Ex-Coach des SC Freiburg: Christian Streich als Bundestrainer – ist das realistisch?

Bei der WM 2026 ist Christian Streich als Experte fürs ZDF im Einsatz.
Andreas Gora/dpa- Diskussion um Nagelsmanns Zukunft nach frühem WM-Aus, DFB berät intern über Folgen.
- Jürgen Klopp gilt in der Öffentlichkeit als Favorit, arbeitet bei Red Bull und war WM-Experte.
- Auch Christian Streich wird genannt, er ist beim ZDF als Experte aktiv und versteht Nagelsmann.
- Für Streich spricht sein Ruf und seine Taktikanalysen – Fritz Keller lobte ihn 2024.
- Dagegen sprechen fehlende Erfahrung auf Topniveau und unklarer Wille, den Job anzunehmen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Meinung der Fußball-Experten in Deutschland ist eindeutig: Nach dem bitteren WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft müssen Konsequenzen folgen. Vor allem Bundestrainer Julian Nagelsmann dürfte dabei im Mittelpunkt stehen. Ob er weitermachen darf, scheint zwei Tage nach der Blamage gegen Paraguay äußerst fraglich.
Das dürfte auch der Coach selbst wissen, auch wenn er nach dem Spiel einen Rücktritt von sich aus ausgeschlossen hatte. „Ich bin keiner, der sagt, ich trete zurück, weil wir ausgeschieden sind. Wenn der DFB möchte, dass ich weitermache, mache ich weiter. Und wenn er das nicht möchte, dann muss man mir das sagen“, sagte Nagelsmann und betonte auf der Pressekonferenz auch, dass er um die Mechanismen weiß.
Und während beim DFB hinter verschlossenen Türen die Gespräche über die Zukunft Nagelsmanns – und der Nationalmannschaft – geführt werden, laufen in der Fußball-Öffentlichkeit längst die Diskussionen um die Nagelsmann-Nachfolge. Der am häufigsten genannte Name: Jürgen Klopp. Der frühere BVB- und Liverpool-Trainer arbeitet mittlerweile für den Red-Bull-Konzern als Head of Global Soccer und war bei der WM als Experte für Magenta-TV im Einsatz.
Jürgen Klopp ist bei den Fans der Favorit auf den Posten
Klopp scheint unter den Experten der Favorit zu sein, ist jedoch nicht der einzige Ex-Coach, dessen Name fällt. Auch Christian Streich, der bis 2024 insgesamt fast 30 Jahre beim SC Freiburg bei verschiedenen Mannschaften Trainer war, wird genannt – wenn auch nicht so oft, wie Klopp.
Christian Streich zeigt Verständnis für Nagelsmanns Interview
„Suchst du noch ’nen Job, Christian“, fragte ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein den langjährigen SCF-Coach am Montag im Berliner Studio. Denn wie Klopp ist auch Streich bei der WM als TV-Experte im Einsatz.

Julian Nagelsmanns Zukunft als Bundestrainer ist nach dem frühen WM-Aus fraglich.
Tom Weller/dpaAm Montag analysierte er die Niederlage der Deutschen und zeigte Verständnis für Nagelsmanns ZDF-Interview nach dem Spiel. „Nach so einem Spiel wäre ich noch schmallippiger und noch dünnhäutiger gewesen“, sagte Streich.
Was für Streich als Bundestrainer spricht
Das Studio-Publikum dagegen klatschte ob dieser Idee und zeigte damit einmal mehr: Christian Streich genießt auch zwei Jahre nach seinem – vorläufigen – Abschied vom Profifußball einen guten Ruf bei zahlreichen Fußballfans. Und das nicht nur in Freiburg, wo er ohnehin Legendenstatus genießt. Die Öffentlichkeit hätte Streich also auf seiner Seite.

Jürgen Klopp gilt als Favorit, sollte Nagelsmann nicht mehr als Bundestrainer weitermachen dürfen.
Tom Weller/dpaDass er auch inhaltlich weiß, wovon er redet, zeigte er bei seinen Auftritten als Experte an der Taktiktafel. „Das ist ein Vorbildtyp und wäre auch einer für die Nationalmannschaft“, hatte auch Ex-DFB-Präsident (und Weggefährte Streichs beim SC Freiburg) Fritz Keller schon 2024 angesichts Streichs Abschied beim Sport-Club gesagt.
Was gegen Streich als Bundestrainer spricht
Doch reicht das, um Bundestrainer zu sein? Jener Job, der speziell während der Großturniere alle zwei einem Schleudersitz gleicht und dessen Inhaber medial unter Dauerbeobachtung steht. Zwar ist Streich als langjähriger Bundesligatrainer öffentliche Auftritte gewohnt. Die Aufmerksamkeit, die der Nationalmannschaft zuteil wird, dürfte jedoch um ein Vielfaches höher sein, als alles, was Streich bislang aus Freiburg kennt.
Fehlende Erfahrung auf der ganz großen Bühne
Zudem arbeitete er in seiner Trainerkarriere nur bei einem einzigen Verein – war dort gemessen an den Rahmenbedingungen auch sehr erfolgreich. Erfahrung bei Topclubs und auf der ganz großen internationalen Bühne fehlt ihm allerdings.
Bleibt am Ende die Frage: Würde Streich diesen Job überhaupt wollen? Auf die Jobsuche-Frage von Müller-Hohenstein schüttelte er am späten Montagabend mit großen Augen auf jeden Fall nur den Kopf.
