UPDATE, 16. Oktober 2022: Am Sonntag gewannen die Lausitzer Füchse gegen die Wölfe Selb 5:2 und machten damit das erste Sechs-Punkte-Wochenende in dieser DEL2-Saison perfekt. Neuzugang Lewis Zerter-Gossage erzielte dabei seine ersten beiden Tore für Weißwasser.
Seinen Einstand bei den Lausitzer Füchsen in der DEL2 wird Lewis Zerter-Gossage bestimmt nicht so schnell vergessen. Erstens, weil Weißwasser am Freitagabend in Dresden die Negativserie von sieben DEL2-Partien ohne Sieg mit einem furiosen 3:1-Derbysieg beendete. Und zweitens, weil es ein blutiges Debüt für den 27 Jahre alten Stürmer war.
Gleich in der 1. Minute fuhr der hochmotivierte Deutsch-Kanadier zwei harte Checks und verletzte sich dabei an der Nase. Die Folge: Zerter-Gossage saß fast das gesamte 1. Drittel mit blutender Nase und einem Eisbeutel im Nacken auf der Bank.

Erstes Spiel für Lewis Zerter-Gossage

Danach legte der Neuzugang mit einem neuen und sauberen Trikot aber so richtig los. Füchse-Trainer Petteri Väkiparta bescheinigte dem Stürmer „eine gute Leistung“. Den überaus blutigen Einstand nahm der Coach mit Humor: „Wahrscheinlich hat ihm die 15-minütige Pause geholfen, das Match zu Ende zu spielen.“
Denn für Lewis Zerter-Gossage war es am Freitagabend das erste Pflichtspiel in dieser Saison. Er kommt also aus einer längeren Eishockey-Pause. In der vergangenen Saison war Zerter-Gossage in der ECHL für die Maine Mariners aktiv. In 23 Spielen kam der Angreifer auf 15 Scorerpunkte (sieben Tore, acht Assists). Außerdem spielte er auf Leihbasis achtmal für das AHL-Team Tucson Roadrunners.
Mit seinem Debüt war der Neuzugang zufrieden. „Ich habe in meiner Karriere schon viele große Spiele bestritten. Aber mein erstes Spiel mit Weißwasser war mit nichts zu vergleichen, was ich bisher erlebt habe. Die Energie der Fans, vor allem bei einem Auswärtsspiel, war etwas ganz Besonderes“, erklärte der Stürmer. „Und es war enorm wichtig für uns, dass wir gewinnen konnten.“
Das Besondere an diesem Transfer: Lewis Zerter-Gossage wurde von den Eisbären Berlin verpflichtet und vom Kooperationspartner sofort an die Lausitzer Füchse ausgeliehen, um in der DEL2 Wettkampfpraxis zu sammeln. Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer: „Da Lewis schon etwas länger nicht mehr im Einsatz war, wird er zunächst noch Spielpraxis bei den Lausitzer Füchsen sammeln. Wir sind uns sicher, dass er bei den Eisbären und in Weißwasser den nächsten Schritt in seiner Entwicklung nehmen wird.“
Seine DEL-Tauglichkeit muss der Stürmer natürlich erst noch nachweisen. In der Saison 2020/21 absolvierte er elf Oberliga-Partien für die Blue Devils Weiden, also in der 3. Liga. Während er beim deutschen Meister in Berlin eher dafür vorgesehen ist, um den Kader in der Breite zu verstärken, dürfte er eine Etage tiefer in Weißwasser deutlich mehr Spielpraxis bekommen.

Lausitzer Füchse wollen aus der Krise

Für die Lausitzer Füchse soll die Verpflichtung des Deutsch-Kanadiers ein weiterer Schritt aus der sportlichen Krise sein. Denn vor allem in der Offensive gab es in Weißwasser zuletzt große Probleme. Nach dem Abgang von Topscorer Peter Quenneville fehlte es an Durchschlagskraft. Mit einer Größe von 1,88 Metern und 94 Kilogramm bringt der Neuzugang beachtliche Maße auf das Eis. Aber wie lange kann man im Fuchsbau mit dem Deutsch-Kanadier planen?
Ein Wechsel zu den Eisbären Berlin scheint im Moment kein Thema zu sein. „Er hat lange nicht gespielt und muss jetzt natürlich erst einmal wieder reinkommen. Ich gehe davon aus, dass er in den nächsten Wochen bei uns spielt“, erklärt Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach.
Doch auch Lewis Zerter-Gossage hat die DEL im Blick. „Ich freue mich riesig, ein Teil der Eisbären Berlin zu sein. Ich fühle mich geehrt, ab sofort einer solch erfolgreichen Organisation anzugehören. Ich bin stolz auf meine deutschen Wurzeln und glücklich, meine Laufbahn im Heimatland meines Vaters fortzusetzen“, wird er in der Pressemitteilung der Eisbären Berlin zitiert.
Zumal Lewis Zerter-Gossage nach dem blutigen, aber gelungenen Auftakt mit den Lausitzer Füchsen in Dresden noch eine weitere gute Nachricht zu verkünden hatte. Die Nase sei inzwischen wieder völlig in Ordnung, so der Stürmer am Sonntagvormittag auf Rundschau-Nachfrage. „Ich habe halt eine Schulter abbekommen und es hat stark geblutet. Aber das ist nichts, was mich vom Spielen abhält.“


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