Was für ein dramatischer Eishockey-Abend! Die Lausitzer Füchse finden im Heimspiel gegen die Tölzer Löwen mit späten Toren doch noch auf die Siegerstraße und gewinnen 5:4 nach Verlängerung. In der Tabelle der DEL2 verteidigen die Gastgeber den 9. Tabellenplatz und dürfen weiter auf die Playoffs hoffen.
Mit den Tölzer Löwen stellte sich am Donnerstagabend das Team der Stunde in der DEL2 im Fuchsbau vor. Die Isarwinkler reisten mit sechs Siegen in Serie nach Weißwasser. In den vergangenen drei Partien gab es dabei 17:1-Tore. Dabei musste Trainer Kevin Gaudet auch diesmal wieder mit einem sehr kleinen Kader – fünf Verteidiger und acht Stürmer – auskommen.
Die Gastgeber hatten dagegen vier komplette Sturmreihen zur Verfügung. Und sie hatten auch reichlich Chancen im 1. Drittel. Thomas Reichel traf erst in der 4. Minute den Pfosten und in der 14. Minute zur 1:0-Führung. Ex-Fuchs Maximilian Franzreb im Tor der Gäste im Pausen-Interview bei Sprade-TV: „Weißwasser macht viel Druck und hat auch zurecht das 1:0 geschossen. Das war eines unserer schlechtesten 1. Drittel seit langem.“
Unmittelbar nach Wiederbeginn wurden die Gäste erneut kalt erwischt. Es waren gerade einmal acht Sekunden gespielt, als Tomas Andres auf 2:0 (21.) erhöhte. Bad Tölz tat sich schwer, nutzte aber zwei Überzahlspiele jeweils durch Marco Pfleger zum 1:2 (30.) und 2:2 (36.).
Erneut Marco Pfleger (50.) und Max French (52.) trafen zum 4:2 für Bad Tölz. Danach nahmen die Füchse in der dramatischen Schlussphase bereits frühzeitig Torhüter Mac Carruth zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Mit Erfolg – Jonathon Martin und Nick Ross sorgten in der 57. Minute für den späten Ausgleich. Und in der Verlängerung schoss Andrew Clark das lautstark umjubelte Siegtor (61.)
Reichlich Diskussionen gab es um die Leistung der Schiedsrichter. Kurioser Höhepunkt war im 3. Drittel eine Zehn-Minuten-Strafe gegen Brad Ross. Der Füchse-Kapitän nahm trotzdem zunächst weiter am Spiel teil, ehe die Schiedsrichter letztlich diesen Fauxpas erkannten und Ross in die Kabine schickten.
Für die Lausitzer Füchse geht es an diesem langen Eishockey-Wochenende am Samstag mit dem Auswärtsspiel bei den Bietigheim Steelers weiter (Beginn um 17 Uhr). Am Montag folgt dann in Weißwasser das Derby gegen die Eislöwen Dresden (19.30 Uhr).

Das sagen die Trainer

Kevin Gaudet (Trainer Tölzer Löwen): „Wir hatten große Probleme im 1. Drittel und waren nicht bereit. Man hat gemerkt, dass Weißwasser unbedingt in die Playoffs will. Danach sind wir dank unserer hervorragenden Überzahl besser ins Spiel gekommen. Im letzten Drittel hatten wir das Spiel eigentlich unter Kontrolle. Das späte 4:4 war hart für uns.“
Chris Straube (Trainer Lausitzer Füchse): „Bad Tölz ist eine sehr gute Mannschaft, besonders im Powerplay. Wir sind gut aus der Kabine gekommen. Wir haben Herz gezeigt und trotz der Strafen weitergekämpft. Das hat die Mannschaft gut gemacht. Ich hoffe, dieses Erfolgserlebnis hilft uns auch in den nächsten Spielen.“
Lausitzer Füchse – Tölzer Löwen 5:4 n.V. (1:0, 1:2, 2:2)
Tore: 1:0 Reichel (14.), 2:0 Andres (21.), 2:1 Pfleger (30.), 2:2 Pfleger (36.), 2:3 Pfleger (50.), 2:4 French (52.), 3:4 Martin (57.), 4:4 N. Ross (57.), 5:4 Clark (61.); Schiedsrichter: Apel/Ratz; Zuschauer: keine; Strafminuten: 24 + 10 (B. Ross)/10 + 10 (McNeely).
Das nächste Spiel: Bietigheim Steelers – Lausitzer Füchse (Samstag, 17 Uhr)
Lausitzer Füchse – Tölzer Löwen

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