amsterdam.
  • Er sieht viel Arbeit in Defensive und Offensive – geordnetes Chaos und Umschalten haken noch.
  • Felix Nmecha traf zur Führung, Cody Gakpo glich spät aus, Vorbereitung durch Ruben van Bommel.
  • Neulinge Treu, Engelhardt und Ebnoutalib überzeugten, getragen von Kimmich, Tah und Schlotterbeck.
  • Nächstes Spiel am Sonntag in Augsburg gegen Griechenland: Klopp kündigt Fokus auf Ergebnisse an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Viel ist in den vergangenen Tagen im Kreis der Nationalmannschaft von Aufschwung und Neuanfang die Rede gewesen. Alles verbunden mit dem Bundestrainer Jürgen Klopp. Er soll der Mann sein, der den deutschen Fans nicht nur den Spaß an ihren Fußballlieblingen zurückbringt, sondern ebenso den Stolz auf ein Team, das sich über Erfolg und Leidenschaft definiert. Joshua Kimmich hat nach dem 1:1 in den Niederlanden die Diskussionen um einen weiteren Begriff erweitert: „Haltung.“

Die Vorzeigeauswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) soll dabei nicht nur auf dem Platz zeigen, dass sie bereit ist, alles dafür zu geben, um ein Gegentor zu verhindern. Gemeinsam. Das verlangt der Bundestrainer. Diese Einstellung bildet die Basis des Klopp-Fußballs. Und wie Kimmich nach der Nations-League-Partie in Amsterdam ausgeführt hat, sollen die Nationalspieler die Lust auf diese Spielweise auch außerhalb des Rasens verkörpern. Um als Gruppe zu wachsen und als Einheit kritische Phasen gegen einen starken Gegner schadlos zu überstehen.

Beim Klopp-Debüt klappte ein Teil davon schon ordentlich. „Die Intensität, die Bereitschaft und die Leidenschaft waren gut. Die Fußball-Details waren auch gut“, sagt der Bundestrainer. Dennoch bleibt reichlich Raum für Verbesserungen, da die Gastgeber vor der deutschen Führung durch Felix Nmecha (32.) das Heft des Handels in die Hand genommen hatten und sich nach der Pause den späten Ausgleich durch Cody Gakpo (90.+2) verdienten.

Kaum zu verteidigen, war dieser stark herausgespielte Treffer, den Ruben van Bommel per Außenristpass glänzend vorbereitete. „Wir waren noch nicht in Richtung Perfektion unterwegs“, sagt Klopp. Was sowohl die Defensive als auch die Offensive anbelangt. Das „geordnete Chaos“, das der oberste Fußballlehrer für hinten anordnet, wirkte zeitweise ebenso wild wie der Übereifer im schnellen Umschalten nach vorne. Beide Elemente des Spiels werden sich auch nicht so rasch harmonisieren lassen. Denn selbst ein vermeintlicher Über-Trainer wie Klopp braucht Zeit.

Niederlande - Deutschland: Fußball, Männer: Nations League A, Niederlande - Deutschland, Gruppenphase, Gruppe 2, Spieltag 1, Johan Cruyff ArenA, Der Deutsche Felix Nmecha erzielt das 0:1. (zu dpa: «DFB-Tor eine «Schande?» Klopp und Kimmich kontern van Dijk»)

Glücksmoment: Felix Nmecha erzielt gegen den niederländischen Torhüter Bart Verbruggen die Führung.

Martin Meissner/AP/dpa

Nur erhält die DFB-Elf keine Schonfrist, wenn sie bereits am Sonntag (20.45 Uhr/ARD) wieder antritt. In Augsburg gegen Griechenland. Es ist die zweite Partie in der Nationenliga – gegen den Tabellenführer in der Gruppe zwei der A-Klasse (nach 2:1-Sieg in Serbien). Dennoch richten sich alle Augen auf Klopp, der zunächst auf eine stabile Achse aus Erfahrung baut und dazu etwas Frische mischt. So überzeugten die Neulinge Philipp Treu, Yannick Engelhardt (beide SC Freiburg) und Younes Ebnoutalib (Eintracht Frankfurt). Gestützt durch Kapitän Kimmich, die Innenverteidiger Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck sowie bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden Mittelstürmer Kai Havertz und nach anfänglichen Problemen Torhüter Marc-André ter Stegen.

Das alles gibt Anlass zu Hoffnung und vermittelt gleichzeitig einen Eindruck davon, wie viel Arbeit Klopp noch bleibt. Wie übrigens zu Beginn bei seinen Vereinsstationen in Mainz, Dortmund und Liverpool. Da ging es auch um Veränderungen und Verbesserungen, die nicht auf Anhieb zu bewerkstelligen waren. Nur: diesmal schaut die ganze Fußballnation erwartungsvoll auf ihn. An der Haltung des Bundestrainers ändert das jedoch nichts. Er will vor allem gewinnen. „Wir sind in einem Ergebnissport und wollen nicht die nächsten 500 Spiele unentschieden spielen“, sagt Klopp.