DEL2 in Weißwasser: Lausitzer Füchse rutschen immer tiefer in die Krise

Gegentor für die Lausitzer Füchse: Max Lukes vom ESV Kaufbeuren erzielt hier die 1:0-Führung der Gäste aus dem Allgäu.
Thomas HeideWieder kein Sieg, dafür aber eine weitere enttäuschende Leistung: Die Lausitzer Füchse aus Weißwasser rutschen immer tiefer in die Krise in der DEL2. Mit dem 0:1 gegen den ESV Kaufbeuren kassierten die Gastgeber bereits die fünfte Niederlage in Serie. In der Tabelle liegt Weißwasser zwar weiterhin auf Rang neun. Die Playdown–Ränge sind allerdings nur noch drei Punkte entfernt. Auch die Leistung gegen den personell dezimierten Kontrahenten war am Sonntagabend über weite Strecken erneut weit unter den Erwartungen.
Die Gäste aus Kaufbeuren haben Corona–bedingt in diesem Jahr erst drei Partien absolvieren können. Dabei gab es durchweg Niederlagen für die Mannschaft von Trainer Rob Pallin. Beim Gastspiel in Weißwasser reiste der ESVK zudem mit einem akuten Torwart–Problem an. Denn neben dem langzeitverletzten Stammkeeper Stefan Vajs fehlte auch Ersatzmann Jan Dalgic. Stattdessen absolvierte der 21–jährige Maximilian Meier sein erstes DEL2–Spiel. Er war erst Anfang Januar vom Oberligisten EV Füssen nach Kaufbeuren gewechselt und eigentlich als Backup vorgesehen. Und auch Topscorer John Lammers konnte am Sonntag nicht mitwirken.
Bei den Lausitzer Füchsen gehörte Feodor Boairchinov erneut nicht zum Spieltagskader. Der Stürmer steht offenbar vor dem Abschied aus Weißwasser. Boairchinov kam in der laufenden Saison erst elf Mal zum Einsatz und spielt keine große Rolle mehr Trainer Corey Neilson. Er trägt seit 2017 das Weißwasseraner Trikot und ist damit einer der dienstältesten Spieler.
Bemerkenswert bei den Lausitzer Füchsen: Die Topreihe um Kale Kerbashian und Rylan Schwartz stand diesmal als dritte Reihe auf dem Spielberichtsbogen. Auch sie konnte zuletzt nicht überzeugen — hatte am Sonntag aber zumindest die beste Chance im 1. Drittel. Rylan Schwartz traf in der 9. Minute nur den Pfosten.
Besser machte es Max Lukes auf der anderen Seite. Er traf in der 30. Minute zur Führung für die Gäste aus Kaufbeuren, die immer besser in dieses Tabellen–Nachbarschaftsduell fanden. Kurz danach hätte erneut Lukes sogar auf 2:0 erhöhen können. Die Füchse ließen dagegen in dieser Phase jegliche Konsequenz bei ihren Angriffsbemühungen vermissen.
Erst mit dem Mute der Verzweiflung und im Angesicht der nächsten Niederlage kamen die Gastgeber im 3. Drittel wieder zu einigen Torchancen. Überwinden konnten die Füchse den jungen Keeper aus Kaufbeuren in dessen ersten Profi–Spiel aber nicht.
Am Freitagabend hatten die Lausitzer Füchse eine 2:3–Niederlage im Derby bei den Eispiraten Crimmitschau kassiert und dabei eklatante Fehler in der Defensive gemacht. Weiter geht es mit dem Heimspiel gegen den EC Bad Nauheim am Freitag (19.30 Uhr).
Rob Pallin (Trainer ESV Kaufbeuren): „Wir haben ein trotz der langen Busfahrt ein großartiges 1. Drittel gespielt. Meine Mannschaft hat viel Leidenschaft gezeigt. Wir waren hungriger. Unser junger Torhüter hat sehr stark gespielt. Wir haben jene Dinge gemacht, die man machen muss, um ein Eishockey–Spiel zu gewinnen.“
Corey Neilson (Trainer Lausitzer Füchse): „Bis auf Torhüter Mac Carruth war das heute kein gutes Spiel von uns. Wir sind mit dem Druck des Gegner nicht klargekommen. Die Pässe waren schlecht. Wir haben viele falsche Entscheidungen im Spielaufbau getroffen. Ich stimme meinem Trainer–Kollegen zu — Kaufbeuren hat leidenschaftlicher gespielt und war hungriger. Uns fehlt derzeit das Selbstvertrauen.“
Lausitzer Füchse — ESV Kaufbeuren 0:1 (0:0, 0:1, 0:0)
Tore: 0:1 Lukes (30.); Schiedsrichter: Gavrilas/Lenhart; Strafminuten: 6/6.
Das nächste Spiel: Lausitzer Füchse — EC Bad Nauheim (Freitag, 19.30 Uhr).