Die Lausitzer Füchse können doch noch gewinnen – und wie! Mit dem deutlichen 6:0-Heimsieg gegen die Bayreuth Tigers beendete Weißwasser dank eines furiosen letzten Drittels am Freitagabend in der DEL2 die Negativserie der vergangenen vier Partien. Neuzugang Richard Mueller hatte daran entscheidenden Anteil. Der erst wenige Stunden vor Spielbeginn verpflichtete Ex-Nationalstümer erzielte bei seiner Rückkehr in den Fuchsbau gleich im ersten Spiel sein erstes Tor. Zuvor hatte Weißwasser vier Niederlagen in Folge kassiert und war auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht.
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Die Lausitzer Füchse hatten erst am Freitagvormittag die Verpflichtung von Richard Mueller bekanntgegeben. Der 39-jährige Deutsch-Kanadier war von 2004 bis 2012 in der DEL unterwegs. Mit den Eisbären Berlin holte er drei deutsche Meistertitel. Für den Herner EV kam er in der Oberliga-Saison 2020/21 auf 40 Scorerpunkte. In der laufenden Spielzeit lief es dann nicht mehr so gut. Nach acht Partien standen lediglich zwei Tore und eine Vorlage zu Buche.
„Richie ist ein schneller Spieler mit einem guten Schuss. Außerdem bringt er immer gute Stimmung in die Kabine“, sagt Füchse-Trainer Chris Straube über den Rückkehrer. „Bei der aktuellen Situation auf dem Spielermarkt hatten wir Glück und sind froh, dass wir einen Spieler wie ihn verpflichten konnten. Er wird unserem Spiel guttun.“

Trikot von Richard Mueller noch nicht fertig

Es war ein echter Turbo-Einstand für Richard Mueller. Der Neuzugang lief mit der Rückennummer 58 auf. Denn: Das Trikot mit der gewohnten 61 und seinem Namen war in der Kürze der Zeit noch nicht fertig geworden. Und auch für eine richtig intensive Trainingseinheit mit dem Team reichte die Zeit nicht.
Nach drei Minuten ließ es der Stürmer dann zum ersten Mal mit einem seiner gefürchteten Handgelenkschüsse krachen. Der Puck schlug jedoch in der Bande hinter dem Tor der Gäste ein. Mueller spielte in einer Sturmreihe mit den beiden jungen Finnen Roope Mäkitalo und Arttu Rämö. Außerdem kam er auch schon in Überzahl zum Einsatz.
Die besseren Chancen hatten zunächst aber die Bayreuth Tigers. Torhüter Leon Hungerecker musste mehrmals retten, ehe dann kurz vor der ersten Sirene im Fuchsbau gejubelt werden durfte. Bei Weißwasseraner Überzahl fälschte Kapitän Clarke Breitkreuz einen Schuss von Steve Hanusch zum 1:0 (19.) ab.

Richard Mueller schießt sein erstes Tor

Nach dem Wiederbeginn drängten die Füchse auf das zweite Tor. Aber es blieb zunächst eine Partie auf Augenhöhe, indem auch Bayreuth munter mitspielte. Immerhin hatten die Gäste den Löwen Frankfurt als Tabellenführer der DEL2 in der vergangenen Woche die erste Saisonniederlage (5:1) beigebracht. Leon Hungerecker bekam dann in der 37. Minute Szenenapplaus von den Fans, als der Keeper im Duell mit dem heranstürmenden Ville Järveläinen die knappe Führung festhielt.
Zu Beginn des letzten Drittels holte Richard Mueller dann erneut seinen gewaltigen Handgelenkschuss heraus und traf mit einem Kracher von der blauen Linie zum 2:0 (42.) für die Lausitzer Füchse. Damit war der Bann gebrochen und Bayreuth bezwungen. Arttu Rämo (3:0/49.) auf Vorlage von Mueller sowie Clarke Breitkreuz (4:0/50.) schossen Weißwasser endgültig auf die Siegerstraße. Für den 6:0-Endstand sorgten dann der junge Paul Reiner (57.) und mit Jens Baxmann (59.) der bislang älteste Spieler im Team. Baxmann (36) wurde nun durch Mueller (39) abgelöst.

Die Stimmen zum Spiel

Petri Kujala (Trainer Bayreuth Tigers): „Am Anfang war unser Spiel eigentlich okay. Wir hatten viele klare Chancen. Aber wir waren in der Defensivzone zu passiv. So kannst du auswärts nicht gewinnen. Der Sieg für Weißwasser geht auch in dieser Höhe in Ordnung.“
Chris Straube (Trainer Chris Straube): „In der ersten Hälfte war es ein sehr enges Spiel. Aber zum Glück hatte unser Torhüter Leon Hungerecker einen sehr guten Tag. Seine Rettungstat gegen Ville Järveläinen war die Schlüsselszene. Im letzten Drittel haben wir dann unsere Konterchancen sehr gut genutzt. Wir sind natürlich sehr glücklich über die drei Punkte.“
Richard Mueller (Lausitzer Füchse): „Bayreuth hat sehr gut gespielt und viel Druck gemacht. Aber unser Torhüter Leon Hungerecker hat stark gespielt. Durch das erste Tor haben wir dann das Momentum bekommen. Ich bin mit meinem Einstand sehr zufrieden. Es war laut in der Halle, die Fans waren sehr gut.“
Lausitzer Füchse – Bayreuth Tigers 6:0 (1:0, 0:0, 5:0)
Tore: 1:0 Breitkreuz (19.), 2:0 Mueller (42.), 3:0 Rämo (49.), 4:0 Breitkreuz (50.), 5:0 Reiner (57.), 6:0 Baxmann (59.); Schiedsrichter: Haupt/Holzer; Zuschauer: 1782; Strafminuten: 4/6.
Das nächste Spiel: EV Landshut – Lausitzer Füchse am Sonntag um 17 Uhr.