Lauftalent Marie Scheppan ist dem großen Traum von den Olympischen Spielen im nächsten Jahr ein Stück näher gekommen. Die 18-Jährige aus Cottbus wurde genau wie Blanka Dörfel jetzt in den U23-Nationalkader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) berufen. „Marie Scheppan soll für die Olympischen Spiele in Tokio aufgebaut werden. In der Staffel hat sie gute Chancen dabeizusein“, sagt Vize-Präsident Ulrich Hobeck vom LC Cottbus. Scheppan gehört offiziell zum Olympiakader des DLV.

Die Olympischen Spiele mit dann 19 Jahren sind zweifellos ein ambitioniertes Ziel. Ursprünglich sah der Karriere-Plan erst für 2024 und 2028 die Olympia-Teilnahme vor. Sollte Marie Scheppan das Ticket für Tokio lösen können, dürften sich der LCC und die gesamte Lausitz nach mehreren Jahren der Abstinenz wieder über eine Cottbuser Leichtathletin bei Olympia freuen. Zuletzt gelang das Antje Möldner-Schmidt im Jahr 2012. In London belegte Möldner-Schmidt über 3000 Meter Hindernis im olympischen Finale den 7. Rang.

Goldmedaille bei der DM

Marie Scheppan gilt als eines der größten Talente in der der deutschen Leichtathletik. 2018 gewann sie jeweils Silbermedaillen bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires sowie bei der U18-Europameisterschaft in Ungarn. In diesem Jahr verpasste sie bei der U20-Junioren-EM in schwedischen Boras über 400 Meter und in der Staffel zwar eine Medaille, triumphierte aber bei der deutschen Meisterschaft der U20.

Das Talent wurde von anderen Leichtathletikvereinen aus ganz Deutschland umworben. Umso glücklicher war man beim LC Cottbus, Mitte des Jahres die Vertragsverlängerung mit Marie Scheppan bekannt geben zu können. Ein wichtiger Baustein dafür war das grüne Licht für die Ausbildung bei der Bundespolizei mit dem Schwerpunkt Sport. Zudem wurde Scheppan in das Trackteam Burg-Wächter aufgenommen, zu dem auch deutsche Stars wie Gina Lückenkemper und Alina Reh gehören. Ein großer Sportartikel-Hersteller stattete die vor den Toren von Cottbus in Döbbrick wohnende Athletin mit einem Ausrüstervertrag aus.

Start in die Hallensaison

„Gemeinsam mit dem Verband, der Bundespolizei und ihrem Heimtrainer Rainer Krug wollen wir Marie Scheppan bestmöglich auf Olympia vorbereiten“, blickt LCC-Vize-Präsident Ulrich Hobeck voraus. Nächstes Etappenziel für das Talent ist die bevorstehende Hallensaison, wo sich Scheppan als DLV-Kader den nötigen Schwung für die Olympia-Saison holen soll.

Möldner-Schmidt muss unters Messer


Mit Antje-Möldner Schmidt muss ein weiteres Aushängeschild des LC Cottbus unters Messer. Die 35-Jährige wird Ende November am Fuß operiert. Danach will die Europameisterin von 2014 entscheiden, ob und in welcher Form sie ihre Karriere fortsetzt.

Blanka Dörfel wurde jetzt genau wie Marie Scheppan in den U23-Kader des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) berufen. Bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen in Baku hatte sie im Juli mit einem famosen Lauf die Goldmedaille über 2000 Meter Hindernis geholt.

Mit Artur Beimler hat ein anderes Talent den LC Cottbus dagegen verlassen. Der 1500-Meter-Läufer startet künftig für DHfK Leipzig und studiert auch in der Messestadt.

Constantin Schulz, der auf der 800-Meter-Distanz zu Hause ist, wurde in dieser Saison durch einen Muskelfaserriss zurückgeworfen, den er sich im Trainingslager in Südafrika zugezogen hatte. Er muss in der bevorstehenden Hallensaison seinen Förderstatus untermauern.

Skadi Schier hat ihre Karriere beendet. Bei den deutschen Meisterschaften hatte sie in diesem Jahr Platz drei über 200 Meter belegt.