Die Wölfe werden immer mehr in Sachsen und Brandenburg. Und isie machen sich bemerkbar. Allein in diesem Jahr wurden in Sachsen 111 Nutztiere durch Wölfe getötet. In 45 erwiesenen Fällen schlugen Wölfe zu, teilt das sächsische Wolfsmanagement mit.
So halten seit Ende Juni Wölfe aus die Dresdner Heide in Atem. Nahezu täglich kam es dort, am Stadtrand von Dresden, zu Übergriffen auf eine Schafherde. Die Risse gehen nach Erkenntnissen der Wolfsexperten aufs Konto des dort ansässigen Rudels, das sich hier auffällig nach an den Lebensraum der Menschen herangewagt hat. „Es handelt sich dabei um kein auffälliges oder gar als dem Menschen gegenüber gefährlich einzustufendes Verhalten“, heißt es aus der Fachstelle Wolf des Umweltministeriums in Dresden. „Der Wolf scheut, wie andere Wildtiere auch, den direkten Kontakt zu Menschen.“

Dresden

Lausitz ist Hotspot der Wölfe

Brandenburg und Sachsen sind die Länder mit der höchsten Wolfsdichte in Deutschland. Zurzeit gibt es 27 Wolfsterritorien in Sachsen. Dazu gehören 22 Rudel, vier Paare und ein Einzeltier. Die meisten dieser Territorien befinden sich in der Lausitz. Damit bleibt die Region der Hotspot der Wolfsbesiedlung. Inzwischen wird es hier eng. Reinhardt spricht von einer „gesättigten“ Wolfsregion. Die einzelnen Territorien überlappen sich, dazwischen ist kaum noch Platz frei.
Zu spüren bekommen das die Jagdpächter und Schafzüchter. Schafe und Ziegen sind eine leichte Beute für das streng geschützte Raubtier – besonders dann, wenn sie hinter unzureichenden Zäunen stehen. Kritiker des Wolfsschutzes, wie der Bauernverband, bringen regelmäßig die Forderung vor, Wölfe im Notfall abschießen zu lassen. Doch das verträgt sich nicht mit der Umweltrecht der Europäischen Union.
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